Schnelles Schlachtschiff

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Die USS Iowa 1989 in Kiel

Ein Schnelles Schlachtschiff ist ein Kriegsschiffstyp, der die Vorzüge von Schlachtkreuzer und Schlachtschiff in sich vereint.

Beide Typen von Großkampfschiffen waren ursprünglich getrennt voneinander entstanden, das Schlachtschiff als schwerbewaffneter und gepanzerter Artillerieträger und Hauptkampfmittel, der Schlachtkreuzer als schwerbewaffneter Aufklärer und Kreuzerzerstörer. Das Schlachtschiff trug eine maximale Bewaffnung und Panzerung, war aber mit bis zu 21 kn eher langsam. Der Schlachtkreuzer war zwar mit bis zu 30 kn schnell, aber schwächer bewaffnet und geschützt als das Schlachtschiff. Als Vorstufe des Schnellen Schlachtschiffes können die deutschen Schlachtkreuzer des Ersten Weltkrieges gelten, die zwar schwächer als zeitgenössische Schlachtschiffe bewaffnet waren, aber eine hohe Geschwindigkeit von bis zu 26 kn mit hervorragendem Panzerschutz vereinten.

Kurz vor dem Ersten Weltkrieg konstruierten die Briten die Schlachtschiffe der Queen-Elizabeth-Klasse, die nicht nur größer und schwerer bewaffnet waren als ihre Vorgänger, sondern mit bis zu 24 kn auch deutlich schneller. Sie können als ein Vorläufer des Schnellen Schlachtschiffes gelten und wurden entsprechend von den Briten während des Ersten Weltkrieges auch im Verband der Aufklärungsstreitkräfte zusammen mit den Schlachtkreuzern eingesetzt. Sie unterstützten die schwächer geschützten und bewaffneten Schlachtkreuzer mit ihrer großen Feuerkraft und waren nicht viel langsamer. Die im Bau befindlichen, aber vor Kriegsende nicht mehr fertiggestellten deutschen Schlachtkreuzer der Mackensen- und Ersatz-Yorck-Klassen stellten dagegen Weiterentwicklungen des deutschen Schlachtkreuzerkonzepts dar – sie waren mit bis zu 28 Knoten nicht ganz so schnell wie zeitgenössische britische Gegenstücke, dafür aber erheblich besser geschützt. Zusammen mit der britischen HMS Hood repräsentierten sie den Übergang zum modernen Schnellen Schlachtschiff, sie vereinten bereits die hohe Geschwindigkeit von Schlachtkreuzern mit den Eigenschaften der Schlachtschiffe.

Nach dem Krieg setzte überall auf der Welt ein Wettrüsten zur See ein, Entwürfe für riesige Schiffe entstanden, die sowohl schnell als auch schwer bewaffnet und gepanzert sein sollten – die ersten Schnellen Schlachtschiffe. Die meisten von ihnen wurden wegen des Washingtoner Flottenvertrages von 1922 niemals vollendet, wiesen aber den Weg in die Zukunft. Auch die deutschen Panzerschiffe der Deutschland-Klasse gingen in diese Richtung, mit ihrer hohen Geschwindigkeit sollten sie allen gegnerischen Schiffen, die ihnen hätten gefährlich werden können, davonfahren können. Allerdings waren sie für eine Klassifizierung als Großkampfschiffe wegen der durch den Versailler Vertrag bedingten Obergrenze von 10.000 ts etwas klein geraten.

Nach Auslaufen des Washingtoner Flottenvertrages wurden kurz vor dem Zweiten Weltkrieg von allen Großmächten neue Großkampfschiffe auf Stapel gelegt, die sämtlich den Anforderungen des Schnellen Schlachtschiffes entsprachen. Sie bildeten die letzte Stufe der Entwicklung, bevor sie von den Flugzeugträgern ersetzt wurden. Bekannte Namen wie Bismarck oder USS Iowa kennzeichnen Vertreter dieser letzten Periode dieser Epoche, sie alle waren Schnelle Schlachtschiffe – mit maximaler Artilleriebewaffnung, stärkster Panzerung und höchstmöglicher Geschwindigkeit.