Social Banking

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Social Banking beschreibt eine bestimmte Art privatwirtschaftlicher Bankgeschäfte, die insbesondere soziale und ökologische Belange beachtet und sich damit besonders der Nachhaltigkeit verpflichtet fühlt.

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff des „Social Banking“ ist nicht klar definiert, in Medien und wissenschaftlichen Publikationen findet sich neben der üblichen deutschen Bezeichnung Sozialbank auch der Begriff der „Ethischen Bank“ oder der „Ökobank“.[1] In der Wissenschaft wird zudem die besondere Orientierung auf Werte und die Realwirtschaft hervorgehoben.[2] Eine klare Abgrenzung zum Social Business, das auf den Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus zurückgeht, ist schwierig.

Geschichte[Bearbeiten]

Die modernen Wurzeln sog. verantwortlicher Geldanlagen sehen manche Autoren in den 1920er-Jahren, den Bürgerrechts- und Umweltschutzbewegungen der 1960er-Jahre sowie im Kampf gegen die Apartheid in Südafrika.[3] Mit den Genossenschaftsbanken gibt seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland bereits einen Vorläufer der Sozialbanken. Als älteste sog. „Social Banks“ gelten die 1974 gegründete deutsche GLS Bank[4] sowie die niederländische Triodos Bank, die 1980 ihr Geschäft aufnahm[5].

Geschäft[Bearbeiten]

Die Sozialen und Ethischen Banken bieten im Prinzip das gleiche Geschäft wie normale Banken an, das heißt: Girokonten ebenso wie Investmentbanking. Das Geschäft stellt die wirtschaftliche Grundlage des Bankgeschäfts daher nicht vollständig in Frage, sondern erweitert dieses um zusätzliche Methoden und Komponenten. Dabei wird jedoch ausdrücklich auf den erforderlichen „Gewinn für Mensch und Umwelt“[6] und verpflichtende Ausschlusskriterien[7] für das gesamte Bankgeschäft verwiesen. Außerdem gehört auch die völlige Transparenz über die Vergabe von Krediten zu den grundlegenden Kriterien.[8]
Diese grundsätzliche Haltung unterscheidet „Social Banks“ von anderen Banken oder Kreditinstituten, die zwar auch, aber eben nicht nur nachhaltige Produkte anbieten.
Social Banking kann also als Entwicklung und Verbesserung von Finanzdienstleistungen definiert werden, mit denen zu marktüblichen Kapitalrenditen benachteiligte Gebiete, Gruppen und Wirtschaftssektoren erhalten und gefördert werden. Es versteht sich daher als „Marktvergrößerer“, mit dem Ziel, eine nachhaltige sozial-solidarische und ökologisch orientierte Ökonomie zu gestalten.
Bei den jüngeren Akteuren des Social Banking, z.B. Kreditplattformen, wird das „Social“ stärker methodisch interpretiert, im Sinne von „gemeinsamem Handeln“. Diese zweite, internet-basierte Generation ist gekennzeichnet durch direkten Austausch und eine transparente Verbindung zwischen Anleger, Kreditnehmer und Finanzinstitution.[9]

Liste ethischer Banken[Bearbeiten]

Europa (Liste ohne Dachverband)[Bearbeiten]

Deutschland
Schweiz
Frankreich
Großbritannien
Weitere europäische Länder

Europa (Liste mit Dachverband FEBEA)[Bearbeiten]

Der Fédération Européenne des banques Ethiques et Alternatives (FEBEA, "European Federation of Ethical and Alternative Banks" = Europäische Föderation der Ethischen und Alternativen Banken) gehören weitere folgende Banken an:[14]

Nordamerika[Bearbeiten]

Ozeanien[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bendig, M., Habschick, M., Evers, J. (2010): Social Banking - Der neue Kosmos, in: Die Bank, Ausgabe 08/2010 (http://www.die-bank.de/it-und-kommunikation/der-neue-kosmos)
  • Lochmaier, L. (2010): Die Bank sind wir - Chancen und Perspektiven von Social Banking. Heise Zeitschriften Verlag, 1. Auflage
  • Schmidt, S., Weistroffer, C., Speyer, B.: Responsible Investments - Mehr als eine Modeerscheinung, Deutsche Bank Research, Aktuelle Themen 484, Frankfurt am Main, 17. Mai 2010, ISSN 1435-0734, http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000257607.pdf
  • Reifner, U. (1997): Social Banking - Ansätze und Erfahrungen über die Integration sozialer Zielsetzungen in privatwirtschaftliche Finanzdienstleistungen, in: Schuster, L. Die gesellschaftliche Verantwortung der Banken, Erich Schmidt: Berlin 1997 pp 205 ff (Social Banking – Approaches to and Experiences in the Integration of Social Goals into Privately Organised Financial Services)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe beispielhaft: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,694795,00.html oder http://www.handelsblatt.com/karriere/die-geldverbesserer;2118200, http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000257607.pdf, http://www.zeit.de/2010/32/F-Social-Banking
  2. http://www.bne-portal.de/coremedia/generator/pm/de/Ausgabe__006/02__Interview/Interview_20mit_20ISB.html, http://lochmaier.wordpress.com/2010/01/12/interview-wie-das-institute-for-social-banking-sein-profil-versteht/
  3. Siehe zusammenfassend beispielsweise Schmidt, S., Weistroffer, C., Speyer, B., Responsible Investments - Mehr als eine Modeerscheinung, Deutsche Bank Research, 2010, S. 9, http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000257607.pdf
  4. http://www.gls.de/die-gls-bank/ueber-uns/geschichte.html
  5. http://www.triodos.com/en/about-triodos-bank/who-we-are/history/
  6. http://blog.triodos.de/uber-uns/
  7. http://www.gls.de/die-gls-bank/ueber-uns/ziele-und-arbeitsweisen/ausschlusskriterien.html
  8. siehe dazu auch die Begriffsdefinition von Sven Remer vom Institut for Social Banking, http://lochmaier.wordpress.com/2010/01/12/interview-wie-das-institute-for-social-banking-sein-profil-versteht/
  9. siehe dazu auch die Ausführungen von Sven Remer zu Social Media, http://lochmaier.wordpress.com/2010/01/12/interview-wie-das-institute-for-social-banking-sein-profil-versteht/
  10. Mitgliederbanken der febea.org. Abgerufen am 3. August 2013.
  11. Mitgliederbanken der febea.org. Abgerufen am 3. August 2013.
  12. Mitgliederbanken der febea.org. Abgerufen am 3. August 2013.
  13. Mitgliederbanken der febea.org. Abgerufen am 3. August 2013.
  14. Mitgliederbanken der febea.org. Abgerufen am 3. August 2013.

Weblinks[Bearbeiten]