Schieringer

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Die Schieringer waren eine Partei im Friesland und Groningen des 14. und 15. Jahrhunderts, deren Bezeichnung auf die Bekleidung der auf ihrer Seite stehenden „Schiere Monniken“ (vgl. Schiermonnikoog), der „Grauen Mönche“ (Zisterzienser), zurückgeführt wird. Die Schieringer standen im Konflikt mit den Vetkopern. Der Streit zwischen Schieringern und Vetkopern wird auf Auseinandersetzungen zwischen Zisterziensern und Prämonstratensern (Norbertinern) zurückgeführt, aber auch auf soziale Gründe (Partei der „demokratischen“ Schieringer gegen Partei der patriarchalisch gesinnten, feudalistischen Vetkoper ("Fettkäufer"), d.h. Händler mit fettem Vieh[1].

Schieringer bitten Herzog Albrecht in Medemblik um Schutz

Der Kampf zwischen Schieringern und Vetkopers begann um 1325 und erfasste zunächst die Klöster Bloomkamp einerseits (auf Seiten der Schieringer) und Ludingakerk (auf Seiten der Vetkoper). Er dauerte zunächst bis 1398, lebte aber von 1413 mit der Besetzung von Emden durch Keno tom Brok und der Zerstörung von Sielen im Rheiderland 1414 durch die Schieringer unter Koppe Jarges zum Schaden von Keno tom Brok (dessen Feldhauptmann Focko Ukena 1415 und 1417 über die Schieringer siegte) bis 1422 (Friede von Groningen) und von 1439 (Galama gegen Harinxma) bis 1496 wieder auf. Die Parteinamen verschwanden erst nach der Unterwerfung durch Kaiser Karl V..

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Umbringers sünd dat nich wäst aus: Ostfriesland-Magazin 9/1993)

Literatur[Bearbeiten]

  • Dettmar Coldewey, Frisia orientalis, Lohse-Eissing-Verlag, Wilhelmshaven, 2. Aufl. 1974, ISBN 3-920602-13-7, S. 170 - 171 (Artikel Vetkoper und Schieringer).