Oberderdingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberderdingen
Oberderdingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberderdingen hervorgehoben
49.06258.8019444444444190Koordinaten: 49° 4′ N, 8° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 33,57 km²
Einwohner: 10.393 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 310 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 75032–75038
Vorwahlen: 07045, 07258
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 059
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Amthof 13
75038 Oberderdingen
Webpräsenz: www.oberderdingen.de
Bürgermeister: Thomas Nowitzki
Lage der Gemeinde Oberderdingen im Landkreis Karlsruhe
Karlsdorf-Neuthard Malsch (Landkreis Karlsruhe) Malsch (Landkreis Karlsruhe) Bretten Bruchsal Bruchsal Ettlingen Forst (Baden) Gondelsheim Hambrücken Kronau Kürnbach Marxzell Oberderdingen Östringen Philippsburg Sulzfeld (Baden) Ubstadt-Weiher Walzbachtal Weingarten (Baden) Zaisenhausen Karlsbad (Baden) Kraichtal Graben-Neudorf Bad Schönborn Pfinztal Eggenstein-Leopoldshafen Linkenheim-Hochstetten Waghäusel Oberhausen-Rheinhausen Rheinstetten Stutensee Waldbronn DettenheimKarte
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Oberderdingen (bis 1964 und heute noch umgangssprachlich meist nur Derdingen genannt) ist eine Gemeinde im Kraichgau, im Nordosten des Landkreises Karlsruhe.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Oberderdingen liegt an der Grenze zwischen Stromberg und Kraichgau, wobei ein wesentlicher Teil der Gemarkung zum Naturpark Stromberg-Heuchelberg gehört. Das Gemeindegebiet erstreckt sich zwischen 154 und 337 Meter Höhe. Bretten, Knittlingen und Eppingen sind die nächstgelegenen Städte. Die Gemeinde liegt etwa 35 km nordöstlich von Karlsruhe und ca. 40 km westlich von Heilbronn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Oberderdingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Südosten genannt: Sternenfels, Knittlingen (beide Enzkreis) sowie Bretten (Stadtteil Bauerbach), Kraichtal (Stadtteil Gochsheim), Zaisenhausen und Kürnbach (alle Landkreis Karlsruhe).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus dem Kernort Oberderdingen (mit dem in ihm aufgegangenen ehemaligen Dorf Unterderdingen), der 1973 eingegliederten Gemeinde Flehingen (mit dem am 1. April 1936 eingegliederten inzwischen vollständig aufgegangenen Sickingen) und dem Dorf Großvillars, das bis 1972 teilweise auch zur Nachbarstadt Knittlingen gehörte. Flehingen und Großvillars sind zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden.

Ferner unterscheidet man teilweise noch Wohngebiete oder Wohnplätze mit eigenem Namen, so etwa den Luisenhof in Flehingen und die Gebiete Obere Mühle, Ölmühle, Untere Mühle und Wilfenberg in Oberderdingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Oberderdingen[Bearbeiten]

Oberderdingen 1684

Derdingen wurde erstmals 766 im Lorscher Codex erwähnt, seit 1247 unterschied man Ober- von Unterderdingen. Beide Orte gehörten anfangs zu verschiedenen Herrschaften, ehe sie 1247 an das Kloster Herrenalb kamen. Aus der Turmburg der Ortsherren wurde der Amthof des Klosters Herrenalb. Die Württemberger führten als Schirmherren des Klosters Herrenalb 1556 die Reformation ein. Bis 1807 existierte ein Pflegamt des Klosters Herrenalb, seither gehörten beide Orte zum Oberamt Maulbronn. 1835 wurde der Gemeindename in „Derdingen (Ober-)“ umbenannt. Nach Auflösung der erst 1826 von Kleinvillars getrennten Gemeinde Großvillars im Jahre 1866 kam 1/6 des Ortes zu Oberderdingen, der andere Teil zur Stadt Knittlingen. 1936 wurde der Gemeindename mit nachgestellter Klammer zu „Derdingen“ vereinfacht. Bei der Auflösung des Oberamts Maulbronn 1938 kam Oberderdingen (mit Unterderdingen und dem zu ihm gehörigen Teil Großvillars) zum Landkreis Vaihingen. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Derdingen ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet.

Am 2. Juni 1964 wurde die Gemeinde wieder in Oberderdingen rückbenannt. Das frühere Unterderdingen war inzwischen ganz in Oberderdingen aufgegangen, wurde jedoch bis 1971 noch als separater Wohnplatz geführt.

Bei der baden-württembergischen Kreisreform zum 1. Januar 1973 kam Oberderdingen vom Landkreis Vaihingen zum Landkreis Karlsruhe, die Nachbargemeinde Knittlingen aber zum neu gebildeten Enzkreis. Um den Ort Großvillars nicht auf zwei unterschiedliche Landkreise aufzuteilen, wurde dessen zu Knittlingen gehöriger Teil der Gemeinde Oberderdingen angegliedert. Gleichzeitig wurde die Gemeinde Flehingen in die Gemeinde Oberderdingen eingegliedert. Damit vereinigte man die zwei ehemals württembergischen Orte Oberderdingen und Großvillars mit der ehedem badischen Gemeinde Flehingen zu einer neuen Gemeinde.

Ortsteile[Bearbeiten]

Flehingen[Bearbeiten]

Flehingen wurde 778/79 als Flancheim erstmals erwähnt. Das Kloster Lorsch hatte großen Besitz im Ort. Die Herren von Strahlenberg und ab 1368 die Kurpfalz gaben den Ort zu Lehen an einen örtlichen Adel, dessen Erben 1638 die Wolff-Metternich waren. 1805 kam Flehingen an Baden und wurde 1810 dem Bezirksamt Bretten zugeteilt. Bei dessen Auflösung 1936 kam Flehingen zum Bezirksamt (ab 1938 Landkreis) Karlsruhe.

Das 1936 eingemeindete Sickingen wurde 784 als Sicchenheim erstmals erwähnt und war von der Kurpfalz ebenfalls als Lehen an das Ortsadelsgeschlecht der Herren von Sickingen vergeben worden, dessen berühmtester Spross Franz von Sickingen war, und das 1831 erlosch. In Sickingen gab es mit der Oberen und Unteren Burg einst zwei Burgen. Die Gemeinde gehörte wie Flehingen zum Bezirksamt Bretten.

Großvillars[Bearbeiten]

Großvillars gründeten 1699 vertriebene Waldenser. Der Name leitet sich vom piemontesischenVillar Perosa“ ab. Zunächst bildete der Ort mit dem benachbarten Kleinvillars eine Gemeinde, die 1826 getrennt wurde. 1866 wurde die kleine Gemarkung auf die Nachbargemeinden Oberderdingen und Knittlingen aufgeteilt. Diese Situation blieb bis 1973 erhalten, als der Ort ganz der Gemeinde Oberderdingen zugeteilt wurde.

Religionen[Bearbeiten]

Die Kirche Oberderdingens ist schon seit 1227 bezeugt. In der Gemeinde wurde infolge der Zugehörigkeit zu Württemberg ab 1556 die Reformation eingeführt. Daher war Oberderdingen über lange Zeit eine protestantische Gemeinde. In Unterderdingen wurde 1769 die Kirche St. Peter und Paul erneuert, die einen romanisch-gotischen Chorturm hat. Man nimmt an, dass der Vorgängerbau die alte Pfarrkirche von Oberderdingen war. Die Kirchengemeinde gehörte zum Dekanat Maulbronn und gehört heute dem Dekanat Mühlacker der Evangelischen Landeskirche in Württemberg an, zu der auch die Kirchengemeinde Großvillars gehört. Diese anfangs reformierte Gemeinde entstand mit der Gemeindegründung ab 1699. Im 19. Jahrhundert wurde sie in die Evangelische Landeskirche in Württemberg integriert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch Katholiken nach Oberderdingen. Sie erhielten 1963 eine eigene Kirche Mariä Heimsuchung und St. Laurentius. 1968 wurde die Gemeinde zur Pfarrei erhoben. Die Gemeinde gehört zum Dekanat Mühlacker des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

In Flehingen wurde ab 1522 lutherischer Gottesdienst gehalten. Dennoch gab es auch später noch Katholiken, so dass die Kirche ab 1698 simultan genutzt wurde. Die heutige Kirche wurde 1825 gebaut und dient seit dem Neubau der katholischen Kirche St. Martin im Jahr 1910 allein der evangelischen Kirchengemeinde, die dem Kirchenbezirk Bretten der Evangelischen Landeskirche in Baden angehört. Die katholische Kirchengemeinde gehört zum Dekanat Bruchsal des Erzbistums Freiburg, ebenso die katholische Nachbargemeinde Sickingen. Diese beiden bilden mit drei weiteren Gemeinden in der Nachbarschaft (in Kürnbach, Sulzfeld und Zaisenhausen) eine Seelsorgeeinheit.

Am Ort wurden erstmals 1548 Juden genannt, die Flehinger jüdische Gemeinde bestand bis 1938/40. Die höchste Zahl jüdischer Bewohner wurde um 1832 mit 167 Personen erreicht (14 % der Gesamteinwohnerschaft). Die Gemeinde weihte 1874 eine Synagoge ein, die beim Novemberpogrom 1938 völlig zerstört wurde. Bedeutendste jüdische Persönlichkeit aus Flehingen war Jakob Barth, einer der bekanntesten Orientalisten seiner Zeit. Bis heute erinnert der an der Gochsheimer Straße liegende, 1688 angelegte jüdische Friedhof an die Geschichte der Juden im Dorf.

Der hohe Anteil der Industrie an der örtlichen Wirtschaft spiegelt sich auch in der hohen Zahl an türkischen Einwanderern wider, die als Gastarbeiter in den Ort kamen. Deshalb gibt es im Ort auch eine sehr aktive türkisch-islamischen Gemeinde. Bereits Ende der 70er Jahre gab es erste Initiativen zum Bau einer Moschee, die nach etlichen Provisorien Anfang der 1990er Jahre errichtet wurde. Die Gemeinde mit etwa 150 Mitgliedern ist ein eingetragener Verein, der dem Dachverband DITIB in Köln angehört, und ist im örtlichen Vereinslebens rege.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 führte zu folgendem Ergebnis:

  • CDU 42,2 % (−1,9): 11 Sitze (+1)
  • SPD 21,4 % (+0,9): 5 Sitze (+1)
  • FWV 21,1 % (−1,8): 5 Sitze (=)
  • Grüne 15,3 % (+8,5): 3 Sitze (+2)
  • andere 0 % (−5,7): 0 Sitze (−1)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Oberderdingen zeigt in von Schwarz und Silber gespaltenem Schild oben einen rechtshin liegenden Rebast mit drei Blättern und zwei Trauben in verwechselten Farben. Vorn fünf (2:1:2) silberne Kugeln, hinten ein blauer Rost. Die Gemeindeflagge ist weiß-schwarz. Wappen und Flagge wurden der Gemeinde am 7. Juni 1982 vom Landratsamt Karlsruhe verliehen.

Das Wappen ist eine Kombination der Wappensymbole der früheren Gemeinden. Oberderdingen führte den Rost, das Attribut des Hl. Laurentius, der als ehemaliger Schutzpatron der Kirche den Märtyrertod erlitt, in seinem Wappen. Die Kugeln wurden aus dem Flehinger Wappen entnommen und sind die Symbole der früheren Ortsherren. Die Weintrauben symbolisieren die lange Tradition des Weinbaus in Oberderdingen, der noch heute in allen Ortsteilen betrieben wird.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Oberderdingen unterhält seit 1991 mit Heinfels in Österreich und seit 2006 mit Villar Perosa in Italien freundschaftliche Städtepartnerschaften.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Glockenturm im Amthof

Bauwerke[Bearbeiten]

Das größte historische Ensemble im historischen Ortskern Oberderdingens ist der Amthof mit Laurentiuskirche, Glockenturm, Zehntscheuer, Großer Kelter, Amtsgebäude, Abtskapelle, Bandhaus, Torwächterhaus und Hexenturm.

Altes Rathaus

Direkt vor dem Amthof gelegen sind das Alte Rathaus, die ehemalige Amtsschreiberei (Weingut Lutz) und der Renaissance-Fachwerkbau des Gasthauses Sonne. Im Ort existieren zahlreiche weitere Fachwerkhäuser aus dem 16./17. Jahrhundert, darunter die Gebäude Brettener Straße 25, 27 36 und 39, Hegelweg 1, Hintere Gasse 28 und 33 sowie Obere Gasse 15 und 16. Zum historischen Gebäudebestand zählen außerdem das Alte Schulhaus und das als „Schafscheuer“ bekannte ehemalige Stallgebäude mit Infothek und Vinothek.

St. Martin in Flehingen

Im ehemaligen Dorf Unterderdingen befindet sich die evangelische Pfarrkirche St. Peter und Paul mit gotischen Wandmalereien.

Im Ortsteil Flehingen gibt es das Flehinger Wasserschloss, die Evangelische Kirche von 1825 und die katholische Kirche St. Martin sowie die Magdalenakirche des ehemaligen Ortsteils Sickingen.

In Großvillars befindet sich eine evangelische Kirche.

Museen[Bearbeiten]

  • Aschingerhaus (Oberderdingen): Die ständige Ausstellung zeigt die Lebensgeschichte der drei Ehrenbürger Oberderdingens August Aschinger, Karl Fischer und Heinrich Blanc so wie die Entwicklung und Geschichte der Aschinger AG, der Firmen E.G.O. und BLANCO. In der ehemaligen Scheune des Aschingerhauses wird in einer Wechselausstellung ein breites und hochwertiges Spektrum an Kunst präsentiert.
  • Waldenserhäusle (Großvillars): Das Museum zeigt die Herkunft der Waldenser und die Entwicklung des Ortes Großvillars

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Oberderdingen ist seit Jahrhunderten als Weinbauort bekannt. Siehe auch: Württemberg (Weinbaugebiet) und Württemberger Weinstraße.

Verkehr[Bearbeiten]

Über die Bundesstraße 293 (HeilbronnPfinztal), die seit 1984 als Umgehungsstraße südlich an Flehingen vorbeiführt, ist die Gemeinde an das überregionale Straßennetz angebunden.[3]

Anschluss an die Bundesstraße 35 (IllingenGermersheim) besteht für Oberderdingen und Großvillars an den Anschlüssen in Knittlingen.

2001 wurde die Entlastungsstraße der L554 um Flehingen herum eingeweiht, 2006 die Umgehungsstraße westlich um Oberderdingen.[4]

Oberderdingen ist durch die Anbindung des Ortsteils Flehingen an die Kraichgaubahn (KarlsruheHeilbronn) angeschlossen. Auf der Strecke verkehrt die Linie S4 der Stadtbahn Karlsruhe innerhalb des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV).

Die Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart durchquert das Gemeindegebiet mit der Talbrücke Zigeunergraben, dem Wilfenbergtunnel und dem Freudensteintunnel.

Medien[Bearbeiten]

Über das örtliche Geschehen berichten die Brettener Nachrichten, eine Lokalausgabe der Badischen Neueste Nachrichten (BNN). Außerdem gibt es die Gemeindezeitung „s’Blättle, die wöchentlich donnerstags erscheint und eine Auflage von ca. 2600 hat.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Oberderdingen hat eine Realschule (Leopold-Feigenbutz-Realschule), eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule (Strombergschule) sowie je eine Grundschule in den Ortsteilen Flehingen (Samuel-Friedrich-Sauter-Grundschule) und Großvillars (Heinrich-Blanc-Grundschule).

Die Fachschule für Sozialpädagogik des Kommunalverbands für Jugend und Soziales (KVJS) Baden-Württemberg im Schloss Flehingen rundet das schulische Angebot in Oberderdingen ab.

Die Volkshochschule im Landkreis Karlsruhe e. V. hat in Oberderdingen eine Außenstelle.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Leopold Feigenbutz (15. August 1827 – 15. August 1904): Chronist des Kraichgaus, er schrieb das Buch „Der Kraichgau und seine Orte“. Zudem setzte er sich für eine verbesserte Lehrerausbildung und für die Aufwertung des Lehrerstandes ein.
  • August Aschinger (8. April 1862 – 28. Januar 1911): August und Carl Aschinger gründeten in der Reichshauptstadt Berlin ab 1892 sogenannte „Bierquellen“, Stehbierhallen und später auch Restaurants, in denen man schnell, gut und billig essen konnte. Im Jahre 1910 waren es schon 40 Lokale.
  • Karl Fischer (2. März 1893 – 3. Juli 1985): gründete 1925 in seiner Heimatgemeinde Badenweiler-Oberweiler eine Werkstätte für elektrische Geräte. Zusammen mit Heinrich Blanc gründete Karl Fischer am 10. September 1931 die E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH in Oberderdingen.
  • Heinrich Blanc (11. Dezember 1896 – 8. April 1960): gründete 1925 die Metallwarenfabrik Blanc und Co. und fertigte Kupfer-Bettflaschen und Herdwasserschiffen. In den Fünfziger Jahren kam mit der Produktion von Edelstahlspülen der Durchbruch. Noch heute ist das Unternehmen unter dem Namen Blanco in Oberderdingen ansässig.
  • Heinz Treffinger (31. Januar 1923 – 17. Februar 2010): Direktor in der E.G.O. Firmengruppe, Vorsitz in der Geschäftsführung der E.G.O-Verwaltungs-GmbH, Verwaltungsvorsitzender der Firma Blanco. Zusammen mit Karl Fischer organisierte er eines der ersten deutsch-jugoslawischen Joint-Venture-Unternehmen.
  • Eugen Gültlinger (9. September 1920 – 30. April 2012): Lehrer, Konrektor, Rektor der Grund- und Hauptschule Oberderdingen bis 1985, viele Jahre Mitglied des Gemeinderates Oberderdingen und des Ortschaftsrates, Kreisrat, Ortsvorsteher

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Franz von Sickingen (1481–1523), hatte sein Stammschloss in Sickingen. Er kämpfte für die Reformation und die Reichsritterschaft und starb im Kampf um seine Burg Nanstein bei Landstuhl in der Pfalz.
  • Samuel Friedrich Sauter (1766–1846), Schulmeister, Dorfpoet und Urbild des „Biedermeier“. Bekannteste Gedichte: Wachtelschlag und Das arme Dorfschulmeisterlein.
  • Charles Lieb (1852–1928), Politiker; zwischen 1913 und 1917 vertrat er den US-Bundesstaat Indiana im US-Repräsentantenhaus
  • August Aschinger (1862–1911), Gastronom, betrieb um 1900 in Berlin den größten Gastronomiebetrieb Europas
  • Carl H. Eigenmann (1863–1927), Biologe und Fischkundler
  • Rudolf Gerber (1899–1957), Musikwissenschaftler

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Derdinger Ditib
  3. Straßenbaubericht 1984 (PDF; 15,8 MB)
  4. Oberderdingen heute

Literatur[Bearbeiten]

  • Ute Fahrbach-Dreher: Schafe, Wein und Touristen. Die Schafscheuer in Oberderdingen (Heinfelder Platz 3). In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 36. Jg. 2007, Heft 4, S. 242 f. (PDF)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Oberderdingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien