Schielo

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51.61861111111111.221111111111363Koordinaten: 51° 37′ 7″ N, 11° 13′ 16″ O

Schielo
Wappen von Schielo
Höhe: 363 m
Fläche: 19,77 km²
Einwohner: 552 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. August 2009
Postleitzahl: 06493
Vorwahl: 039484

Schielo ist ein Ortsteil der Stadt Harzgerode im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 21. August 1430 wurde das Dorf erstmals urkundlich erwähnt. Nach seiner Gründung fiel Schielo wüst. Fast die Hälfte aller Einwohner betrieben um 1900 das Korbmacherhandwerk. Mit dem Rückgang des Haselanbaus nahm die Bauernwirtschaft zu. Aus dem Korbmacherdorf wurde ein Bauerndorf.

1905 wurde in der Gemeinde eine Tuberkulosenheilstätte eröffnet, die von 1975–1978 ein Kliniksanatorium für Patienten mit Herz- und Kreislauferkrankungen war. Das Haus wurde jetzt in ein Alten- und Pflegeheim umgebaut.

Am 1. August 2009 schloss sich die Gemeinde Schielo mit den Städten Güntersberge und Harzgerode sowie den Gemeinden Dankerode, Königerode, Siptenfelde und Straßberg zur neuen Stadt Harzgerode zusammen.[1]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. März 2009 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Berg eine grüne Linde, der Berg belegt mit einem geflochtenen silbernen Henkelkorb.“[2]

Die Farben des Ortsteiles sind Weiß - Grün.

Der Ort gehörte zu Anhalt, zum Justizamt Harzgerode. Nach seiner Gründung ist das Dorf, wie viele Orte im Unterharz wüst geworden. Die Bewohner betrieben Ackerbau und Viehzucht. Viel Leid und Zerstörung brachten der Dreißigjährige und der Siebenjährige Krieg. Bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts blühte in der Gemeinde das Korbmacherhandwerk. Fast die Hälfte der Einwohner waren um 1900 Korbmacher. Ein weiterer Erwerbszweig war das Holzhauen. Mit dem Rückgang des Anbaus der Hasel nahm die Bauernwirtschaft zu.

Die zum Ende des Dreißigjährigen Krieges auf dem Hutberg, mitten im Ort, gepflanzte Linde steht noch heute und ist für die Einwohner Wahrzeichen und Denkmal in einem. Im Siegelbild der Gemeinde wird die Linde seit Jahrzehnten geführt und charakterisiert damit ihre Bedeutung für die Einwohner. Der Korb steht für die Bedeutung des Korbmacherhandwerkes in der Geschichte des Ortes.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist weiß - grün (1:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.[2]

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schielo liegt abseits der Hauptverkehrsadern nördlich der Bundesstraße 242, die zwischen Harzgerode und Klostermansfeld verläuft.

Als öffentliches Verkehrsmittel steht der Bus 34 der Harzer Verkehrsbetriebe zur Verfügung, der die Gemeinde mit Harzgerode verbindet, und im Ortszentrum hält.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

  • Karl Blossfeldt (1865–1932), Fotograf, der besonders durch streng-formale Pflanzenfotografien bekannt wurde. Er gilt fotokünstlerisch als Vertreter der Neuen Sachlichkeit.
  • Johann Ernst Sander (1718–1772), anhalt-bernburgischer Amtmann, Pächter des Ritterguts Osmarsleben, Großvater von Friedrich Ludwig Sander, Urgroßvater von Enno Sander.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  2. a b Amtsblatt des Landkreis Nr. 4/2009 Seite 21