Staatsstreich in den Malediven

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Der Staatsstreich in den Malediven war der Versuch von einer Gruppe von Maledivern, 1988 die politische Macht in den Malediven an sich zu reißen. Die indischen Streitkräfte besiegten die Putschisten und stellten die alten Machtverhältnisse wieder her.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Während die Putschversuche 1980 und 1983 gegen die Regierung von Präsident Gayoom weitestgehend keine Beachtung fanden, erregte der dritte Versuch 1988 internationale Aufmerksamkeit. Etwa 80 bewaffnete Söldner der tamilischen PLOTE (People's Liberation Organisation of Tamil Eelam)[1] unter der Führung des Geschäftsmannes Abdullah Luthufi landeten in der Hauptstadt Malé vor Einbruch des Abends. Sie waren von einem Frachter aus mit Speedbooten gekommen. Eine Gruppe von ca. 80 Mann war bereits vorher als Touristen getarnt nach Male eingereist. Die Söldner übernahmen schnell die Gewalt über die Hauptstadt, einschließlich der Regierungsgebäude, Fernsehsender, Radiostationen, des Hafens und des Flughafens.

Es gelang ihnen jedoch nicht, Präsident Gayoom gefangenzunehmen. Dieser floh aus seinem Haus und wandte sich an die Regierungen der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Indiens. Der Premierminister Indiens, Rajiv Gandhi setzte sofort 1.600 indische Soldaten in Bewegung, um die Ordnung in Malé wiederherzustellen.[2]

Operation Cactus[Bearbeiten]

Der Codename der Rückeroberung hatte bei den indischen Streitkräften den Namen Operation Cactus. In der Nacht des 3. November startete ein indisches Bataillon aus dem indischen Fallschirmjägerregiment mit Iljuschin Il-76-Flugzeugen vom Luftwaffenstützpunkt Agra. Die Flieger legten nonstop 2.000 Kilometer zurück und die Soldaten sprangen über dem Malé International Airport auf der Insel Hulhule ab. Die indischen Fallschirmjäger waren in weniger als 12 Stunden nach dem Hilferuf Präsident Gayooms eingetroffen.[2]

Die Fallschirmjäger sicherten sofort das Flugfeld und stellten innerhalb weniger Stunden die Ordnung in Male wieder her. Einige Söldner flohen in einem gekaperten Frachter in Richtung Sri Lankas . Einige erreichten das Schiff nicht, wurden gefangengenommen und der Regierung Gayooms übergeben. 19 Menschen wurden in den Kämpfen getötet, die meisten davon waren Putschisten. Zwei Getötete waren Geiseln der Putschisten. Die indischen Fregatten INS Godavari und INS Betwa stellten den Frachter vor der Küste Sri Lankas und nahmen die Söldner gefangen. Die indische Armee nannte die präzise Arbeit der Nachrichtendienste als eine der Erfolgsursachen der Operation.[3]

Nachwirkung[Bearbeiten]

Im Juli 1989 lieferte Indien die Söldner, die auf dem Frachter gefangengenommen wurden, an die Malediven aus. Die Söldner wurden zum Tode verurteilt, aber Präsident Gayoom wandelte die Todesstrafen unter indischem Druck in lebenslange Haftstrafen um.[4]

Der frühere maledivische Präsident Ibrahim Nasir wurde beschuldigt, in den Staatsstreich verwickelt zu sein, was dieser aber bestritt. Im Juli 1990 wurde Nasir in Abwesenheit begnadigt, weil Präsident Gayoom dessen Verdienste um die Unabhängigkeit der Malediven würdigte.[3] Der heutige Verteidigungsminister der Malediven, General Musa Ali Jaleel wurde während des Putsches im Kampf verwundet und erhielt 2010 für seine Tapferkeit das maledivische Purple Heart.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Institute of Peace and Conflict Studies – Country Data – Republic of Maldives (Version vom 13. Juli 2006 im Internet Archive)
  2. a b Operation Cactus - The IAF airlift into the Maldives. bharat-rakshak.com. Abgerufen am 24. Dezember 2011.
  3. a b Operation CACTUS : Maldives Operation. bharat-rakshak.com. Abgerufen am 24. Dezember 2011.
  4. Madagascar Security Concerns - Flags, Maps, Economy, History, Climate, Natural Resources, Current Issues, International Agreements, Population, Social Statistics, Political System
  5. Chief of Defence Force Major General Moosa Ali Jaleel awarded Purple Heart and Long Service Medal. miadhu.com. 4. November 2010. Abgerufen am 24. Dezember 2011.