Shere Hite

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Shere Hite (* 2. November 1942 in St. Joseph, Missouri als Shirley Diana Gregory) ist eine aus den USA stammende feministische Sexualwissenschaftlerin. 1996 nahm sie die deutsche Staatsangehörigkeit an.

Leben und Tätigkeit[Bearbeiten]

Shirley Diana Gregory, deren Eltern sich drei Jahre nach ihrer Geburt scheiden ließen, wurde später vom zweiten Ehemann ihrer Mutter adoptiert und erhielt so den Nachnamen Hite. Ihr Studium der Geschichte an der University of Florida schloss sie 1967 mit dem akademischen Grad Master of Arts ab. Bis 1969 belegte sie ein nicht abgeschlossenes Aufbaustudium der Sozialgeschichte an der Columbia University, das sie unter anderem mit nebenberuflicher Tätigkeit als Fotomodell finanzierte. Sie begründete den Abbruch ihres Promotionsstudiums mit der damaligen konservativen Grundhaltung an der Columbia University; später erwarb sie einen Doktorgrad (Ph.D.) an der Nihon University in Tokio und einen weiteren (Ph.D. in Clinical Sexology) an der Maimonides University, North Miami Beach, Florida. 1972 bis 1978 leitete Shere Hite in New York City das mit der National Organization for Women zusammen arbeitende Feminist Sexuality Project. 1978 bis 1989 führte sie ihre eigene Forschungsstelle Hite Research International.

Bekannt wurde Shere Hite vor allem durch ihre so genannten „Hite-Reports“ (1976/77, 1981, 1987, 1994), in denen sie die Sexualität insbesondere von Frauen aus feministischer Sicht untersuchte und zu Resultaten kam, die den gängigen Moralvorstellungen und Eheidealen teilweise widersprachen. Aufsehen erregten unter anderem ihre Ergebnisse, dass Frauen deutlich häufiger masturbieren und außereheliche sexuelle Kontakte haben als in der Gesellschaft vermutet. Vor allem konservative Kreise in den USA protestierten gegen diese aus ihrer Sicht provozierenden Studien. Hite sah sich zum Teil harschen Beschimpfungen, körperlichen Angriffen und sogar Morddrohungen ausgesetzt. Allerdings übten auch anerkannte Soziologen und seriöse Medien sachliche Kritik an den Reports. Vor allem warf man Hite Einseitigkeit ihrer Datenerhebung und unzureichende statistische Breite vor.

1985 heiratete Shere Hite den deutschen Pianisten Friedrich Höricke, 1989 zog sie mit ihm nach Europa und lebte zeitweise in Köln; die Ehe bestand bis 1999. 1995 legte sie aus Frustration über die heftigen Anfeindungen aus ihrem Heimatland die US-Staatsbürgerschaft ab und nahm 1996 die deutsche Staatsangehörigkeit an,[1] da sie die deutsche Gesellschaft für offener und aufgeschlossener gegenüber ihren Arbeiten hält. Shere Hite lebt derzeit mit Hauptwohnsitz in London.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Hite-Report: Das sexuelle Erleben der Frau (1977)
  • Hite-Report: Das sexuelle Erleben des Mannes (1981)
  • Frauen und Liebe: Der neue Hite Report (1987)
  • Keinen Mann um jeden Preis (1992)
  • Hite-Report: Erotik und Sexualität in der Familie (1994)
  • Fliegen mit Jupiter (1995)
  • Wie Frauen Frauen sehen (1997)
  • Sex & Business (2000)
  • Vom Stolz, eine Frau zu sein (2003)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.n-tv.de, abgerufen am 30. Oktober 2012