Samuel Friedrich Sauter

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Samuel Friedrich Sauter

Samuel Friedrich Sauter (* 10. November 1766 in Oberderdingen/Flehingen; † 14. Juli 1846 ebenda) war ein deutscher Dorfschullehrer und Volksdichter.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Sauter war der Sohn des Sonnenwirts und Bäckermeisters Philipp Jakob Sauter. Er erlernte bei seinem Schwager Ulmer in Unteröwisheim das Schulwesen und war danach Provisor in Bissingen. Ab 1786 war er Dorfschullehrer in Flehingen, wo er um 1800 eine Lesegemeinschaft gründete. 1811 erschien in Heidelberg seine Sammlung Volkslieder und andere Reime. Von 1816 bis zu seinem Ruhestand 1841 unterrichtete Sauter in Zaisenhausen. Danach kehrte er in seinen Geburtsort zurück, wo er 1846 verstarb.

Er war ab 1789 mit einer geborenen Schickart aus Unteröwisheim verheiratet, mit der er sieben Kinder hatte. Seine Gattin starb 1824.

Werk[Bearbeiten]

Sauter schrieb etwa 500 Gedichte, Reime und Erzählungen, darunter auch Auftragspoesie. Die bekanntesten sind Das Krämermichelslied, Das Lied vom armen Dorfschulmeisterlein, Der Wachtelschlag und Loblied auf die Kartoffel. Die Gedichte wurden zum Teil im Lahrer Boten abgedruckt. Der Wachtelschlag wurde von Franz Schubert und Ludwig van Beethoven vertont.

Zwar waren Sauters Gedichte populär, aber sie wurden auch als schrullig und voll von unfreiwilliger Komik kritisiert. Einer von Sauters Kritikern war Adolf Kussmaul. Zusammen mit seinem Freund Ludwig Eichrodt schrieb er ironische Gedichte auf Sauter, wobei sie den Namen Weiland Gottlieb Biedermeier als Pseudonym wählten. 1853 erschien ihr Band Gedichte in allerlei Humoren. Auch Joseph Victor von Scheffel hat mit Biedermanns Abendgemütlichkeit und Bummelmeiers Klage Sauters Stil parodiert. So prägte Sauter unfreiwillig den Namen einer ganzen Stilrichtung.

Nach Sauter ist eine Grundschule in Flehingen benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Banghard: Sänger des Alltags – Samuel Friedrich Sauter (1766–1846), in: Fünf Schneeballen, zwölf Jahrhunderte – Flehingen-Sickingen 779 bis 1979, Karlsruhe 1979, S. 78–111.
  • Helmut Bender: Samuel Friedrich Sauter – Dorfschulmeister und Poet dazu, in: Badische Heimat, Jahrgangsband 1981, S. 239–247.
  • Michael Ertz: Samuel Friedrich Sauter (1766–1846), der Dichter des Kraichgaus. In: Kraichgau. Beiträge zur Landschafts- und Heimatforschung. Folge 14, 1995, ISBN 3-921214-11-4, S. 239-251.

Weblinks[Bearbeiten]