Sackheimer Tor

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Das Sackheimer Tor (2002)

Das Sackheimer Tor (russisch Закхаймские ворота, Sakchaimskije worota) in der russischen Stadt Kaliningrad ist ein Stadttor des ehemaligen inneren Königsberger Befestigungsringes. Es befindet sich an der Straßenkreuzung des Moskowski propekt mit der uliza Litowski wal. Benannt ist es nach dem Königsberger Stadtteil Sackheim. Vorgesehen ist eine zukünftige Nutzung des Tores als Museum für Messinstrumente.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Tor an der Sackheimerschen Straße gab seiner Besatzung einstmals die Möglichkeit die Ausfallstraße nach Insterburg zu überwachen. Erwähnt wurde es bereits 1785 zusammen mit den vor dem Tor liegenden zwei Kupferhämmern und dem „Sackheimschen Pesthaus“. 1812 ritt Ludwig Yorck von Wartenburg nach der Unterzeichnung der Konvention von Tauroggen durch das Sackheimer Tor in Königsberg ein, um die ostpreußischen Stände zur Erhebung gegen die Franzosenherrschaft aufzufordern. 1820 werden noch das Schießhaus, einige Mühlen, „Güter und Krüge“ (Gastwirtschaften) im Nahbereich des Tores aufgezählt.

Die Stadtseite des Sackheimer Tores (1902)

Das heutige Tor wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und war von allen Stadttoren der Fortifikationsanlagen in Königsberg wohl das schlichteste. Die Durchfahrt lag in der Tormitte, wobei zu beiden Seiten jeweils ein Rundturm Deckung gab. Oberhalb zu beiden Seiten waren Reliefmedaillons von Ludwig Yorck von Wartenburg und Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz angebracht. Auf der Feldseite waren die Türme mit Schießscharten versehen, auf der Stadtseite mit Fenstern.

Die Feldseite des Sackheimer Tores (1923)

Die Kasematten, in denen früher die Torwache untergebracht waren, wurden nach der Entfestigung des inneren Verteidigungsringes Anfang des 20. Jahrhunderts abgetragen. Auf der Feldseite lag ein Wassergraben mit Zugbrücke. Bis 2006 wurde das Tor als Lager genutzt. Die Reliefmedaillons und der an der Feldseite angebrachte preußische Schwarze Adler sind verloren gegangen.

Architektur[Bearbeiten]

Das neogotische Tor ist mit Ornamenten und Sandstein-Blumen geschmückt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Albinus: Königsberg-Lexikon. Stadt und Umgebung. Sonderausgabe. Flechsig, Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1.
  • Richard Armstedt: Geschichte der königl. Haupt- und Residenzstadt Königsberg in Preußen. Hobbing & Büchle, Stuttgart 1899 (Deutsches Land und Leben in Einzelschilderungen. 2, Städtegeschichten), (Nachdruck: Melchior-Verlag, Wolfenbüttel 2006, ISBN 3-939102-70-9 (Historische Bibliothek)).
  • Fritz Gause: Die Geschichte der Stadt Königsberg in Preußen. 3 Bände. 2./3. ergänzte Auflage. Böhlau, Köln u. a. 1996, ISBN 3-412-08896-X.
  • Johann Friedrich Goldbeck (Hrsg.): Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil 1: Topographie von Ostpreußen.Kanter, Königsberg u. a. 1785 (Nachdruck: Verein für Familienforschung in Ost- u. Westpreußen, Hamburg 1990).
  • Jürgen Manthey: Königsberg. Geschichte einer Weltbürgerrepublik. Hanser, München u. a. 2005, ISBN 3-446-20619-1.
  • Frey Herrn von Schroetter: Karte von Ost-Preussen nebst Preussisch Litthauen und West-Preussen nebst Netzedistrict. Blatt 6: Labiau, Königsberg, Wehlau. Simon Schropp, Berlin 1796-1802 (Faksimile: Hans Mortensen (Hrsg.): Historisch-Geographischer Atlas des Preußenlandes. Teil 6. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1978, ISBN 3-515-02671-1), (ca. 1 : 160 000).
  • Gunnar Strunz: Königsberg entdecken. Unterwegs zwischen Memel und Haff. Trescher, Berlin 2006, ISBN 3-89794-071-x (Trescher-Reihe Reisen).
  • Samuel Gottlieb Wald: Topographische Uebersicht des Verwaltungs-Bezirks der Königlichen Preussischen Regierung zu Königsberg in Preussen. Degen, Königsberg 1820 (Nachdruck: Selbstverlag des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V., Hamburg 1979 (Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. 43, ISSN 0505-2734)).

54.70960555555620.538527777778Koordinaten: 54° 43′ N, 20° 32′ O