Schildhaupt

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Wappen der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock: Im gespaltenen Schildhaupt vorn ein goldenes Kreuz und hinten ein goldener Adler.

Unter Schildhaupt oder Haupt versteht der Heraldiker das Heroldsbild in der Wappenkunde, welches oberhalb der Teilungslinie im oberen Drittel des Wappens liegt. Es ist als ein an den oberen Schildrand verschobener Balken zu verstehen, mit einer Höhe von etwa 2/7 bis 1/3 der Schildhöhe. Ist das Schildhaupt schmal, heißt es bei der Blasonierung (Wappenbeschreibung), Giebel. Erreicht das Heroldsbild nur die Fadenbreite (etwa 1/6 Schildhöhe), wird es zum Gipfel. Die Ausführung kann, genau wie beim Wappenschild, alle Farben, Formen und Figuren aufnehmen. Er kann bordiert (mit Bord versehen), gestückt, geflammt und auch nach allen Wappenschnitten vom ganzen Schild abgeteilt sein wie eingebogen (Trennlinie zum Schild ist ein Kreisbogen wie im Wappen von Remmels). Heroldsbilder und gemeine Figuren sind im Schildhaupt möglich. Berührt unterhalb des Schildhauptes ein sehr schmaler anders gefärbter Balken das Haupt, so ist es ein unterstütztes Schildhaupt. Liegt der schmale Balken am oberen Schildrand, ist es ein überstiegenes Schildhaupt. Ist das Haupt Richtung Schildfuß gewölbt, ist es behangen .

Bei vielen Wappen ist die Schildhauptfläche gleichgestaltet, um die Zusammengehörigkeit zu einer Gruppe (Region/Familie) darzustellen. Die geadelten Offiziere im Krieg gegen Dänemark 1864 der Preußenarmee hatten im roten Schildhaupt zwei gekreuzte Schwerter[1].

Viele Bezeichnungen der Schildhauptgestaltung werden direkt als zusammengesetztes Wort gebraucht: Wellenschildhaupt, Zinnenschildhaupt, Flammenschildhaupt etc.

Eine besondere Gruppe von Heroldsbildern entstehen, wenn das Schildhaupt und das mit ihm vereinigte andere Heroldsbild, wie Balken, Pfahl, Sparren, Schragen oder Flanke ohne Trennlinie und in gleicher Tinktur im Wappen sind. Blasoniert wird dann: Hauptbalken, Hauptpfahl, Hauptsparren, Hauptschragen oder Hauptflanke. Letztere unter Seitenangabe links oder rechts.

Die französische Heraldik bezeichnet das Schildhaupt mit chef. Mit chef de France werden die mit goldenen Lilien in Blau gezierten Schildhaupte der Wappen des französischen Königshauses der Bourbonen, genau wie die einiger Städte, benannt. Wird das Schildhaupt in der Höhe verringert, so bezeichnet man es mit comble (besetzt, überfüllt). Als couvert (bedeckt, bedacht) wird es beschrieben, wenn an der oberen Schildkante ein so gebogener halbkreisförmiger Schnitt geht, dass die obere rechte und linke Ecke geschnitten wird.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schildhaupt in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik, Leipzig (VEB Bibliographisches Institut) 1984