Sommerschenburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gneisenau-Denkmal
Schloss Sommerschenburg um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Katholische Kirche St. Bernward

Sommerschenburg ist ein Ortsteil der Gemeinde Sommersdorf im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sommerschenburg liegt geographisch höher als Sommersdorf und ist fast vollständig von Wald umgeben.

In Sommerschenburg ist der preußische Generalfeldmarschall und Heeresreformer August Graf Neidhardt von Gneisenau im Jahr 1841 in der Nähe seines Gutes (Mausoleum mit Gedenkplatz an der Hauptstraße nach Sommersdorf) beigesetzt worden. Zuvor ruhte der Leichnam des 1831 an der Cholera verstorbenen Feldherren in der Wormsdorfer Kirche. Zu seinen Ehren wurde eine Gruft mit einem Mamordenkmal errichtet. In einem Denkmal-Wächterhaus im schweizerischen Stil sollte ein verdienter Kriegsveteran für alle Zeiten wachen.

Das im Jahre 983 erstmals benannte Straßendorf bestand ursprünglich aus Arbeitsleuten der Burg, einigen Handwerkern und Gewerbetreibenden. 1056 wird die Burg im Besitz von Lothar von Walbeck genannt.1088 wechselte der Besitz an die Grafen von Summersenburg. 1192 wurde die Burg zerstört und hiernach wieder aufgebaut. Im Jahre 1208 wechselte der Besitz an das Erzbistum Magdeburg. 1626 wurde die Burg im dreißigjährigen Krieg zerstört und hiernach wieder aufgebaut. 1680 gelangte die Burg in brandenburgischen Besitz und wurde nun kurfürstliche Domäne und Amtssitz für die umliegenden Dörfer. Auf Befehl des preußischen Königs Friedrich II wurden im Jahre 1770 Häuser für Kolonisten errichtet. 1807 wechselte der Besitz an Jean Marie René Savary, Herzog von Rovigo. Am 11. November 1814 erhielt der preußische Feldherr August Wilhelm Anton Graf Neidhardt von Gneisenau (1760–1831) die Burg. Neben dieser Dotation wurde ihm vom König Friedrich Wilhelm III für seine Verdienste in der Völkerschlacht bei Leipzig der Grafentitel verliehen. Der heute sichtbare Teil der Sommerschenburg entstand 1895–1897. Der Umbau zum Schloss erfolgte durch den Architekten Doberentz unter Einbeziehung von gotischen- und Renaissance- Elementen. Die Fassade ist durch Freitreppe, Veranden und Giebel geprägt. 1945 wurden die Besitzer durch die Kommunisten zwangsenteignet und vertrieben.

Im „Gneisenau Schloss“ befand sich vor 1989 die polytechnische Oberschule. Mittlerweile wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer und verfällt zunehmend. Unweit des Schlosses befindet sich das Naturfreibad, umgeben von viel Grün, inmitten des ehemaligen Naherholungsgebietes. Der Badesee entstand Ende der 1960er Jahre in einer gefluteten Eisenerzabbaugrube.

Zu diesem Naherholungsgebiet gehörte bis 1989 auch ein Kinderferienlager und eine Gaststätte mit Freilichtbühne. Beides ist derzeit nicht mehr nutzbar.

Seit 1936 befindet sich in Sommerschenburg die katholische Kirche St. Bernward, benannt nach Bernward von Hildesheim. Sie gehört heute zur Pfarrei St. Marien mit Sitz in Oschersleben.

Weblinks[Bearbeiten]

52.17222222222211.106944444444Koordinaten: 52° 10′ N, 11° 6′ O