Sextener Rotwand

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Sextener Rotwand (Zehner)
Sextener Rotwand (Blick von den Rotwandwiesen)

Sextener Rotwand (Blick von den Rotwandwiesen)

Höhe 2965 m s.l.m.
Lage Südtirol, Italien
Gebirge Sextener Dolomiten
Koordinaten 46° 38′ 37″ N, 12° 22′ 52″ O46.64361111111112.3811111111112965Koordinaten: 46° 38′ 37″ N, 12° 22′ 52″ O
Sextener Rotwand (Alpen)
Sextener Rotwand
Erstbesteigung 20. Juli 1878 durch Michel Innerkofler mit Roland von Eötvös
Normalweg Klettersteig auf den Nordgipfel (2935 m s.l.m.)
Österreichische Stellung in der Rotwand

Die Sextener Rotwand (ital. Croda Rossa di Sesto) ist ein Berg mit einer Höhe von 2965 m s.l.m. als östlicher Eckpfeiler der Sextener Dolomiten südlich von Sexten. Sie wird auch Zehner genannt, nach ihrer Position im Kranz der Gipfel der Sextener Sonnenuhr.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstbesteigung[Bearbeiten]

Die Erstbesteigung erfolgte am 20. Juli 1878 durch (den Bergführer) Michel Innerkofler[1] und Roland von Eötvös (Loránd Eötvös).[2][3]

Gebirgskrieg 1915–1918[Bearbeiten]

Im Gebirgskrieg 1915–1918 war das Gebiet der Rotwand heftig und verlustreich umkämpft; im Gipfelbereich finden sich auch noch heute Reste von Kriegskavernen und -schrott. Ihre Bedeutung gewann die Rotwand für die Österreicher besonders als Flankensicherung gegen einen Einbruch der Italiener über den Kreuzbergpass. Bereits im Juli 1915 errichteten Soldaten des Bayerischen Leibregiments auf der Rotwandscharte eine Artilleriestellung. Den Gipfel hielten die Standschützen der Akademischen Legion bis zuletzt, auch nachdem die Italiener die Andertalpenscharte bzw. Sentinella-Scharte am 16. April 1916 erobert hatten. Im österreichischen Abwehrkampf hatten sich besonders die Gebrüder Christl (gef. 9. Juli 1917) und Vinzenz Vinatzer (gef. 1. September 1917) hervorgetan. Am 19. Oktober 1917 kam es zu Aktionen der Österreicher als Ablenkung von den Vorbereitungen der 12. Isonzo-Schlacht.

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Das Bergmassiv liegt in exponierter Lage zwischen Fischleintal und Sextener Tal. Wesentliche, vom Tal aus sichtbare Gipfel sind der Wurzbach (2675 m) und der Prater (2745 m). Das Gipfelkreuz der Sextener Rotwand liegt in einer Höhe von 2936 m. Der Hauptgipfel und höchster Punkt ist der Vinatzerturm (2965 m). Vorgelagerte Felsformationen sind die Rotwandköpfe (bis 2345 m) und der Burgstall (2168 m).

Routen zum Gipfel[Bearbeiten]

Eine Route startet von den Rotwandwiesen, die von Sexten/Moos leicht mittels Gondellift erreicht werden können. Zunächst nutzt man den Gamssteig bis zum nördlichen und niedrigsten Ausläufer der Rotwandköpfe. Hier startet der als Klettersteig eingestufte Aufstieg über den Grat der Rotwandköpfe. Entsprechende Kletterausrüstung wird dringend empfohlen. Über eine steile Felsstufe erreicht man das Kar des Wurzbachgipfels (2675 m), der über Geröll, weitere kleine Felsstufen und auch im Sommer noch vorhandene Schneefelder ostseitig zu bis einem Sattel, von dem ein Abstieg zur Anderteralm oder Übergang zur Elferscharte möglich ist, umgangen wird. Von hier aus besteht auch die Gelegenheit zum Aufstieg zum Wurzbachgipfel. Zur Sextener Rotwand wendet man sich ostwärts bis zur Anderter Scharte (2698 m) zwischen Prater (2745 m) und der Sextener Rotwand. Der Aufstieg zum Gipfelkreuz erfolgt dann steil über sehr lockeres Geröll. Der Abstieg kann auf demselben Weg erfolgen, wobei alternativ ein Abstieg über die Anderteralm oder eine Steilrinne unterhalb des Wurzbachgipfels in Richtung Burgstall möglich sind. Für den Aufstieg müssen 4 h, für den Abstieg 2,5 h eingeplant werden. Eine zweite südliche Route kann von der Bertihütte ausgehen. Der Aufstieg geht zunächst durch das Popera-Tal in Richtung Sentinellascharte, wobei der Weg zum Gipfel kurz vorher als sehr steiler Klettersteig in Richtung Norden über die Zandonellascharte abzweigt. Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg.

Literatur[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. dessen Vorname auch als Michl oder Michael geschrieben wird
  2. Erstersteiger in den Dolomiten
  3. Gelegentlich liest man Rolanda statt Roland. Sofern dies kein Schreibfehler ist, handelt es sich um eine Verwechslung mit seiner Tochter Rolanda von Eötvös, die (später) ebenfalls eine bekannte Bergsteigerin in den Dolomiten war. (Vgl. Informationen zu Loránd Eötvös)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sextener Rotwand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien