Schrägspuraufzeichnung

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Als Schrägspuraufzeichnung, Schrägspurverfahren oder Helical Scan wird ein von Eduard Schüller erfundenes Verfahren zur Aufzeichnung von Signalen bei einem Videorekorder oder Bandlaufwerk bezeichnet. Im Gegensatz zur linearen Aufzeichnung wird die Spur schräg zum Band aufgezeichnet.

Aufbau[Bearbeiten]

Prinzip der Schrägspuraufzeichnung
Kopftrommel eines Videorekorders mit eingelegtem Band. Die Kopftrommel ist schräg zum Band montiert.
Schrägspuraufzeichnung im Bereich der Datensicherung

Ein Band läuft an einer Kopftrommel vorbei, diese ist schräg zum Band angeordnet und dreht sich in dieselbe Richtung wie das Band. Dadurch kann das Band besser ausgenutzt werden. Durch die höhere Relativgeschwindigkeit zwischen den Magnetköpfen und dem Band können höhere Frequenzen aufgezeichnet werden. Allerdings erhöht sich dabei auch die mechanische Beanspruchung des Bandes.

Beispiel VHS
  • vk: Umfangsgeschwindigkeit der Videoköpfe
  • va: Abtastgeschwindigkeit des Bandes
  • dk: Durchmesser der Kopftrommel. Bei VHS beträgt dieser 62 mm.
  • nk: Die Drehzahl des Videokopfrades beträgt bei 25 Vollbildern pro Sekunde (PAL-Norm) 1500 Umdrehungen pro Minute.
  • vB: Bei VHS beträgt die Bandgeschwindigkeit 0,0234 m/s
v_k = \pi \cdot d_k \cdot n_k = 4{,}87\mathrm{\ m/s}\,
v_a \approx v_k - v_B \approx 4{,}85\mathrm{\ m/s}\,

Bei VHS beträgt damit die Relativgeschwindigkeit etwa 4,85 m/s. Würde man statt des Schrägspurverfahrens das Längsspuraufzeichnung (Abtastgeschwindigkeit = Bandgeschwindigkeit) einsetzen, würde man pro Sekunde 4,85 m Band verbrauchen, wenn man hohe Frequenzen, bei VHS bis zu 3 MHz, aufzeichnet. Beim Schrägspurverfahren beträgt dieser bei VHS nur 0,0234 m/s.

Das Verfahren ermöglichte Videorekorder mit kompakten Magnetbandkassetten. Auch die sogenannte HiFi-Tonspur, die bei verschiedenen Videosystemen zur Verbesserung der Qualität des konventionell längs aufgezeichneten Tonsignals nachträglich eingeführt wurde, wird zusammen mit der Bildinformation nach einer Frequenzmodulation schräg aufgezeichnet.

Nach dem gleichen Prinzip können digitale Daten in hoher Dichte aufgezeichnet werden. Während klassische Streamer die Daten auf parallelen Längsspuren aufzeichnen, greifen Geräte mit Schrägspuraufzeichnung teils auf Formate aus dem Consumerbereich zurück (DDS: DAT, Exabyte: Video-8).

Quellen[Bearbeiten]

  • Tabellenbuch der Radio- und Fernsehtechnik/Funkelektronik - Frankfurter Fachverlag
  • Elektrotechnik Fachbildung Kommunikationstelektronik 2 Radio-/Fernseh-/Funktechnik - Westermann

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Magnetbandköpfe für Schragspuraufzeichnung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien