Schildknappe

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Schildknappe (auch Knappe oder Knecht), im Mittelalter ritterbürtige junge Leute (Edelknaben), die bei einem Ritter das Waffenhandwerk erlernten; da sie ihrem Herrn häufig den Schild (frz. écu) nachtrugen, wurden sie auch Schildträger (écuyers) genannt.

Sie begannen ihre Lehrzeit meist schon mit dem 7. Lebensjahr als Page. Mit 14 Jahren wurden sie unter feierlichem Zeremoniell und Überreichung eines geweihten Kurzschwerts durch Priesterhand vor dem Altar zu Knappen ernannt. Der Knappe musste nun seinem Herrn beim Anlegen der Rüstung behilflich sein, die Waffen instand halten und die Pferdepflege überwachen. Auf Kriegszügen und zu Turnieren hatte er ihn zu begleiten, ihm die Waffen zu reichen und in jeder Beziehung für ihn zu sorgen. Ausgerüstet mit eigenem Schild, Eisenhut, Kurzschwert, Streitkolben oder Streitaxt, durfte er mitunter selbst am Turnier (insbesondere am Massenkampf, der Buhurt) teilnehmen. Nur mit Langschwert und Lanze, die den Rittern vorbehaltenen Waffen, durfte er nicht kämpfen. In Turnier und Schlacht hatte der Knappe immer seinen Herrn zu unterstützen.

Hatte er das 21. Lebensjahr erreicht und sich durch Mut und Treue ausgezeichnet, so empfing er die Schwertleite bzw. den Ritterschlag.

Knappen, die aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht für den Ritterschlag infrage kamen, versuchten häufig als Edelknechte ein rittermäßiges Leben zu führen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Rudolf Kilian Weigand: Halbritter und Schildknechte. Zur Kategorisierung und Illustrierung sozialer Randgruppen im ›Renner‹ Hugos von Trimberg. In: Die Präsenz des Mittelalters in seinen Handschriften. Ergebnisse der Berliner Tagung in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, 06. - 08. April 2000, hg. von H.-J. Schiewer und K. Stackmann, Tübingen 2002, S. 83-105.
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