Siegfried Fink

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Der deutsche Perkussionist, Komponist und Hochschullehrer Siegfried Fink

Siegfried Fink (* 8. Februar 1928 in Zerbst/Anhalt; † 3. Mai 2006 in Würzburg) war ein deutscher Schlagzeuger und Komponist. Er gilt als wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung der Perkussion in Deutschland.

Leben[Bearbeiten]

Siegfried Fink studierte von 1948 bis 1951 an der Musikhochschule in Weimar bei Alfred Wagner Pauken / Schlagzeug und bei Helmut Riethmüller Komposition. Über Orchester- und Lehrtätigkeiten in Weimar, Magdeburg, Lübeck und Hannover kam er 1965 als Dozent für Pauken/Schlaginstrumente an das damalige Bayerische Staatskonservatorium für Musik in Würzburg. 1974 folgte die Berufung zum Professor an die neu gegründete Hochschule für Musik Würzburg, an der er bis 1993 das renommierte „Studio für Perkussion“ führte.

Unter seiner Leitung entwickelte sich seine perkussive Meisterschmiede in Würzburg zu einem Anziehungspunkt für Perkussionisten aus aller Welt. Während seiner dreißigjährigen Hochschularbeit durchliefen mehr als 100 Studenten aus aller Herren Ländern seine Ausbildungs-, Fortbildungs- und Meisterklassen. Er verwirklichte seine Ideen zur Neuorientierung der Perkussionsmethodik und Perkussionsmusik des 20. Jahrhunderts und handelte sich damit unter Experten den Titel „Percussion Papst“ ein.

Für seine künstlerischen und musikpädagogischen Leistungen erhielt er das Bundesverdienstkreuz, das Ehrendiplom der Musikhochschule Barcelona, die Ehrendoktorwürde der Staatlichen Musikakademie Sofia, den Kulturpreis der Stadt Würzburg, sowie 2003 als herausragende Würdigung seines Lebenswerk in der Schlagzeugpädagogik den „Lifetime Achievement in Education Award“ der Percussive Arts Society (USA).

Mehr als 20 Schallplatteneinspielungen dokumentieren seine Arbeit als Konzertschlagzeuger mit internationalem Renommee. Auf zahlreichen weiteren Tonträgern tritt Siegfried Fink als Leiter und Dirigent verschiedener Ensembles in Erscheinung, die er als Mentor betreute und förderte.

Als wichtiger Impulsgeber gründete er Perkussionsserien bei mehreren europäischen Musikverlagen und wurde damit einer der meist veröffentlichten Perkussionisten der Welt. Unter seiner Federführung entstand der erste Lehrplan für Schlaginstrumente des Verband deutscher Musikschulen. Er leistete Hilfe beim Aufbau der Perkussionsabteilungen an den Berufsfachschulen für Musik, unterstützte in Kooperation mit Instrumentenherstellern die Gründung von Fortbildungseinrichtungen wie der Internationalen Gesellschaft für musikpädagogische Fortbildung und gab Anschubhilfe bei der Etablierung des Diplomstudiengangs Musiktherapie in Heidelberg.

Durch richtungsweisende Kompositionen von mehr als 160 Werken setzte er Maßstäbe im Bereich der Studien- und Konzertliteratur. Unter dem kompositorischen Schwerpunkt seiner Arbeit an der Emanzipation der Klangfarbe sowie der rhythmischen Struktur, reicht die Palette seiner Arbeit von Werken für Schlagzeug solo und Percussionensembles über Kammermusik bis hin zu Ballett- und Filmmusik.

Durch seine Förderung gewannen seine Studenten bei nationalen und internationalen Wettbewerben Preise. Viele seiner ehemaligen Studenten arbeiten als international bekannte Soloperkussionisten oder in fester Verpflichtung als Solopauker oder Schlagzeuger im Orchester, vermitteln als Musikpädagogen ihr Fachwissen an Musikschulen, Berufsfachschulen, Konservatorien oder als Professoren an Hochschulen und Universitätseinrichtungen.

Am 3. Mai 2006 verstarb Siegfried Fink in seiner Heimatstadt Würzburg.

Seine Arbeit wird heute von seiner Tochter Cornelia C.Fink fortgesetzt.

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