Schloss Sonnenberg

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Schloss Sonnenberg

Das Schloss Sonnenberg liegt im Lauchetal in der Gemeinde Stettfurt, im Bezirk Frauenfeld des Kantons Thurgau in der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anlage wird erstmals 1242 als Sunnunbergh erwähnt. Sie war Sitz der reichenauischen Familie von Sonnenberg. 1360 kam die niedere Gerichtsherrschaft durch Heirat an Hermann IV. von Landenberg-Greifensee. Der ursprüngliche Bau wurde 1407 in den Appenzeller Kriegen und 1444 im Alten Zürichkrieg durch die Schwyzer zerstört, aber jeweils von den Landenbergern wieder aufgebaut. 1460 bedrohte Bernhard Gradner die Anlage und drohte den Fischteich abzulassen. Danach gelangte alles an die Witwe des Beringer X. von Landenberg, (eines Sohns des Hugo von Landenberg), Barbara von Knöringen.

1528 verzichtete das Kloster Reichenau auf die Lehensherrlichkeit. Um 1542 erwarben Ulrich von Breitenlandenberg von Altenklingen und sein Sohn Hans Michael die Burg und Herrschaft. Sie verpfändeten beides an Frau Anna Ziegler aus Schaffhausen. 1585 sass Albrecht von Breitenlandenberg auf Sonnenberg.

1561 erwarb Hans Gutenson aus St. Gallen die Burg und Herrschaft. Er hinterliess sie seinen Söhnen, David und Thomas, letzterer verkaufte 1580 an Jost Zollikofer von St. Gallen, der sie nach dem Brand von 1596 im Stil von Schloss Altenklingen prachtvoll als Schloss neu errichten ließ. Durch die Baukosten sah sich sein Sohn Kaspar Zollikofer zu Sonnenberg 1618 gezwungen, an den Oberst Konrad von Beroldingen aus Uri zu verkaufen. 1678 wollte es der Sohn Sebastian Ludwig von Beroldingen, Obervogt auf Schloss Bischofszell, an die Stadt St. Gallen veräussern doch die katholischen Orte versagten die Verkaufsbestätigung und sein Bruder, Oberst Karl Konrad von Beroldingen, machte sein Zugrecht geltend. Er verkaufte es noch im gleichen Jahr an das Klosters Einsiedeln die es als Gerichtsherrschaft bis 1798 und danach als Gutsbetrieb verwendete.

2007 kaufte der österreichische Finanzier Christian Baha das Schloss und den dazugehörigen Gutsbetrieb mit 150 Hektaren Acker, Wiesen, Wald und Reben. Zurzeit wird das Schloss restauriert und umgebaut. 2009 wurden bei Arbeiten Siedlungsspuren aus dem vierten Jahrhundert v. Chr. gefunden.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heini Giezendanner: Burgen und Schlösser im Thurgau. Huber, 1997
  • Fritz Hauswirth: Burgen und Schlösser im Thurgau. Gaisberg Verlag, Kreuzlingen 1960
  • Die Burgen und Schlösser der Schweiz, Kanton Thurgau I und II. Birkhäuser und Cie, Basel 1931–1932

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Sonnenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Trösch: Sonnenberg im Historischen Lexikon der Schweiz

47.5281972222228.9618694444444Koordinaten: 47° 31′ 42″ N, 8° 57′ 43″ O; CH1903: 714705 / 265275