Großpolen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Landschaft. Weitere Artikel behandeln die Woiwodschaft Großpolen und das mittelalterliche Herzogtum Großpolen.
Großpolen in Codex diplomaticus Maioris Poloniae
Großpolen als Bestandteil Polens vor 1660

Die Landschaft Großpolen (Polonia maior, Wielkopolska) bildet den historischen Kern Polens.

Geschichte[Bearbeiten]

Polonia maior, woraus sich der Begriff Großpolen ableitet, war im 9. und 10. Jahrhundert die Bezeichnung des Siedlungsgebietes der Polanen, des slawischen Stammes, dessen Fürsten, die Piasten, Ende des 10. Jahrhunderts das erste polnische Königreich gründeten und die ersten Könige Polens stellten. Die erste Hauptstadt dieses Königreichs wurde das großpolnische Gniezno.

Nach der Erbteilung des Königreichs Polen 1138 in Teilherzogtümer entstand das Herzogtum Großpolen. Im Jahr 1320 wurde das Herzogtum als feudales Herrschaftsterritorium aufgelöst und in zwei Wojewodschaften eingeteilt: eine mit Sitz in Posen, die andere in Kalisch (Palatinatus Posnaniensis und Palatinatus Calisiensis). Die Wojewodschaften gehörten ab da zu den wichtigsten Verwaltungsregionen des vereinigten Königreichs Polen.

Nach der Gründung der I. Polnischen Republik im Jahr 1569 wurde eine Großprovinz namens Großpolen geschaffen, die außer der namensgebenden Landschaft auch Masowien und das Königliche Preußen umfasste.

Mit der Zweiten Teilung Polens 1793 fiel Großpolen an Preußen und bildete bis zum Frieden von Tilsit 1807 die Provinz Südpreußen. Bis 1815 Teil des Herzogtums Warschau, wurde der westliche Teil auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen als Provinz Posen zugeschlagen und der östliche dem neu geschaffenen Kongresspolen, welches nach dem Novemberaufstand 1830 vom Russisches Kaiserreich zunächst zu einem Satellitenstaat und ab 1876 zur Provinz Weichselland entmachtet und ab 1916 unter der Herrschaft der Mittelmächte als Regentschaftskönigreich Polen wieder etabliert wurde.

Nach dem Posener Aufstand und Inkrafttreten des Versailler Vertrags gehörte Großpolen zur neu gegründeten Republik Polen, bis das Territorium mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa wieder unter deutsche Herrschaft geriet. Im Oktober 1939 wurde der Militärbezirk Posen vom Deutschen Reich annektiert, und zwar nicht als neue Provinz in das Land Preußen, sondern in seinen bisherigen Grenzen als neuer Reichsgau Posen mit Verwaltungssitz in Posen, der im Januar 1940 in Reichsgau Wartheland umbenannt wurde. Im Januar 1945 wurde Großpolen im Rahmen der Weichsel-Oder-Operation von der Roten Armee eingenommen und wurde mit der Umsetzung des Potsdamer Abkommens Bestandteil der Volksrepublik Polen, der Vorgängerin der heutigen Republik Polen.

Name und Bedeutung[Bearbeiten]

Die deutsche Bezeichnung „Großpolen“ ist etwas irreführend, da sie ein großes, alle polnischen Siedlungsgebiete umfassendes Gebiet im Sinne des Irredentismus suggeriert (vgl. Großserbien, Großdeutschland). Dabei ist die Region im Vergleich zu anderen polnischen Landesteilen eher mittelgroß, etwa im Vergleich mit Kleinpolen, das zumindest in früherer Zeit ein viel größeres Gebiet umfasste. Tatsächlich haben die im 11. Jahrhundert in der polnischen lateinischen Kanzleisprache aufgekommenen Bezeichnungen Polonia maior und Polonia minor – die später mit Wielkopolska und Malopolska („Großpolen“ und „Kleinpolen“) übersetzt wurden – nichts mit territorialer Ausdehnung zu tun. Gemeint war vielmehr eine Unterscheidung zwischen maior und minor im Sinne von „älter“ und „jünger“, denn Polonia minor (eigentlich „Jungpolen“) um Kraków (Krakau) wurde erst Ende des 10. Jahrhunderts an das polnische Königreich angeschlossen, das zuvor eben nur Polonia maior (eigentlich „Altpolen“) um Gniezno (Gnesen) umfasst hatte.

Geographie[Bearbeiten]

Großpolen umfasst die heutigen Woiwodschaft Großpolen sowie den südlichen Teil (Kujawien) der Woiwodschaft Kujawien-Pommern und den östlichen Streifen der Woiwodschaft Lebus. In Großpolen befanden sich mit Gniezno (Gnesen) und Posen (Poznań) die beiden frühesten Hauptstädte des Landes, bis 1038 unter Kasimir I. dem Erneuerer Krakau (Kraków) die Hauptstadt Polens wurde.

Heute[Bearbeiten]

Heute bildet Großpolen zusammen mit Masowien die zentral gelegenen Landesteile, durch welche die wichtigen Verkehrsachsen in Ost-West-Richtung verlaufen. Wichtigste Flüsse sind die Oder (Odra), die Warthe (Warta) und die Weichsel (Wisła), wichtige Stadt ist neben Poznań (Posen) und Gniezno (Gnesen) auch Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe).

Siehe auch[Bearbeiten]