Siegfried Fink

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der deutsche Perkussionist, Komponist und Hochschullehrer Siegfried Fink

Siegfried Fink (* 8. Februar 1928 in Zerbst/Anhalt; † 3. Mai 2006 in Würzburg) war ein deutscher Schlagzeuger und Komponist. Er gilt als wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung der Perkussion in Deutschland.

Leben[Bearbeiten]

Siegfried Fink studierte von 1948 bis 1951 an der Musikhochschule Weimar bei Alfred Wagner Pauken / Schlagzeug und bei Helmut Riethmüller Komposition. Über Orchester- und Lehrtätigkeiten in Weimar, Magdeburg, Lübeck und Hannover kam er 1965 als Dozent für Pauken und Schlaginstrumente an das damalige Bayerische Staatskonservatorium für Musik in Würzburg. 1974 folgte die Berufung zum Professor an die neu gegründete Hochschule für Musik Würzburg, an der er bis 1993 das renommierte „Studio für Perkussion“ führte.

Unter seiner Leitung entwickelte sich das Fach in Würzburg zu einem internationalen Anziehungspunkt für Perkussionisten. Während seiner dreißigjährigen Hochschularbeit durchliefen mehr als 100 Studenten aus aller Welt seine Ausbildungs-, Fortbildungs- und Meisterklassen. Er ist auf mehr als 20 Schallplatteneinspielungen als Konzertschlagzeuger zu hören, sowie auf zahlreichen weiteren Tonträgern als Leiter und Dirigent verschiedener Ensembles.

Er gründete Perkussionsserien bei mehreren europäischen Musikverlagen und wurde damit einer der meist veröffentlichten Perkussionisten der Welt. Unter seiner Federführung entstand der erste Lehrplan für Schlaginstrumente des Verbandes deutscher Musikschulen. Er unterstützte in Kooperation mit Instrumentenherstellern die Gründung von Fortbildungseinrichtungen wie der Internationalen Gesellschaft für musikpädagogische Fortbildung, beteiligte sich am Aufbau der Perkussionsabteilungen an den Berufsfachschulen für Musik sowie des Diplomstudiengangs Musiktherapie in Heidelberg.

Schwerpunkte in seinen über 160 Kompositionen, für Schlagzeug solo und Percussionensembles über Kammermusik bis hin zu Ballett- und Filmmusik, liegen in der Emanzipation der Klangfarbe sowie der rhythmischen Struktur.

Viele seiner ehemaligen Studenten arbeiten als international bekannte Soloperkussionisten oder als Solopauker oder Schlagzeuger im Orchester oder sind im Bereich der Musikpädagogik tätig.

Für seine künstlerischen und musikpädagogischen Leistungen erhielt er das Bundesverdienstkreuz, das Ehrendiplom der Musikhochschule Barcelona, die Ehrendoktorwürde der Staatlichen Musikakademie Sofia, den Kulturpreis der Stadt Würzburg, sowie 2003 als Würdigung seines Lebenswerk in der Schlagzeugpädagogik den „Lifetime Achievement in Education Award“ der Percussive Arts Society (USA).

Am 3. Mai 2006 starb Siegfried Fink in seiner Heimatstadt Würzburg.

Seine Arbeit wird heute von seiner Tochter Cornelia C. Fink fortgesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]