Silvrettagletscher

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Silvrettagletscher
Silvrettagletscher von Westen im September 2008

Silvrettagletscher von Westen im September 2008

Lage Kanton Graubünden, Schweiz
Gebirge Silvrettagruppe
Typ Gebirgsgletscher
Länge 3,1 km [1]
Fläche 2,785 km² (2010)[2]
Exposition Nährgebiet: Nordwest; Zehrgebiet: West
Höhenbereich 3'079 m ü. M. – 2'467 m ü. M. (2010)[2]
Breite ⌀ 1 km
Koordinaten 801036 / 19214046.8510.0752773Koordinaten: 46° 51′ 0″ N, 10° 4′ 30″ O; CH1903: 801036 / 192140
Silvrettagletscher (Graubünden)
Silvrettagletscher
Entwässerung Verstanclabach, Landquart, Rhein
Massenbilanz von 1960 bis 2010

Der Silvrettagletscher ist ein etwas mehr als 3 km langer und rund 1 km breiter Schweizer Alpengletscher im Nordosten des Kantons Graubünden. Mit einer Fläche von etwa 2,8 km² ist er der grösste Gletscher in der Silvrettagruppe. Der Silvrettagletscher entsteht an der Westflanke des Silvrettahorns und erstreckt sich nach Westen, wobei er im Norden vom Gletscherrücken, einem Felsgrat, über den die Landesgrenze zwischen der Schweiz und Österreich verläuft, im Süden vom Kamm der Chremerchöpfe flankiert wird. Im Südosten hängt der Silvrettagletscher über den hochalpinen eisbedeckten Silvrettapass (3'003 m ü. M.) mit dem Vadret da Tiatscha zusammen. Vadret ist der rätoromanische Name für Gletscher. Der Silvrettapass bildet auch die Wasserscheide zwischen Rhein und Donau.

Vom Silvrettagletscher wird der Verstanclabach, ein Quellbach der Landquart, gespeist. Seit seinem Hochstand um 1860 während der Kleinen Eiszeit hat sich der Gletscher um etwas mehr als 1 km zurückgezogen. In der vom Gletscher hinterlassenen Moränenlandschaft sind seither mehrere kleine Seen entstanden. Unterhalb der Gletscherzunge steht auf 2'341 m ü. M. die Silvrettahütte des Schweizer Alpen-Clubs, Ausgangspunkt für ausgedehnte hochalpine Gletscher- und Bergtouren.

Seit 1956 werden von der ETH Zürich jährlich Daten aufgenommen. Seit Messbeginn bis ins Jahr 2011 wurde ein Rückgang des Gletschers um 328 Meter festgestellt.[1] Seit 1960 wird jährlich die Massenbilanz des Gletschers ermittelt. Dies ist die längste lückenlose heute noch fortgeführte Messreihe eines Schweizer Gletschers.[3][2]

Das Silvrettagebiet wurde ins schweizerische Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich (Hrsg.): Silvrettagletscher. In: Schweizerisches Gletschermessnetz. (online, Daten zur Längenänderung, auch als PDF).
  2. a b c World Glacier Monitoring Service (WGMS): Fluctuations of Glaciers 2005–2010 (Vol. X). Zürich 2012 (online; PDF; 5,0 MB)
  3. Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: Homogenization of long-term mass-balance time series. In: Annals of Glaciology. Band 50, 2009, S. 198–205 (online; PDF; 399 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Silvrettagletscher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Silvrettagletscher, gesehen von der Roten Furka aus im Oktober 2007