I. Armee-Korps (Preußen)

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Das I. Armee-Korps war ein Großverband der Preußischen Armee, der vom Generalkommando in Königsberg geführt wurde.

Gliederung[Bearbeiten]

Sämtliche Fahnen der Garnison Königsberg

Das Korps war bis zum Ersten Weltkrieg der I. Armee-Inspektion zugeordnet. Nach der Mobilmachung trat es zur 8. Armee über und kam an der Ostfront zum Einsatz.

1893[Bearbeiten]

1900 [1][Bearbeiten]

  • 1. Division in Königsberg
  • 2. Division in Insterburg
  • 37. Division in Allenstein
  • Jäger-Bataillon „Graf Yorck von Wartenberg“ (Ostpreußisches) Nr. 1
  • Eskadron Jäger zu Pferde des I. Armee-Korps (beim Kürassier-Regiment „Graf Wrangel“ (Ostpreußisches) Nr. 3)
  • Fußartillerie-Regiment „von Linger“ (Ostpreußisches) Nr. 1
  • Pionier-Bataillon „Fürst Radziwill“ (Ostpreußisches) Nr. 1
  • Pionier-Bataillon Nr. 18
  • Ostpreußisches Train-Bataillon Nr. 1
  • 11 Landwehrbezirkskommandos

1912 [2][Bearbeiten]

  • 1. Division
  • 2. Division
  • Fußartillerie-Regiment „von Linger“ (Ostpreußisches) Nr. 1
  • Kommando der Pioniere I. Armee-Korps
    • Pionier-Bataillon „Fürst Radziwill“ (Ostpreußisches) Nr. 1
    • Samländisches Pionier-Bataillon Nr. 18
  • Ostpreußisches Train-Bataillon Nr. 1
  • 8 Landwehrbezirkskommandos

Friedensgliederung 1914[3][Bearbeiten]

  • 1. Division
  • 2. Division
  • Maschinengewehr-Abteilung Nr. 5 in Insterburg
  • Festungs-Maschinengewehr-Abteilung Nr. 1 in Königsberg
  • Fußartillerie-Regiment „von Linger“ (Ostpreußisches) Nr. 1
  • Kommando der Pioniere I. Armee-Korps
    • Pionier-Bataillon „Fürst Radziwill“ (Ostpreußisches) Nr. 1
    • Samländisches Pionier-Bataillon Nr. 18
  • Festungs-Fernsprech-Kompanie Nr. 5 in Königsberg
  • Luftschiffer-Bataillon Nr. 5 (vorläufig) in Liegnitz, Allenstein und Posen
  • Ostpreußische Train-Abteilung Nr. 1
  • Landwehr-Inspektion Insterburg mit 6 Bezirkskommandos

Kriegsgliederung vom 2. August 1914[Bearbeiten]

Fahnen der Linien-Infanterie-Regimenter[Bearbeiten]

Muster
Muster (Jäger)

Das Mittelfeld der Fahne war von silbernen Lorbeerzweigen umwunden. Über ihm befand sich die Königskrone unter der sich ein silbernes Spruchband, „Pro Gloria et Patria“, befand. Das Mittelfeld selbst zierte der alte friderizianische bewehrte schwarze Adler. In den vier Ecken befanden sich, in Gold oder Silber ausgeführt, die mit Palmenzweigen umwundenen, ebenfalls gekrönten Namenszüge, der zum Zeitpunkt der Verleihung regierenden Könige. Zwischen den Eckmedaillons befanden sich vier Seitenflammen. Diese befanden sich erstmals auf den 1808 verliehenen Fahnen.[4]

Für die große Menge an Linien-Infanterie-Regimentern wurde von Kaiser Wilhelm II. per Ordre vom 18. Dezember 1890 bestimmt, dass die Farbe der Fahnentücher sich nach der der Achselklappen zu richten habe. Hierdurch wurde innerhalb des Korps eine Gleichförmigkeit erzielt. Abweichend von diesen wurde für die Jäger-Bataillone, leichte Infanterie, die grüne Farbe für die Fahnen nach dem Linienmuster bestimmt.

Das I. Korps trug weiße Achselklappen.

Des Weiteren wurden grundlegende Anordnungen über die zukünftige Gestaltung der Fahnen- und Standartentücher erlassen. Die Fahnen waren in Zukunft in Gold oder Silber, je nach Knopffarbe des Truppenteils, bestickt. Die gemalten Tücher hatten nur eine geringe Haltbarkeit bewiesen. Gleichfalls wurde angeordnet, das die Fahnen in deren Abmessungen um 16 cm, ergo deren Fläche auf 126 cm², verringert werden sollten. Der im Mittelfeld befindliche „preußische Kriegsadler“ sollte wieder seine friderizianische Gestalt erhalten. Die Krone, der Schwertknauf und das Blitzbündel des Adlers waren stets in Gold zu halten.

In der Folgezeit wurden vier Arten von Fahnen unterschieden:

  1. Gardefahnen
  2. Garde-Grenadierfahnen
  3. Fahnen für die Grenadier-Regimenter
  4. Fahnen für die neuen Linien-Regimenter

Das Mittelfeld, die vier Eckmedaillons (sie waren von der Knopffarbe durchwirkt) und das Spruchband hatten die Farbe der Achselklappen. Die vier Keile waren weiß mit schwarzen Rändern.[5]

Anlässlich der Jahrhundertfeier erließ der Kaiser den Befehl, er wolle den Fahnen und Standarten, deren Tücher ruhmreich im Felde standen, die Tücher erneuern. In der Folgezeit, d. h. in den nächsten 7 Jahren, fand die feierliche Weihe der neuen Feldzeichen in der Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses statt.[6] Sie wurden dann anlässlich der Kaiserparade, die den Kaisermanövern vorausging, den Truppen feierlichst übergeben.[7]

Am 1. August 1914 sollte die deutsche Armee aus 25 Armeekorps bestehen.

Fahnenschmuck[Bearbeiten]

Die Fahnenstangen waren schwarz und maßen mit deren Spitze etwa 3 Meter. In der Spitze befand sich der Namenszug des zur Zeit der Verleihung regierenden Königs. Da die Fahne ein Symbol darstellte, wurden auch ihr, wie dem Offizier und Mann an der Front, Auszeichnungen und Orden verliehen.

So wurden auf Befehl Friedrich Wilhelm III. nach den Befreiungskriegen diejenigen Fahnen, die an der Front gestanden hatten, ein Eisernes Kreuz. An die Stelle des Namenszuges trat die von zwei Lorbeerzweigen umgebene erwähnte Auszeichnung in einer schlank gehaltenen Spitze. Die Füsilier-Bataillone, die ohne Fahne ausgerückt waren, erhielten diese Auszeichnung nicht.

Nach dem Kriege von 1870/71 wurde anlässlich des Einzuges der siegreichen Truppen am 16. Juni 1871 in Berlin angeordnet, dass die Fahnen der am Kriege teilnehmenden Truppenteile, sofern sie noch kein 1813er Kreuz hatten, eines bekamen. Dieses war jedoch nicht von Lorbeerzweigen umgeben, sondern, in einer breiteren Spitze stehend, von einem Lorbeerkranz. Am 11. April 1872 wurde diese Auszeichnung auch jenen Fahnen verliehen, die bestimmungsgemäß ihre Fahnen beim Ausmarsch zurückgelassen hatten[8] Die einzige Fahne, die diese Auszeichnung nicht erhielt, war die des II. Bataillons des 8. Pommerschen Infanterie-Regiments Nr. 61. Bei der Schlacht an der Lisaine wurde sie vor Dijon vom Feinde erobert.

Zu jeder Fahne gehörte ferner, ein 3,7 cm breites Band, welches Banderole genannte wurde. Es trug die Landesfarben schwarz-weiß und lief in zwei gleichfarbigen Quasten aus. Es wurde an der Fahne befestigt, indem man es um die Spitze schlung. Erhielt das Feldzeichen ein Kriegsband, so ersetzte dies die Banderole. Es wurden folgende Fahnenbänder verliehen:

Außer mit Bändern waren die preußischen Feldzeichen auch mit Ringen, Erkennungs- oder Gedenkringe, geziert.

Die Ersteren geben den Besitzer des betreffenden Truppenteils mit schwarzen Buchstaben auf messingnen Ringen an, also z. B. II IR 162 = II. Bataillon Infanterie-Regiment 162. Sie wurden 1837 eingeführt, weil die Fahnen wegen ihres gleichen Aussehens der Tücher nur schwer zu Unterscheiden waren. Unter König Wilhelm wurde neben des Regiments auch die Bataillonsbezeichnung hinzugefügt.

Per AKO vom 14. Dezember 1899 wurde an den schwarz-silbernen Bändern der Banderole möglichst nahe der Quasten das Anbringen einer Spange befohlen. Sie sollten ein sichtbares Zeichen für die Einheit des Reiches sein. Sie bestanden aus vergoldeten Metallplatten. Auf der Vorderseite hatten sie den gekrönten Namenszug (WR), auf der Rückseite den Stiftungstag des Truppenteils und das Datum 1. Januar 1900.

Geschichte[Bearbeiten]

Deutsch-Französischer Krieg[Bearbeiten]

Edwin von Manteuffel

Im Krieg von 1870/71 diente das preußische I. Korps unter General Edwin von Manteuffel hinter den aufmarschierenden Armeen als Reserve, es wurde erst nach dem Freiwerden der Eisenbahnlinie an den westlichen Kriegsschauplatz nach Lothringen transportiert. Die 1. Division führte Generalleutnant von Bentheim und die 2. Division stand unter General von Pritzelwitz. Während der Schlacht bei Colombey am 14. August griff das Korps mit der 1. Division gegenüber der französischen Division Grenier zwischen Montoy und Noisseville in die Schlacht ein. Beim französischen Ausfall aus der Festung Metz am östlichen Ufer der Mosel, versuchte General von Manteuffel durch seine Korpsartillerie die Stellungen am Vallieres-Bach zu halten. Um 17 Uhr wurde Montoy erobert, das Infanterie-Regiment Nr. 43 unter Oberst von Bosse stürmte das Dorf Lauvallier nach schweren Verlusten. Zwar drangen sie bis Mey vor, mussten aber vor den französischen Verstärkungen wieder auf Montoy zurückweichen, wo ein dreimaliger Angriff unter großem Verlust abgeschlagen wurde. Die Lage der preußischen 2. Division am rechten Flügel um Nouilly war derweil bedenklich geworden. Die bedrängte 3. Brigade des Generals von Memerty wurde endlich nach dem Auffahren von 90 Geschützen zwischen Servigny und bis Noiseville entlastet.[9]

Marschall Bazaine war mit der französischen Rheinarmee durch die deutsche 2. Armee unter Friedrich Karl von Preußen vollständig eingeschlossen worden. Während der Belagerung von Metz hatte General Manteuffel den Oberbefehl am Ostufer der Mosel inne, das I. Korps lagerte rechts und links der Seille zwischen Servigny und Rupigny auf den Höhen von Pouilly und schützte zusammen mit dem südlicher stehenden II. Armee-Korps die Magazine von Remilly und Pont-à-Mousson. Nach Nordosten sicherte die 3. Reserve-Division unter General von Kummer bis zur Mosel. Am 31. August richtete sich ein starker französischer Ausfall gegen die Linien der preußischen 1. Division zwischen Failly und Noiseville. Als die Schlacht von Noiseville begann, empfing General von Manteuffel den auf St.-Barbe vorgehenden Feind sofort mit so wirksamem Feuer von 60 Geschützen, welche vor der eigentlichen Verteidigungslinie sicherten, welches das französische Vordringen schnell ins Stocken brachte.[10] General von Manteuffel, am frühen Morgen des 1. September durch die Ankunft des IX. Armeekorps verstärkt, versuchte das am Vortag verlorene Noisseville wiederzuerobern. Ein Angriff der Brigade Memerty drang zwar in Flanville ein, scheiterte aber bei einem weiteren Angriff auf Noiseville. Manteuffel brachte die Artilleriestellung gegen Noiseville auf 114 Geschütze und liess jetzt herankommende Reserven zum neuerlichen Angriff - diesmal gegen die rechte Flanke der Franzosen ansetzen. Das Eingreifen der 28. Brigade (vom VII. Korps) entriss der französischen Division unter General Fauvart-Bastoul die Dörfer Flanville und Coincy.[11]

Nach der Teilnahme an der Belagerung von Metz und dem Fall der Festung Ende Oktober wurde General von Manteuffel neuer Oberbefehlshaber der 1. Armee, behielt aber gleichzeitig das Kommando über das nach Westen abgehende I. Korps. Die 1. Brigade unter General von Gayl wurde mit der Belagerung der Festung Verdun betraut, welche bereits bereits am 8. November übergab. Die 2. Brigade unter Generalmajor von Falkenstein wurde zur Festung Mezieres entsandt, welche am 14. November umschlossen wurde. Die 4. Brigade (Generalmajor von Ziglintzki) war zur Beobachtung der Festung La Fere bestimmt und begann am 25. November die eigentliche Belagerung. Nur die 3. Brigade (von Memerty) ging sofort zusammen mit VIII. Armee-Korps Richtung Amiens an die Somme ab.

Am 27. November 1870 folgte die Schlacht bei Amiens, das I. Korps war bis an die Lure vorgeschoben werden. Beim Vorgehen klärte die 3. Kavallerie-Division an der Nordflanke auf, die Infanterie traf vor den Dörfern Gentelles und Cachy auf feindliche Kräfte und es kam zu wechselhaften Kämpfen. Am linken Flügel entschied der Angriff der 16. Division bei Hebecourt den Ausgang des Kampfes. Am gleichen Tag wurde die 4. Brigade nach der Kapitulation von La Fere frei. Zwischen 3. und 6. Dezember erfolgte der fast kampflose Vormarsch der 1. Division nach Rouen. Nach der Unterdrückung neuer französischer Kräfte bei Amiens und dem Fall von Mezieres am 1. Januar 1871 wurde das VIII. Korps bei Bapaume konzentriert. Bei Arras hatte General Faidherbe wieder starke Kräfte versammelt, griff am 3. Januar in der Schlacht bei Bapaume erfolglos an. Darauf kapitulierte das seit 26. Dezember von der 16. Division (Barnekow) eingeschlossene Peronne. Die Masse der Division Bentheim hatte derweil an der unteren Seine am 4. Januar den Gegner im Gefecht bei Moulineaux geworfen und wurde am 25. Januar durch das über Alençon heranmarschierende XIII. Korps in Rouen freigemacht. Die französische Nordarmee unter Faidherbe wurde bereits am 19. Januar in der Schlacht von St. Quentin im harten Ringen östlich der Stadt frontal vom VIII. Korps geworfen und zum Rückzug gezwungen worden. Vom I. Korps hatten dabei die Verstärkungen durch die 1. Division unter General von Gayl erheblichen Anteil. [12]

Im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Hermann von François

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges im August 1914 stand das ostpreußische I. Korps unter General von François im Verband der 8. Armee an der Ostfront. Die russische 1. Armee unter Rennenkampff drang auf einer Breite von 40 km zwischen Wischtynjez und Schirwindt in Ostpreußen ein. General von François postierte das I. Korps gegen die ausdrückliche Anweisung seines Vorgesetzten von Prittwitz direkt an der Grenze und nahm am 17. August das Gefecht bei Stallupönen auf. Bei Göritten warf ein Flankenstoß den Feind erfolgreich zurück, am Nordflügel mussten die Deutschen aber in Richtung Stallupönen zurückweichen. Dabei lief die 1. Division Gefahr abgeschnitten zu werden. Erst ein einschlägiger Befehl des AOK 8 veranlassten General François am späten Abend, sich noch rechtzeitig in Richtung Gumbinnen abzusetzen. François leitete am 19. August durch einen Angriff seines Korps auch die Schlacht bei Gumbinnen ein, die nach einem taktisches Patt abgebrochen wurde. Das I. Armee-Korps war bereits von Gumbinnen per Eisenbahn nach Süden im Abtransport, als das AOK von General von Hindenburg übernommen wurde. Am 24. August übernahm das Korps während der Schlacht bei Tannenberg den rechten Flügel der 8. Armee. Das I. Korps erreichte - am 26. August mit dem zugeteilten Detachement Mühlmann die Einnahme der Höhen von Seeben und nahm erst verspätet am 27. den Angriff wieder auf. Am 27. August gelang dem Korps zusammen mit dem Detachement Schmettau ( vom XX. Armee-Korps) der Durchbruch bei Usdau. Nach dem Durchbruch sollte das Korps auf Neidenburg vorgehen um das XX. Armee-Korps zu entlasten. Die 1. Division stieß bis zum Abend des Tages bis zur Grenze bei Soldau vor. Die Masse der russischen Truppen flutete nach Mława zurück, sodass am 28. August Soldau ohne größere Probleme eingenommen werden konnte. Die 2. Division erreichte Neidenburg, um die Einschließung der russischen Narewarmee am 29. August nach dem Treffen mit dem XVII. Armee-Korps im Raum Willenberg zu vollenden. Das russische I. Armeekorps marschiere aber am 30. August von Mława nach Neidenburg heran um der eingeschlossenen 2. Armee den Rückzug zu ermöglichen. General François warf alle verfügbaren Kräfte bei Soldau dem anstürmenden russischen 1. Korps entgegen, während die 2. Division bei Neidenburg die Einschließung aufrechterhielt.

Wie bei Tannenberg führte das I. Korps von 6. bis 11. September 1914 auch in der folgenden Schlacht an den Masurischen Seen die entscheidende Umfassungsoperation gegen die linke Flanke der russischen 1. Armee durch. Am 9. Oktober 1914 wurde General Kosch für kurze Zeit zum Kommandierenden General des I. Armee-Korps ernannt. Das Korps griff während der Winterschlacht in Masuren Anfang Februar 1915 im Raum Lötzen wieder erfolgreich im Verband der 8. Armee an und konnte zusammen mit dem südlicher angreifenden XXXX. Reserve-Korps überlegene russische Truppen über die Grenze Ostpreußens nach Augustow zurückdrängen.

Am 11. Juni 1915 übernahm General von Eben die Führung des I. Armee-Korps am Narew-Abschnitt, es unterstand jetzt der neu aufgestellten 12. Armee. Im Juli gelang die Einnahme der Festung Ostrolenka und im August 1915 die Besetzung von Bialystok. Im September 1915 nun zur 10. Armee gehörig, gelang die Besetzung der Stadt Wilna und im Verband der Armeegruppe Scholtz im Oktober 1915 die Besetzung von Dünaburg. Die Gruppe Eben verblieb folgend im Stellungskrieg an der Düna.

Nach dem Verlust von Brody während der russischen Brussilow-Offensive wurde das Generalkommando des Generals von Eben am 31. Juli 1916 der k.u.k. 2. Armee nach Galizien überwiesen. Es gelang während der Abwehrkämpfe in der Septemberschlacht einen russischen Einbruch in Ungarn zu verhindern. Im Juli 1917 während der Kerenski-Offensive stand das Generalkommando im Raum Zloczow am Südflügel der k.u.k. Heeresgruppe Böhm-Ermolli. Der neue kommandierende General von Winckler leitete den erfolgreichen Gegenangriff auf Tarnopol ein, der Ostgalizien fast vollständig zurückeroberte. Am 25. Februar 1918 tauschte Winckler sein Generalkommando mit dem XXV. Reserve-Korps, am 27. Februar wurde dessen Führer General Gröner mit der Führung des I. Korps beauftragt. Nach dem Frieden von Brest-Litowsk übernahm am 28. März 1918 General Theodor Mengelbier das Kommando. Das Kriegsende erlebte das Generalkommando bei der Heeresgruppe Kiew als Besatzungsmacht in der östlichen Ukraine.

Kommandierender General[Bearbeiten]

Dienstgrad Name Datum
General der Infanterie Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz 3. Juni 1814 bis 31. März 1815 [13]
Generalleutnant Hans Ernst Karl von Zieten 1. April bis 30. Oktober 1815
General der Infanterie Friedrich Wilhelm Bülow von Dennewitz 1. November 1815 bis 25. Februar 1816 [13]
General der Kavallerie Ludwig von Borstell 5. März 1816 bis 17. Juni 1825 [13]
Generalleutnant Karl August Adolf von Krafft 18. Juni 1825 bis 29. März 1832 [13]
Generalleutnant Oldwig von Natzmer 30. März 1832 bis 28. November 1839 [13]
General der Kavallerie Friedrich von Wrangel 29. November 1839 bis 6. April 1842 [13]
General der Kavallerie Friedrich zu Dohna-Schlobitten 7. April 1842 bis 27. März 1854 [13]
General der Infanterie Franz Karl von Werder 28. März 1854 bis 28. Januar 1863 [13]
General der Infanterie Adolf von Bonin 29. Januar 1863 bis 29. Oktober 1866 [13]
General der Infanterie Eduard Vogel von Falckenstein 30. Oktober 1866 bis 3. August 1868 [13]
General der Kavallerie Edwin von Manteuffel 4. August 1868 bis 14. Juli 1873 [13]
General der Infanterie Albert von Barnekow 15. Juli 1873 bis 4. Juni 1883 [13]
General der Infanterie Walter von Gottberg 5. Juni 1883 bis 31. Mai 1885 [13]
General der Infanterie Ewald Christian von Kleist 1. Juni 1885 bis 14. Juni 1889 [13]
General der Infanterie Paul Bronsart von Schellendorff 15. Juni 1889 bis 28. Juni 1891 [13]
General der Infanterie Hans Wilhelm von Werder 29.Juni 1891 bis 9. Januar 1895 [13]
General der Infanterie Karl Finck von Finckenstein 10. Januar 1895 bis 26. Januar 1902 [13]
General der Infanterie Colmar von der Goltz 27. Januar 1902 bis 10. September 1907 [13]
General der Infanterie Alexander von Kluck 11. September 1907 bis 30. September 1913 [13]
General der Infanterie Hermann von François 1. Oktober 1913 bis 16. Februar 1914 (Mit der Führung beauftragt) [14]
General der Infanterie Hermann von François 17. Februar bis 3. Oktober 1914 [14]
Generalleutnant Adalbert von Falk 4. bis 7. Oktober 1914 (mit der Führung beauftragt) [14]
General der Infanterie Robert Kosch 8. Oktober 1914 bis 10. Juni 1915 [14]
General der Infanterie Johannes von Eben 11. Juni 1915 bis 4. Juni 1917 [14]
General der Infanterie Arnold von Winckler 5. Juni 1917 bis 25. Februar 1918 [14]
Generalleutnant Wilhelm Groener 27. Februar bis 27. März 1918 (mit der Führung beauftragt) [14]
General der Infanterie Theodor Mengelbier 28. März bis 13. Dezember 1918 [14]
General der Infanterie Johannes von Eben 14. Dezember 1918 bis 14. Februar 1919 [14]
Generalleutnant Ludwig von Estorff 25. Februar bis 20. September 1919 [14]

Nachfolge[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg blieb vom I. Armee-Korps nur die 1. Division der Reichswehr. 1934 wurde das I. Armeekorps (Wehrmacht) aufgestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Königliche Geheime Kriegs-Kanzlei (Redaktion): Rangliste des aktiven Dienststandes der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps. [...] Nach dem Stande vom 1. Oktober 1900. [...], Verlag Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin o.J., S. 43 ff.
  2. Kriegsministerium, Geheime Kriegs-Kanzlei (Redaktion): Rangliste des aktiven Dienststandes der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps. [...] Nach dem Stande vom 6. Oktober 1912. [...], Verlag Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin o.J., S. 51 ff.
  3. Kriegsministerium, Geheime Kriegs-Kanzlei (Redaktion): Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914. [...] Nach dem Stande vom 6. Mai 1914. [...], Verlag Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin o.J., S. 52 ff.
  4. Gustaf Lehmenn: Geschichte der Königlich Preußischen Fahnen und Standarten seit dem Jahre 1807.; 1895 Berlin, E.S. Mittler & Sohn
  5. Martin Lezius: Fahnen und Standarten der alten preußischen Armee; Frankh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1935
  6. Fahnenverleihung: 28. August 1904
  7. Kaiserparade: 4. September 1904
  8. Wie z. B. die Jäger-Bataillone Nr. 1-11
  9. Scheibert: Der Krieg zwischen Frankreich und Deutschland 1870/71. Paulis Nachfolger, Berlin 1895. S. 60
  10. J. Scheibert: Der Krieg zwischen Frankreich und Deutschland, W. Paulis Nachfolger, Berlin 1895, S. 154
  11. J. Scheibert: Der Krieg zwischen Frankreich und Deutschland, Paulis Nachfolger, Berlin 1895, S. 158
  12. Scheibert: Der Krieg zwischen Deutschland und Frankreich, Berlin 1895, S. 247 f.
  13. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939 Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939, Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 40
  14. a b c d e f g h i j Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939 Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939, Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S.41