Slash-Akkord

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

In der modernen Harmonielehre bezeichnet ein Slash-Akkord (von engl. Slash chord) einen Akkord, dessen eigentlicher Grundton nicht im Bass liegt (der nicht seinen Grundton als tiefsten Ton hat). Slash-Akkorde sind eine einfache und wirkungsvolle Erweiterung der typischen Drei- und Vierklänge.

Es kann sich hierbei einfach um eine Akkordumkehrung handeln, aber vor allem akkordfremde Basstöne werden auf diese Weise notiert. Durch Verwendung der sogenannten Slash-Akkorde entstehen häufig interessante harmonische Mehrdeutigkeiten. Sie entstammen eigentlich dem Jazz, werden aber auch in gehobener Rock- und Popmusik sehr häufig verwendet.

Die Bezeichnung bezieht sich eher auf die spezielle Art der Notation. In der Akkordsymbolschrift wird der Basston des Slash-Akkords dadurch angegeben, dass man den Basston mit einem Schrägstrich (englisch: slash) anhängt. Daher auch der Name.

Beispiele:

  • D/F# für einen D-Dur-Akkord mit "Fis" im Bass.
  • "C-Dur" mit "G" im Bass. In der Akkordschrift hat sich hierfür "C/G" durchgesetzt.

Häufige Verwendung finden Slashchords in Passagen, in denen der Bass durch Verwendung nur eines Tones für mehrere Akkorde größtmögliche Ruhe ausstrahlen soll. Eine weitere häufige Verwendung findet sich in Passagen, in denen der Bass eine möglichst lineare Bewegung vollziehen soll.

Beispiele:

  • | Em | Am7/E | Em | ...
  • | G | D/F# | Em | ...
  • | C | G/B | Am | Am/G | F | C/E | D/F# | G |...

Ein konstanter Basston mit wechselnden Harmonien wird auch als Orgelpunkt bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Graf, Barrie Nettles: "Die Akkord-Skalen-Theorie und Jazz-Harmonik", Advance Music, ISBN 3-89221-055-1