Semmel-Stoppelpilz

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Semmel-Stoppelpilz
2012-08-29 Hydnum repandum L 256175 crop.jpg

Semmel-Stoppelpilz (Hydnum repandum)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Pfifferlingsartige (Cantharellales)
Familie: Stoppelpilzverwandte (Hydnaceae)
Gattung: Stoppelpilze (Hydnum)
Art: Semmel-Stoppelpilz
Wissenschaftlicher Name
Hydnum repandum
L. : Fr.

Der Semmel-Stoppelpilz oder Semmelgelbe Stacheling[1] (Hydnum repandum) ist eine weit verbreitete und häufige Pilzart aus der Familie der Stoppelpilzverwandten. Die beiden deutschen Namen beziehen sich auf die gelbliche, an Semmeln erinnernde Hutfarbe und die Stacheln an der Hutunterseite. Die Art ist ein Mykorrhizapilz und wächst gerne unter Buchen und Fichten. Der Semmel-Stoppelpilz gehört zu den Speisepilzen. Im Handel und in der Gastronomie wird er auch unter dem Namen Schafsfußpilz[2], abgeleitet vom französischen Pilznamen „Pied-de-mouton“, angeboten.

Merkmale[Bearbeiten]

Ältere Exemplare des Semmel-Stoppelpilzes (Hydnum repandum) mit langen Stacheln schmecken bitter.

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Der Hut ist 5–10 cm breit und cremeweißlich, blass gelblich bis semmelfarben. Seine Oberfläche ist trocken und matt. An der Unterseite befinden sich Stacheln. Diese laufen leicht am Stiel herab oder sind an ihm ausgebuchtet. Der Stiel ist weiß und sitzt oft seitlich. Das Fleisch ist weißlich und brüchig-mürbe. Der Pilz riecht angenehm. Er schmeckt anfangs mild, später erinnert er an getrocknete Haferflocken und wird bei längerem Kauen scharf. Alte Exemplare sind bitterlich. Das Sporenpulver ist weiß.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die Sporen messen 6,5–9 × 5,5–8,5 Mikrometer und sind glatt, rundlich und besitzen einen großen Öltropfen. Die Basidien sind in der Regel 3–4-sporig.[3]

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten]

Der Semmelstoppelpilz ist ein Mykorrhizapilz, der sowohl mit Laub- als auch Nadelbäumen vergesellschaftet sein kann. Er bewohnt reichere Buchen-, Buchen-Tannen- und Tannenwälder auf frischen, locker-humosen bis lehmigen Böden, die basenreich bis basenarm und schwach bis mäßig nährstoffhaltig sind. Seltener wird er in Fichten-, Fichten-Tannen-, Hainbuchen-Eichen- und Edellaubholzwäldern gefunden. In Mitteleuropa sind die Hauptbaumpartner die Rot-Buche und die Gemeine Fichte, daneben Weiß-Tanne, Eichen, Wald-Kiefer und weitere Baumarten.

Die Fruchtkörper erscheinen in Mitteleuropa von Mitte Juli bis Anfang November.

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Semmelstoppelpilz ist in Australien, Neuseeland, Südasien, Nordamerika, großen Teilen Nordasiens, in Nordafrika und auf den Kanarischen Inseln zu finden. In Europa umfasst sein Verbreitungsgebiet alle Länder vom Mittelmeer bis in die subarktischen Regionen. In Deutschland kommt er in allen Bundesländern vor, ist jedoch im Berg- und Hügelland häufiger als im Flachland.

Bedeutung[Bearbeiten]

Speisewert[Bearbeiten]

Der Semmel-Stoppelpilz ist essbar[3], sein Wert als Speisepilz ist jedoch umstritten. Während ihn Ryman & Holmåsen als hervorragenden Speisepilz ausweisen[4], wird er von Pilát als ziemlich zäh und daher schwer verdaulich beschrieben.[5] Cetto wertet ihn als mittelmäßigen Speisepilz, der lange gekocht werden müsse.[6] Michael, Hennig & Kreisel differenzieren hingegen, dass junge Exemplare wohlschmecken und lange frisch bleiben, während alte Pilze bitter schmecken und nicht mehr verwendbar sind.[7]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Giuseppe Pace: Kleiner Pilzatlas. Hörnemann, Bonn-Röttgen 1978. S. 298. ISBN 3-87384-441-9.
  2. Schafsfußpilz – pied de mouton. In: Kulinarisches Wörterbuch Deutsch - Französisch. Abgerufen am 16. November 2011.
  3. a b Ewald Gerhardt: Pilze. BLV, München 2006. S. 397. ISBN 978-3-8354-0053-5.
  4. Svengunnar Ryman, Ingmar Holmåsen: Pilze. Haymarket Media 1992. S. 107. ISBN 978-3-87815-043-5.
  5. Albert Pilát: Pilz-Taschenatlas. 8. Auflage. Werner Dausien, Hanau 1974. S. 32. ISBN 3-7684-2480-4.
  6. Bruno Cetto: Der große Pilzführer, Bd. 1. BLV, München 1978. S. 573. ISBN 978-3-405-11909-6.
  7. Edmund Michael, Bruno Hennig, Hanns Kreisel: Handbuch für Pilzfreunde, Bd. 1: Die wichtigsten und häufigsten Pilze. 5. überarbeitete Auflage. VEB Gustav Fischer Verlag, Jena. 1983.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hydnum repandum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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