Sexten
| Sexten | |||
|---|---|---|---|
| (ital.: Sesto) | |||
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| Staat: | Italien | ||
| Region: | Trentino-Südtirol | ||
| Provinz: | Bozen (Südtirol) | ||
| Bezirksgemeinschaft: | Pustertal | ||
| Einwohner: (VZ 2011/31.12.2011) |
1.937/1.941 | ||
| Sprachgruppen: (laut Volkszählung 2011) |
95,37 % deutsch 4,36 % italienisch 0,27 % ladinisch |
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| Koordinaten | 46° 40′ N, 12° 23′ O46.67277777777812.3763888888891310Koordinaten: 46° 40′ N, 12° 23′ O | ||
| Meereshöhe: | 1.244–3145 m s.l.m. (Zentrum: 1310 m s.l.m.) | ||
| Fläche: | 80,9 km² | ||
| Dauersiedlungsraum: | 5,3 km² | ||
| Fraktionen: | Sexten/St.Veit, Moos, Schmieden, Außerbaurschaft, Außerberg, Mitterberg, Kiniger | ||
| Nachbargemeinden: | Auronzo di Cadore, Comelico Superiore, Innichen, Kartitsch, Sillian, Toblach | ||
| Postleitzahl: | 39030 | ||
| Vorwahl: | 0474 | ||
| ISTAT-Nummer: | 021092 | ||
| Steuernummer: | 00436290217 | ||
| Politik | |||
| Bürgermeister (2010): | Fritz Egarter (SVP) | ||
Sexten (italienisch Sesto) ist eine Gemeinde mit 1941 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011) im östlichsten Teil von Südtirol in Nordostitalien. Sie besteht aus dem Hauptort Sexten, nach dem Kirchenpatron auch St. Veit genannt, und dem etwa zwei Kilometer entfernten Ortsteil Moos am Eingang des malerischen Fischleintals (italienisch Val Fiscalina). Die Ortschaft liegt auf rund 1300 Meter Höhe im Sextental, dem zum Kreuzbergpass führenden Seitental des Pustertals, nahe bei Innichen und dem Toblacher Feld, wo die Drau entspringt. Seit den fünfziger Jahren entsteht zwischen Sexten und Moos die Siedlung Waldheim.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die Gemeinde grenzt im Norden unmittelbar an Osttirol in Österreich, den Grenzverlauf bilden die Karnischen Alpen mit dem markanten Helm (2434 m). Im Süden liegen die Sextener Dolomiten und der Naturpark Drei Zinnen, in den man durch das Fischleintal oder das etwas weiter westliche gelegene Innerfeldtal gelangt. Über den Kreuzbergpass gelangt man nach Venetien. Höchster Punkt auf dem Gemeindegebiet ist mit 3145 m die Dreischusterspitze.
Namensgebung [Bearbeiten]
Kaiser Otto I. übergab im Jahre 965 die Sextner Talschaft dem Kloster Innichen unter den damaligen Namen Sexta. Im Mittelalter wurde der damalige Namen in Valle Sexta umbenannt. Es ist umstritten, woher der heutige Name Sexten stammt, es existieren einige Thesen.
Geschichte [Bearbeiten]
Hutmacher [Bearbeiten]
Mehrere Leute waren im 17. Jahrhundert in Sexten als Hutmacher tätig. Sie schlossen sich auch zur „Ehrsamen Bruderschaft der Hueter“ zusammen. Rund 70 Sextner verdienten damals ihr Geld als Hutmacher. Damals wurden sogar wasserbetriebene Maschinen eingesetzt. Das Hutmachergewerbe ist mittlerweile ausgestorben.
Steinmetzen [Bearbeiten]
In Matrikenbücher des 17. Jahrhunderts findet sich als Berufsbezeichnung des Vaters Steinmetz eingetragen. Es wurde das ganze Jahr an den Mühlsteinen gearbeitet. Als Schutzpatron wurde die hl. Katharina und Florian verehrt. Die Steinmetze schlossen sich sogar zu einer Gesellschaft zusammen, die aber nach kurzer Zeit aufgelöst wurde. Die Mühlsteine fanden guten Absatz in Salzburg, Kärnten und Venetien. Im Jahre 1908 sind in Sexten vier Steinmetze aufgeführt. Das Erz fand ich in den Langpigl zwischen Sexten und Innichen. Etwa 300 Mühlsteine sollten laut einer Statistik des Jahres 1868 außer Sexten verkauft werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg starb das Handwerk langsam aus.
Erster Weltkrieg [Bearbeiten]
Im Ersten Weltkrieg war Sextner ein Schauplatz von Kämpfen. Zweieinhalb Jahre lang tobte der Krieg zwischen italienischen und österreichischen Truppen. Noch heute zeugen Löcher, Bunker, Schützengräben und Stellungen in den Felsen vom Krieg. Der Ort befand sich direkt an der Front und erlebte 1915 eine gewaltsame Evakuierung. Am 12. August 1915 wurde St. Veit (Pfarrkirche und 23 Gebäude) durch Brandgranaten zerstört. Im Juni 1917 durften die Bürger wieder zurückkehren. Die Pfarrkirche war schwer beschädigt und nicht zu gebrauchen, daher wurden zwei Notkirchen erbaut, die Waldkapelle und die Spritzenhütte. Am Samstagnachmittag unterrichtete der Sextner Pfarrer die wenigen Schüler beim Honsa Lois in der Stube, am Sonntagvormittag wurde in der Waldkapelle ein feierlicher Gottesdienst gehalten und nachmittags eine Andacht.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die Kirche St. Peter und Paul in St. Veit (Hauptort) enthält Deckengemälde des Bozner Künstlers Albert Stolz. Am Friedhofseingang ist in einem Rundbau der Totentanz von Rudolf Stolz zu sehen.[1] Noch heute existiert die Historische Festung Mitterberg aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Im Friedhof befinden sich Arkadenbilder von Albert Stolz, Rudolf Stolz, Margarethe Stolz-Hoke und Johann Baptist Oberkofler. Die Filialkirche zum hl. Josef in der Fraktion Moos wird schon 1945 im Stiftsbrief des Josef Egarter von Rosenau aufgeführt.
Rudolf Stolz ist auch das im Ortszentrum befindliche Rudolf-Stolz-Museum gewidmet. Es zeigt in zwei Schauräumen vorwiegend Planskizzen und Entwürfe zu den zahlreichen Fresken sowie Studien, Aquarelle und graphische Arbeiten.[2]
Um 1820 wurde von Valentin Wassermann das Valentinskirchlein am Eingang des Fischleintals erbaut. Das Lordisstöckl am Wege zur Waldkapelle wurde um 1890 von Klara Rogger erbaut und wird von den Sextnern gerne bei besonderen Anliegen aufgesucht. Am Außerberg finden sich Schalensteine, die von Pfarrer Küer entdeckt wurden. Sie zählen zu den ältesten Siedlungsspuren in Sexten.
Wappen [Bearbeiten]
Seit 1972 führt die Gemeinde (verliehen per Landesdekret) ein Wappen, das nach historischem Vorbild auf blauem Schild die Drei Zinnen in weißer Farbe und auf dem Gipfel des mittleren eine schwarze Gämse zeigt.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Sepp Forcher (* 1930), österreichischer Fernsehmoderator
- Christian Gatterer (1839–1899), bekannt als Hilarius von Sexten; Kapuzinermönch und Moraltheologe
- Prof. Claus Gatterer (1924–1984), Journalist und Autor
- Patrick Holzer (* 1970), Skirennläufer
- Veit Königer (1729–1792), Bildhauer
- Peter Ortner (* 1934), Ornithologe, Heimatkundler, und Autor
Bekannte Bergführer und Bergsteiger:
- Franz Innerkofler (1834–1898)
- Johann Jakob (Hans) Innerkofler (1833–1895)
- Michel Innerkofler (1844–1888)
- Sepp Innerkofler (1865–1915)
Tourismus [Bearbeiten]
Der Ort ist als Sommer- und Wintersportort bekannt. Des Weiteren durch die „Sextener Sonnenuhr“, gebildet aus fünf Dolomiten-Gipfeln: Neuner, Zehner (Sextener Rotwand), Elfer, Zwölfer und Einser. Der Zwölfer (3094 m) liegt nahe beim Kletter-Paradies der Drei Zinnen. Der Ort ist auch aufgrund der Tiroler Krippen, Wanderwege, Berge, Felsformationen und der Tier- und Pflanzenwelt bekannt.
In Sexten befindet sich auch eine 16,5 m hohe Indoor-Kletterhalle, genannt Dolomitarena.
1983 war Sexten Austragungsort des Interski, des wichtigsten Kongresses für das Skilehrerwesen.
Schwesterstädte [Bearbeiten]
Schulen [Bearbeiten]
- Grundschule Sexten
- Kindergarten Sexten
- Kindergarten Moos (Sexten)
Architekturpreis [Bearbeiten]
Durch die Vereinigung Sexten Kultur wird der anerkannte Architekturpreis für Neues Bauen in den Alpen verliehen. Nach den Jahren 1992, 1996 und 1999 wurde der Preis im September 2006 erneut vergeben (Preisträger 2006: Gion A. Caminada und Rainer Köberl & Astrid Tschapeller).
Literatur [Bearbeiten]
- Rudolf Holzer: Sexten. Vom Bergbauerndorf zur Tourismusgemeinde. Tappeiner Verlag. 2000.
Weblinks [Bearbeiten]
- Commons Bilder zur Sextener Sonnenuhr
- Homepage der Gemeinde Sexten
- Offizielle Homepage des Tourismusvereins von Sexten
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Baedeker: Reiseführer Südtirol, Seite 267
- ↑ http://www.provincia.bz.it/Museenfuehrer/deutsch/ausgabeseite.asp?ORGA_ID=681
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