Samuel Holdheim

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Samuel Holdheim um 1838

Samuel Holdheim (* 1806 in Kempen (damals Südpreußen, heute Polen); † 22. August 1860 in Berlin) war ein jüdischer Gelehrter und Rabbiner des Reformjudentums.

Berufsleben und Werke[Bearbeiten]

Samuel Holdheim war von 1836 Oberrabbiner in Frankfurt (Oder), dann ab 1840 Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Landesrabbiner. Er wohnte in Schwerin im Rabbinerhaus Großer Moor 12. 1847 wurde er Prediger bei der 1845 gegründeten Reformgenossenschaft zu Berlin, als deren entschiedenster Vertreter er bis zu seinem Tod wirkte. Er starb am 22. August 1860.

Neben mehreren Bänden Predigten und kleineren Aufsätzen veröffentlichte er:

  • Über die Autonomie der Rabbinen (Schwerin 1843)
  • Ueber die Beschneidung Zunächst in Religiös-Dogmatischer Beziehung (Schwerin and Berlin, 1844)
  • Geschichte der Entstehung und Entwickelung der jüdischen Reformgemeinde in Berlin (Berlin 1857).

Nach seinem Tod erschien noch eine hebräische Schrift über Ehegesetze (Maamar ha-išût, Berlin 1861).

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralph Bisschops: Metaphor as the Internalization of a Ritual - With a Case Study on Samuel Holdheim (1806–1860). in: Ralph Bisschops & James Francis (eds). 1999. "Metaphor, Canon and Community - Jewish, Christian and Islamic Approaches". Bern: Peter Lang, pp. 284 - 307.
  • Dirk Drewelow: Das Landesrabbinat des Reformers Samuel Holdheim im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin (1840–47). Rostock, Univ., Dissertation, 2003.
  • Vanessa Krahl: Das religiöse Reformkonzept von Samuel Holdheim. Magisterarbeit, Freie Univ. Berlin, 2006.
  • Immanuel Heinrich Ritter: Samuel Holdheim: Sein Leben und seine Werke; Ein Beitrag zu d. neuesten Reformbestrebungen im Judenthume. (= Geschichte der jüdischen Reformation; Teil 3). W. J. Peiser, Berlin 1865.
  • Immanuel Heinrich RitterHoldheim, Samuel. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 12, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 734 f.
  • Hans-Joachim Schoeps: Holdheim, Salomon. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 526 f. (Digitalisat).
  • Christian Wiese (Hrsg.): Redefining Judaism in an age of emancipation: comparative perspectives on Samuel Holdheim (1806–1860). (= Studies in European Judaism; 13). Brill, Leiden und Boston 2007, ISBN 90-04-15265-2

Trivia[Bearbeiten]

Mit Beschluss vom 25. Januar 2010 wurde zu Ehren Samuel Holdheims die Schweriner Schlachterstraße im Abschnitt der Hausnummern 1–7 in „Landesrabbiner Holdheim Straße“ umbenannt.[1][2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mecklenburgischen Landesrabbiner Samuel Holdheim würdigen. Landeshauptstadt Schwerin, 23. November 2009, abgerufen am 9. September 2014.
  2. Axel Seitz: Schwerin: Eine Straße für den Rabbi. In: Jüdische Allgemeine. 4. März 2010, abgerufen am 9. September 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Samuel Holdheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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