Stromstoßschalter

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Stromstoßschalter, Arbeitskontakt geschlossen
Schaltbild Stromstoßschalter mit einem Kontakt
Animation eines Stromstoßschalters

Stromstoßschalter sind elektromagnetisch betätigte Schalter. Bei jeder Tasterbetätigung erhält der Stromstoßschalter einen elektrischen Impuls, der eine Schaltzustandsänderung bewirkt, welche bis zum nächsten Impuls mechanisch oder elektronisch gespeichert wird.

Als Begriffe für Stromstoßschalter sind auch gebräuchlich: Impulsschalter, (Installations-)Fernschalter, Eltako, Schrittschalter, Stromstoß- oder Schrittrelais. Technisch gesehen handelt es sich um ein bistabiles Relais.

Entwicklung[Bearbeiten]

Der Stromstoßschalter wurde 1949 vom Ingenieur Horst Ziegler entwickelt und unter dem Namen Eltako vertrieben. Der Name Eltako kommt von „Elektrischer Tastkontakt“.[1]

Kennbuchstabe[Bearbeiten]

Kennzeichnung von Betriebsmitteln nach DIN EN 61346-2:2000 ist K.[2]

Aufbau und Funktion[Bearbeiten]

Der Stromstoßschalter ist ein Schaltrelais, welches zwischen Anker des Elektromagneten und Arbeitskontakt(en) den vergleichbaren Mechanismus eines Druckkugelschreibers enthält, der bewirkt, dass er bei jeder Betätigung seinen Schaltzustand ändert und bis zur nächsten Betätigung behält. In der Digitaltechnik ist dies ein elektromechanischer Frequenzteiler, als T-Flipflop bezeichnet. Er teilt die Eingangsschaltfrequenz am Ausgang durch zwei. Wird er viermal betätigt, hat er zweimal eingeschaltet.

In der Elektroinstallation werden Stromstoßschalter in Stromstoßschaltungen anstelle von Aus-, Wechsel- und Kreuzschaltern eingesetzt, wenn mehrere Schaltstellen denselben Verbraucher (z. B. Leuchte) schalten sollen (z. B. in Hausfluren, Treppenhäusern). Die Verdrahtung ist bei der Stromstoßschaltung einfacher und meistens kostengünstiger. Stromstoßschalter gibt es auch mit drei oder vier Schaltzuständen (Stromstoß-Serienschalter) (Serienschaltung).

Stromstoßschalter gibt es in zwei Bauformen: zum Einbau in 70-mm-Abzweigdosen sowie zur Montage auf Tragschienen (Hutschienen) in einer Unterverteilung. So waren z. B. viele Plattenbauwohnungen auf dem Gebiet der DDR mit mechanischen Stromstoßschaltern mit 12 V Betätigungsspannung und Tragschienenmontage versehen. Dadurch konnte die Installation zur Betätigung mit materialsparender Klingelleitung ausgeführt werden. Es war lediglich ein 12-V-Transformator nötig, der alle Wohneinheiten eines Treppenaufganges speiste.

Gängige Stromstoßschalter sind mit Schaltspulen für 12 V≃, 24 V≃ oder 230 V~ ausgelegt. Elektronische Stromstoßschalter, die mit monostabilen Schaltrelais arbeiten, benötigen ständig etwas elektrische Energie. Heute werden jedoch auch elektronische Stromstoßschalter ohne Stand-by-Verlust hergestellt. Sie arbeiten mit bistabilen Schaltrelais. Diese Technologie hilft, die Erwärmung und den Stromverbrauch deutlich zu senken.

Fachliteratur[Bearbeiten]

  • Günter Springer: Fachkunde Elektrotechnik. 23. Auflage, Verlag Europa-Lehrmittel, Wuppertal, 1989, ISBN 978-3-8085-3219-5.
  • Ernst Hörnemann, Heinrich Hübscher: Elektrotechnik Fachbildung Industrieelektronik. 1. Auflage. Westermann Schulbuchverlag GmbH, Braunschweig, 1998, ISBN 3-14-221730-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Firmenchronik Eltako electronics
  2. Kennzeichnung von Betriebsmitteln