Sibirischer Trapp

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Verbreitungsgebiet des Sibirischen Trapps

Der Sibirische Trapp (russisch Сибирские траппы) ist ein ausgedehnter Flutbasalt (Trapp) in Sibirien. Die dafür verantwortlichen Vulkanausbrüche bilden eines der größten weltweit bekannten vulkanischen Ereignisse der Erdgeschichte und fanden vor etwa 250 Millionen Jahren an der Perm-Trias-Grenze statt. Die Ausbrüche und ihre Folgen werden in einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Massenaussterben am Ende des Perms gebracht. Aufgrund seiner Ausdehnung und seiner geologisch vergleichsweise raschen Entstehung ist der Sibirische Trapp ein herausragendes Beispiel einer Magmatischen Großprovinz.

Ausdehnung und Dauer der Ausbrüche[Bearbeiten]

Infolge des Ausbruchs bedeckten große Mengen basaltischer Lava eine ausgedehnte Fläche des urzeitlichen Sibiriens. Die heute noch von den Basalten eingenommene Fläche ist etwa 2 Millionen Quadratkilometer groß, liegt zwischen 50° und 75° Nord sowie 60° bis 120° Ost und umfasst das West- und Nordsibirische Tiefland sowie das Mittelsibirische Bergland sowie einen Teil der Mitteljakutischen Niederung samt dem Westhang des Ostsibirischen Berglands. Besonders gute Aufschlussbedingungen liefert heute das Putoranagebirge. Schätzungen der ursprünglich von den vulkanischen Ablagerungen bedeckten Fläche belaufen sich auf bis zu 7 Millionen Quadratkilometer. Die maximale Mächtigkeit des Trapps beträgt in der Gegend von Norilsk und der Flüsse Maimetscha und Kotui mehr als 3.000 m, Schätzungen nennen eine kombinierte Gesamtmächtigkeit des Trapps von bis zu 6.500 m. Die daraus abgeleitete Menge an ausgeflossener Basaltlava beträgt etwa eine Million bis vier Millionen Kubikkilometer.[1]

Das vulkanische Ereignis dauerte etwa eine Million Jahre. Als Zentrum des Ausbruchs werden zahlreiche vulkanische Schlote in der Nähe von Norilsk angesehen. Einige der Ausbrüche haben bis zu 2000 km³ Lava oder mehr erzeugt. Das Vorkommen großer Mengen vulkanischer Tuffe und pyroklastischer Ablagerungen weist darauf hin, dass sich vor dem oder während des Ausbruchs der Flutbasalte auch explosive Eruptionen ereigneten, die das Material als vulkanische Aschen über weite Flächen verteilten. Dies wird unterstützt durch das Vorkommen siliziumreicher Magmatite wie Rhyolith.

Ursachen und Folgen[Bearbeiten]

Als Quelle des Sibirischen Trapps wird ein Plume angesehen, der aus dem Mantel unter dem Sibirischen Kraton aufstieg. Diese Interpretation wird durch isotopengeochemische Untersuchungen von Helium gestützt. Die wissenschaftliche Debatte darüber hält jedoch noch an.[1] Eine andere Theorie geht davon aus, dass der Einschlag eines großen Asteroiden die Ursache für den Trapp-Vulkanismus war.[2]

Es gibt keine gesicherten Beweise dafür, dass das vulkanische Ereignis das große Massenaussterben am Ende des Perms verursacht hat; das ungefähre zeitliche Zusammenfallen der beiden Ereignisse wird jedoch als Hinweis auf eine ursächliche Verbindung gesehen. Ein aktuelles Modell beschreibt, dass enorme Freisetzungen von Chlorwasserstoff und Kohlendioxid möglicherweise schon vor der Hauptphase des Vulkanismus auftraten und ein Massenaussterben verursacht haben könnten.[3][4]

Bodenschätze des Sibirischen Trapps[Bearbeiten]

In den Aufstiegswegen des Magmas kam es zur Ablagerung von Nickel, Kupfer und Palladium in großen Mengen. Die metallhaltigen Gesteine bilden ausgedehnte Lagerstätten, die heute vom russischen Minenbetreiber MMC Norilsk Nickel in der Komsomolski-Mine in der Nähe von Norilsk abgebaut werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://www.mantleplumes.org/Siberia.html Gerald K. Czamanske und Valeri A. Fedorenko: The Demise of the Siberian Plume, Jan. 2004
  2. Adrian P. Jones; David G. Price; Paul S. DeCarli: Richard Clegg: Impact Decompression Melting: A Possible Trigger for Impact Induced Volcanism and Mantle Hotspots?, in: Koeberl und Martinez-Ruiz, S. 91-120 (pdf, 460 Kb)
  3. Vulkangase schuld an größtem Massenaussterben.
  4. Stephan V. Sobolev, Alexander V. Sobolev, Dmitry V. Kuzmin, Nadezhda A. Krivolutskaya, Alexey G. Petrunin, Nicholas T. Arndt, Viktor A. Radko & Yuri R. Vasiliev: Linking mantle plumes, large igneous provinces and environmental catastrophes. (http) In: nature. 477, Februar 2011, S. 312 - 316. doi:10.1038/nature10385. Abgerufen am 30. März 2013.

Weblinks[Bearbeiten]