Shō (Instrument)

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Dieser Artikel beschreibt das japanische Blasinstrument Shō. Zum gleichnamigen Schlaginstrument bzw. Gong siehe Shōko.
Shō-Spieler

Die Shō (jap. ) ist ein Durchschlagzungeninstrument in Form einer hölzernen Mundorgel, deren Pfeifen mit einem kleinen, hölzernen Reservoir verbunden sind, in das Luft geblasen wird. Es wird in der traditionellen japanischen Musik (wie der Gagaku) verwendet.

Ihr Vorläufer ist die chinesische Sheng, welches das älteste mehrstimmige Blasinstrument der Welt ist. Chinesische Legenden besagen, dass Form und Klang des Instruments dem Phönix und seinem Schrei nachempfunden wurden.

Die Shō besteht aus einem tassenförmigen hölzernen Unterteil, in welchen 17 gelochte Pfeifen, zwei davon stumm, aus Bambus eingesetzt sind. Der Ton wird erzeugt, indem man durch eine Öffnung in den unteren Korpus bläst. Dadurch wird in der Flöte, deren Loch zugehalten wird, ein eingeschnittenes, beschichtetes Metallblatt, das in ähnlicher Art in der westlichen Mundharmonika den Klang erzeugt, zum Schwingen gebracht (durchschlagende Zunge). Die Stimmung der einzelnen Pfeifen wird durch einen kleinen Wachstropfen auf dem Blatt und variablen Schlitzen auf deren Rückseite festgelegt. Die Pfeifen sind annähernd symmetrisch und damit nicht in chromatischer Reihenfolge angeordnet, um die Balance des Instruments nicht zu stören. Das größte Problem beim Spielen der Shō ist es, die Ansammlung von Feuchtigkeit auf dem Blatt zu vermeiden, da es sonst nicht klingt. In Spielpausen wird es daher über einem kleinen Kohlenfeuer, das in weißen Tonschalen (hibachi) vor den Musikern steht, erhitzt, dafür gibt es heute auch Elektroöfen.

In manchen Vokalmusikformen und in komagaku spielt die Shō die Melodie; ihre Hauptfunktion ist jedoch harmonischer Natur. Die Akkorde oder Toncluster der Shō, japanisch aitake, deren tiefster Ton dem Melodieton entspricht, beginnen leise, werden lauter und erreichen einen Höhepunkt, kurz bevor sich in der Mitte des Taktes der Wechsel zum nächsten Akkord vollzieht. Da sowohl ein- als auch ausgeatmete Luft das Blatt schwingen lassen, ist der Klang kontinuierlich. Anders als in der westlichen Musik dienen die Akkorde nicht dazu, die Klangfarbe der Melodie zu bestimmen und eine Spannung aufzubauen, die aufgelöst werden muss. Nach William P. Malm werden im Gagaku zumindest die Akkorde der Shō dazu benutzt, die Melodie „einzufrieren“ und sie vom Zuhörer zu distanzieren.

In der modernen westlichen Musik kommt die Shō in der Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Helmut Lachenmann und bei dem Musiker Stephan Micus zum Einsatz.

Shō

Siehe auch[Bearbeiten]

Khaen, Hulusi, Bawu, Pi Anggong, Pi Yen, Pi (Musikinstrument)

Weblinks[Bearbeiten]