Märklin

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Märklin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gebr. Märklin & Cie. GmbH
Logo Märklin.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1859
Sitz Göppingen, Deutschland
Leitung Wolfrad Bächle (Technik)
Florian Sieber (Vertrieb und Marketing)
Mitarbeiter 980 (2011)[1]
Umsatz 108,77 Mio. Euro (2011)[1]
Bilanzsumme 84 Mio. Euro (2011)[1]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Spielwarenindustrie
Produkte ModelleisenbahnenVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.maerklin.de
Werksanlagen der Gebr. Märklin & Cie. GmbH, Göppingen

Die Gebr. Märklin & Cie. GmbH ist ein Spielzeughersteller im schwäbischen Göppingen. Märklin ist heute vor allem für seine Modelleisenbahnen bekannt und ist derzeit mit 108,8 Millionen Euro Jahresumsatz (Stand: 2011) Marktführer der europäischen Modelleisenbahnbranche.

Aktuell produziert Märklin in Göppingen und Győr (Ungarn) (siehe Produktionsstandorte).

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Beispiel für eine Puppenküche
Dampfmaschine
Logo Märklin
Spur I Spielzeugeisenbahn

Das zunächst mit der Herstellung von Puppenküchen beschäftigte Unternehmen wurde 1859 von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin gegründet. Dieser war seit 1840 in Göppingen wohnhaft, als Flaschnermeister selbständig und heiratete ebenfalls 1859 Caroline Hettich, die in der Firma mitarbeitete und als Vertreterin ganz Süddeutschland und die Schweiz bereiste. Sie soll die erste weibliche Handelsreisende ihrer Zeit gewesen sein. 1866 starb Theodor Friedrich Wilhelm Märklin, seine Frau konnte das Unternehmen aber für die Söhne erhalten. Eugen und Karl Märklin übernahmen das Unternehmen ab 1888 als Gebr. Märklin. Die Produktpalette umfasste zu dieser Zeit Puppenküchen, Karren jeglicher Art, Modelle von Schiffen, Karussells, Kreisel und Bodenläufer.

Durch geschickte Unternehmenspolitik und den Aufkauf des Blechspielzeugherstellers Ludwig Lutz in Ellwangen im Jahr 1891 expandierte das Unternehmen. Im gleichen Jahr präsentierten die Gebrüder Märklin auf der Leipziger Frühjahrsmesse erstmals eine Eisenbahn als Uhrwerkbahn mit Schienenanlage in Form einer Acht. Damit legten die beiden Unternehmer den Grundstein zu dem Welterfolg der Spielzeugeisenbahn von Märklin. Märklin ist es zu verdanken, dass in dieser Zeit auch die Spurweiten vereinheitlicht wurden und in ihren Grundzügen noch heute weltweit gelten. Bis dahin hatte es unter den Modelleisenbahnen Unterschiede in den Größen gegeben, die es verhinderten, einzelne Teile verschiedener Bahnen miteinander zu kombinieren, selbst wenn sie vom selben Hersteller stammten. Märklin selbst verwendete damals die Spur 1 (Maßstab 1:32).

1909 umfasste die Produktpalette 90 verschiedene Dampfmaschinenmodelle, Puppenstuben- und Küchenzubehör, Karussells, Autos, Flugzeuge, Schiffe, Kreisel und Metallbaukästen. Ab 1926 wurde die elektrische Bahn mit 20 V Wechselstrom (zunächst noch mit einer Glühlampe als „Vorwiderstand“) eingeführt, welche ohne die Laufzeitbeschränkung der Uhrwerke oder der Spiritus-Brennzeit kontinuierlichen Spielbetrieb erlaubte. 1929 kamen zu den schwarz-messingfarbenen Teilen der Metallbaukästen farbige Teile hinzu.

Mit den Jahren wurde die Modelleisenbahn zum wichtigsten Produkt von Märklin. 1935 trat Fritz Märklin in die Geschäftsführung ein. Nachdem das von Stephan Bing gegründete Unternehmen Vereinigte Spielwaren Fabriken Nürnberg zur Leipziger Frühjahrsmesse 1935 die erste moderne Tischeisenbahn in der Baugröße 00 unter dem Markennamen TRIX Express vorstellte, folgte Märklin zur Herbstmesse dieses Jahres ebenfalls mit einer Tischeisenbahn in dieser Baugröße. Es gab bereits in den Jahren 1922 bis 1932 eine Tischbahn von Bing, die jedoch technisch nicht ausgereift war. Die Baugröße 00 war mit einem Maßstab von (damals nur angenähert) 1:87 nur halb so groß wie die bis dahin kleinste Spur 0 (1:43 oder 1:45). In den Jahren bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs entwickelten TRIX und Märklin zahlreiche technische Neuerungen, mit denen die Praxistauglichkeit und der Spielwert der 00-Bahnen gesteigert wurde, womit diese Baugröße den größten Teil des Marktes erobern konnte. Der geringe Platzbedarf und die vergleichsweise niedrigen Kosten sorgten dafür, dass Modelleisenbahnen nun von einem größeren Teil der Haushalte gekauft werden konnten.

Die Baugrößenbezeichnung 00 für den Maßstab 1:87 wurde ab 1950 in „Halb-Null“, mit der bis heute üblichen Abkürzung H0, gesprochen „Ha Null“, geändert. Durch den rasanten Anstieg der Absatzzahlen von Modelleisenbahnen in den 1950er und 1960er Jahren wurde Märklin zu einem der weltweit größten Anbieter dieser Branche.

1969 kam mit der „neuen Spur 1“ die Traditionsbaugröße von 1891 zurück in den Märklin-Katalog, zunächst allerdings nur als Spielbahn ausgelegt. Eine Dampflokomotive der DB-Baureihe 80 und eine Diesel-Werkslokomotive zogen erste Personen- und Güterwagen dieser alten Spurweite in Wohnzimmern und Gärten. Ab 1978 wurde die Baugröße anspruchsvoller ausgerichtet, bis 1984 auch das legendäre „Schweizer Krokodil“ in dieser Baugröße vorgestellt wurde. 1994 erlebte die Spur 1 eine Renaissance der klassischen Blech-Technologie als „Maxi-Bahn“, einer Spielbahn für Kinder, deren Herstellung jedoch wieder eingestellt wurde.

1972 wurde zur Nürnberger Spielwarenmesse die Spur Z im Maßstab 1:220, genannt „Mini-Club“, als Neuheit vorgestellt. Bis 2007 war dies die kleinste in Großserie hergestellte Modellbahn.

Ab 1984 wurde für H0 und Spur 1 eine digitale Mehrzugsteuerung angeboten. Bis zu 80 Loks konnten damit unabhängig voneinander in einem Stromkreis über bis zu 256 Weichen oder Signale hinweg gesteuert werden. Inzwischen können Computer bestimmte Steuerungsaufgaben der ursprünglich unternehmenseigenen Steuer-Chips übernehmen und die Anzahl steuerbarer Loks und Weichen ist auf Werte gestiegen, die selbst für Sammler und Großanlagen eher utopisch sind.

1997 übernahm Märklin den bis dahin eigenständigen Mitbewerber Trix aus Nürnberg.

In der Nacht zum 18. Januar 2005 wurde in das unternehmenseigene Märklin-Museum eingebrochen. Entwendet wurden Exponate der historischen Spur 1, alle ausgestellten Fahrzeuge der Spur 0, die vor 1910 hergestellten Schiffe, sowie Dampfmaschinen und unersetzliche Prototypen der Spur 00. Das älteste Fahrzeug des Museums, die erste Lokomotive von 1891, wurde ebenfalls gestohlen. Nach Aufklärung des Falls im März 2005 waren die Exponate seit Mai 2005 wieder in der Ausstellung zu sehen.

Am 11. Mai 2006 wurde die Gebr. Märklin GmbH nach einigen Jahren sinkender Umsätze und zuletzt gar Verlusten an die britische Finanzgruppe Kingsbridge Capital verkauft[2], eine Tochtergesellschaft der österreichischen Hardt Group. Die neuen Gesellschafter sahen Wachstumspotential aufgrund der Bekanntheit der Marke insbesondere bei Sammlern. Mittelfristig wurden eine Sanierung und der Weiterverkauf angestrebt. Zum 1. Februar 2007 wurde Axel Dietz Geschäftsführer und Teilhaber des Unternehmens.

Am 26. Juli 2007 wurde die Übernahme des insolventen Unternehmens Ernst Paul Lehmann Patentwerk OHG, Hersteller der Lehmann-Groß-Bahn, durch Märklin bekanntgegeben.[3]

Am 22. August 2007 wurde das Unternehmen Hübner Feinwerktechnik GmbH in den Märklin-Unternehmensverbund integriert. Alle Werkzeuge sowie das Fertigwaren- und Ersatzteillager gingen an Märklin. Die Lieferung der Fertigware, die Ersatzteilversorgung und der Reparaturservice werden in vollem Umfang zentral von Göppingen aus fortgeführt.[4]

Am 11. August 2008 wurde bekannt, dass der Vorsitzende der Geschäftsführung, Axel Dietz, bei Märklin am Ende des Jahres 2008 ausscheiden wolle.[5] Ein Nachfolger wurde nicht berufen, die zwei verbliebenen Mitglieder der Geschäftsführung, Dietmar Mundil und Thomas Bauer, bekamen vom Beirat erweiterte Verantwortungsbereiche. Ende Januar 2009 sollte Ralf Coenen den aus Altersgründen ausscheidenden Dietmar Mundil als Geschäftsführer ablösen.[6]

Anfang Februar 2009, ausgerechnet zum 150-jährigen Märklin-Jubiläum, wurde u. a. der Zahlungsverzug beim Januarlohn gemeldet.[7] Am 4. Februar 2009 sah sich das Unternehmen gezwungen, beim Amtsgericht Göppingen Insolvenz anzumelden, nachdem Verhandlungen über die Verlängerung von Krediten gescheitert waren.[8]

Das Unternehmen führte seine Geschäfte anschließend unter dem Insolvenzverwalter Michael Pluta fort, der noch im Februar 2009 Kurt Seitzinger als neuen Geschäftsführer einsetzte.[9] Es stellte sich heraus, dass im Jahr 2006 10,7 Mio. Euro Beraterhonorare gezahlt worden waren (bei einem Verlust von 13 Mio. Euro) und im Jahr 2007 noch einmal weitere 13,8 Mio. Euro (bei einem Verlust von 16 Mio. Euro);[10] insgesamt waren in den drei Jahren vor der Insolvenz 40 Mio. Euro an Beraterhonoraren angefallen.[11]

Auf der Nürnberger Spielwarenmesse vom 5. bis 10. Februar 2009 war Märklin im üblichen Rahmen vertreten. Am 19. und 20. September 2009 fanden trotz der Insolvenz die Märklintage zum 150-jährigen Bestehen der Firma mit rund 45.000 Besuchern statt.[12] Die Veranstaltungsorte waren der Bahnhof Göppingen, die Werfthalle im Stauferpark, das Firmengelände von Leonhard Weiss und die Märklin-Erlebniswelt. Vom 30. September bis 4. Oktober 2009 nahm das Unternehmen Märklin an der Schweizer Spiel-und-Hobby-Messe Suisse Toy teil.

Am 4./5. Dezember 2009 und am 17./18. September 2010 veranstaltete Märklin in Göppingen Tage der Offenen Tür und lud zu einem Werkbesuch ein. Im November 2010 löste Stefan Löbich Kurt Seizinger als Geschäftsführer ab.[13]

Am 21. Dezember 2010 stimmten 1.350 Gläubiger dem Insolvenzplan des Insolvenzverwalters Michael Pluta zu. Damit war die Grundlage gelegt, dass die nun den Gläubigern (vor allem der BW-Bank, Goldman Sachs sowie der Kreissparkasse Göppingen) gehörende und wieder mit positiven Ergebnissen[14] arbeitende Firma aus eigener Kraft „gesund“ werden konnte. Hierzu wurden allerdings rund 400 Arbeitsplätze abgebaut.[15] Im September 2011 wurde Wolfrad Bächle zweiter Geschäftsführer von Märklin; er verantwortet seitdem den Bereich Technik.[16]

Aufgrund eines Schiedsgerichtsurteils Ende 2011 soll Alix Partner wegen fehlerhafter Beratung des Investors Kingsbridge 14 Mio. Euro Schadenersatz zahlen.[17]

2012 erzielte Märklin einen Umsatz von 109 Millionen Euro, der EBIT lag bei rund 10 Millionen Euro.

Im März 2013 hat einer der Gründer des Spielzeugherstellers Simba-Dickie, Michael Sieber, mit der zusammen mit seinem Sohn neu gegründeten Sieber & Sohn GmbH & Co. KG das Unternehmen Märklin übernommen.[18] Der Großteil der 480 Angestellten stimmte zudem Änderungsarbeitsverträgen zu, die Abstriche gegenüber dem gültigen Flächentarif der IG Metall bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie bei Tariferhöhungen für weitere fünf Jahre vorsehen. Im Gegenzug erhielten die Beschäftigten eine Arbeitsplatzgarantie bis 2019.

Am 22. Juli 2013 wurde bekanntgegeben, dass Stefan Löbich Märklin verlasse.[19]

Unternehmen und Markt[Bearbeiten]

Der Markt für hochwertige Spielwaren, insbesondere Modelleisenbahnen, muss sich bei technisch interessierten Kindern und Jugendlichen nicht nur gegen die klassischen Freizeitthemen Sport und Modellbau behaupten, sondern auch gegen die Möglichkeiten des Computers in den Kinderzimmern. Märklin versuchte diesem Trend unter Beibehaltung der Bindung an den Fachhandel zu begegnen, indem immer höherwertige und aufwendig verarbeitete eigentliche Sammlermodelle lanciert wurden, die ein zahlungskräftiges Publikum fortgeschrittenen Alters ansprachen. Teils wurde diese Klientel auch wieder verprellt, indem formgleiche oder -ähnliche Modelle in unzähligen Varianten zu hohen Preisen auf den Markt gebracht wurden. Sammlermodelle zeichneten sich zuvor durch eine gewisse Limitiertheit aus. Wer als Sammler bei Märklin auf „Vollständigkeit“ sammeln will, muss finanzstark sein. Anfang der 2000er Jahre betrug der Summenpreis der Produkte eines Märklin-Katalogs der meistgesammelten Spurweite H0 ca. 65.000 DM, auf zirka ein Viertel davon beliefen sich die Neuerscheinungen.

Märklin beschritt eigene Wege zur Steuerungstechnik der Modellbahnen; das von Märklin verwendete sogenannte Motorola-Format war lange Zeit exklusiv, proprietär und mit funktionalen Einbußen versehen, was die Feinfühligkeit der Steuerung von Lokomotiven anbelangte. Es war darum wichtig, dem Produkt Modellbahn eine breitere Basis zu verschaffen (ein Märklin-Manager prägte den Satz „Wer das erste Gleis in das Kinderzimmer wirft, hat gewonnen.“): Märklin bot – als Traditionsbruch – Einsteiger-Sets im Weihnachtsgeschäft bei Discountern an. Die Konkurrenten von Märklin (im Wesentlichen Fleischmann und Roco) haben im Grunde die gleichen Probleme. Bis auf Fleischmann sind aber alle bereits im Ausland tätig geworden. So werden zum Beispiel bei Piko alle Loks aus dem einfachen Hobby-Programm in Asien hergestellt. Die Fertigung eines Teils der Märklin-Produktpalette war ebenfalls nach Fernost ausgelagert, wurde aber ab 2010 wieder nach Deutschland bzw. Ungarn zurückgeholt (Näheres siehe „Produktionsstandorte“).

Am 7. Dezember 2011 erfolgte die Eintragung der Tochtergesellschaft Märklin Engineering GmbH ins Handelsregister. Der Firmenzweck ist die Erbringung von Entwicklungs-Dienstleistungen für die Gebr. Märklin & Cie. GmbH und Externe. Der Geschäftsführer ist Martin Lingens.[20]

Nenngrößen[Bearbeiten]

Nenngröße 2[Bearbeiten]

Für die derzeit größte Nenngröße (Stand 2009) bietet Märklin seit der Übernahme der Lehmann-Groß-Bahn (LGB) nach langem Unterbruch wieder ein Sortiment in der Spur IIm an.

Nenngröße 1[Bearbeiten]

Lok mit Tender (E-Version) Spur I (ca. 1935)

Als derzeit zweitgrößte Nenngröße bietet Märklin seit 1969 wieder ein Sortiment in der Spur I an. Anfangs war das ganze Programm als reine Spielzeugeisenbahn in Kunststoffbauweise gedacht, wurde dann aber ab 1978 mit der Einführung der P 8 (Baureihe 38) in Richtung einer professionellen Modelleisenbahn ausgebaut.

Durch Übernahme der Firma Hübner 2007 erfolgte eine deutliche Ausweitung des Profisortiments.

Nenngröße 0[Bearbeiten]

Märklin – SLH/70 12920, alte Spur 0

In den Jahren 1893 bis 1954 wurden in Göppingen ebenfalls blecherne Spielzeugeisenbahnen und Zubehör größtenteils aus Weißblech (Tinplate) hergestellt.[21] Die Spur 0 war ab 1895 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts die dominierende Baugröße der Modelleisenbahn. Die ersten Fahrzeuge waren abstrakte Nachbauten realer Vorbilder. Die Modelle wirken bis heute mit ihrer Ausstrahlung. In den 1920er Jahren erhöhte sich die Detailtreue der Modelle. Die alte Spur 0 hat einen Maßstab von 1:45 und eine Spurweite von 32 mm.

Die Entwicklung der Fahrzeuge der alten Spur 0 bei Märklin lässt sich in 4 Phasen einteilen:

  1. Phase – 1890er Jahre bis zum Ersten Weltkrieg
  2. Phase – 1920er Jahre
  3. Phase – bis zum Zweiten Weltkrieg
  4. Phase – nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1954

Diese Phasen sind an den Modellen deutlich zu erkennen:

  1. Phase – unterschiedliche Größen und Designs, verschiedene Kupplungen
  2. Phase – „rundliche“ Formen der 1920er Jahre, Stilfindung im Design
  3. Phase – klare, moderne, funktionale Formen, Nachbildungen realer Objekte
  4. Phase – auslaufende Produktion, keine Neuerungen.[22]

Nenngröße H0[Bearbeiten]

Märklin-Güterzug H0
BR 80 aus einem Märklin-Startset

Den größten Anteil am Sortiment und am Umsatz hat die Nenngröße H0 im Maßstab 1:87 mit der Spur H0, welche Märklin im Jahre 1935 etwa ein halbes Jahr nach Trix einführte und heute weltweit am weitesten verbreitet ist.

Märklin ist in der Spur H0 Marktführer im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) mit einem Marktanteil von ca. 50 Prozent. Im Bereich der Spur H0 existieren damit zwei etwa gleich große Segmente – zum einen das Zweileiter-Gleissystem mit mehreren Herstellern, zum anderen das Mittelleiter-Gleissystem, das von Märklin dominiert wird. In diesem Segment ist Märklin der einzige Vollsortiment-Anbieter.

Das Angebot von Märklin umfasst in dieser Spurweite ein komplettes Sortiment aus Rollmaterial, Gleisen, analogen und digitalen Steuerungen, einem Oberleitungssystem sowie weiteren Zubehörteilen. Die Auswahl an Rollmaterial umfasst eine breite Palette an Modellen, hauptsächlich nach Vorbildern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern. Diese Länder stellen auch die Hauptabsatzmärkte für Märklin dar. Daneben gibt es einige Modelle nach Vorbildern aus den USA, Dänemark, Schweden und Italien, verstreut auch aus anderen europäischen Ländern, die primär für hiesige Sammler, teilweise für den Export an dortige Märklin-Fans gedacht sind.

Mittelleiter-Gleissystem[Bearbeiten]

Mittelleiter-Gleissystem Ausstellungsanlage an der Spiel und Hobby Messe Suisse Toy im Jahre 2009

Während die Mehrzahl der Hersteller Modelle primär für das Zweileiter-Gleissystem anbietet, bei denen die beiden isolierten Schienen als Leiter eingesetzt werden, verwendet Märklin ein Stromsystem, bei dem in Schienenmitte Punktkontakte (ursprünglich eine durchgehende Mittelschiene) eingelassen sind. Die Stromabnahme ab diesem isolierten Mittelleiter erfolgt über den charakteristischen Schleifer auf der Unterseite der Fahrzeuge. Das System wird manchmal fälschlicherweise als Dreileiter-Wechselstrom-System bezeichnet, aus technischer Sicht ist die Bezeichnung Mittelleiter-Stromsystem korrekt, da beide Schienen elektrisch verbunden sind und einen gemeinsamen Leiter (Neutralleiter) bilden.

Als Vorteil des Systems gilt eine höhere Betriebssicherheit, da die Kontaktfläche zwischen Lokomotive und Schiene gegenüber dem Zweileiter-Stromsystem deutlich größer ist. Praktische Erfahrungen mit beiden Systemen, etwa im Großanlagenbetrieb im Miniatur-Wunderland in Hamburg, bestätigen diese Aussage jedoch nicht, dort besitzen alle Wechselstrom-Züge einen zweiten Schleifer unter dem ersten Wagen des Zuges. Die symmetrische Stromzuführung macht auch Gleisfiguren (z. B. Kehrschleifen) problemlos möglich, die bei Zweileiter-Gleissystemen aufgrund der asymmetrischen Stromzuführung nur mit speziellen Schaltungen machbar sind. Radsätze beim Zweileiter-Stromsystem sind ein- oder zweiseitig isoliert, während dies bei Märklin nicht nötig ist bzw. zur Auslösung von Schaltvorgängen auch nicht sein darf. Fahrzeuge sind dadurch auf dem jeweils anderen Schienensystem nur mit ausgetauschten Radsätzen einsetzbar – ein Service, den der Fachhändler beim Kauf eines neuen Wagens normalerweise kostenlos anbietet.

Neben den Unterschieden des elektrischen Systems unterscheidet sich auch die Rad-Schiene-Geometrie des Mittelleiter-Gleissystems leicht von dem des Zweileiter-Gleissystems. Die Räder stehen etwas weiter zusammen und die Spurkränze sind minimal größer (1,4 statt 1,2 mm). Beide Maße sind weit von Maßstäblichkeit weg, welche einen Spurkranz von 0,36 mm erfordern würde, verringern jedoch die Gefahr von Entgleisungen. Insbesondere schlecht konstruierte zweiachsige Wagen können in der Regel auf unsauber verlegten Gleisanlagen nicht mit niedrigen Spurkränzen fahren; sie zeigen wie auch steifere Triebfahrzeuge eine erhöhte Entgleisungsneigung. In Amerika sind niedrigere Spurkränze inzwischen die Norm, erleichtert wurde die Umstellung durch fast ausschließlich benutzte Drehgestellwagen mit mindestens vier Achsen und ohne Kurzkupplungskulissen.

Seit langem bieten die meisten Hersteller für das Spur H0 Zweileiter-Gleissystems auch Modelle für das Mittelleiter-Gleissystem an. Umgekehrt vertreibt Märklin nach der Einstellung der HAMO-Produktion seine Modelle über das Tochterunternehmen Trix im Zweileiter-Gleissystem.

Gleistypologie der Spur H0[Bearbeiten]

Einige Typen von Märklin-Gleisen; von links: M-Gleis (alt), M-Gleis (1952–1956), M-Gleis (1956–2000), K-Gleis, C-Gleis

Die Metallgleise (M-Gleise) prägten jahrzehntelang das Bild der Märklin-Eisenbahn. Sie bestehen in der Urform von 1935 aus einem hellbraunen Böschungskörper aus Blech, auf den die Schienen als Vollprofile aufgesetzt sind. Um die Optik edler erscheinen zu lassen, bekam die Gleisbettoberfläche einen Lacküberzug. Der Mittelleiter war durchgehend ausgeführt. Die Produkte der Nachkriegszeit sind aufgrund des Materialmangels dieser Jahre im Aussehen etwas unterschiedlich. Ab 1952 wurden die Vollprofilschienen durch Hohlprofil abgelöst, ohne optisch einen Unterschied zu zeigen – in erster Linie, um die Gleise zu einem günstigeren Preis (0,75 DM gegenüber 1,25 DM für 1/1 Gleis) anbieten zu können.

Ab 1953 wurde zunächst ein komplett neuentwickeltes Modellgleis mit eingesetzten Schwellen aus Kunststoff und darin verschweißten Punktkontakten angeboten. Dieses Gleis hatte, bedingt durch die aufwändige Fertigung, einen deutlich höheren Verkaufspreis (1,50 DM gegenüber 0,60 DM für 1/1 Gleis), so dass es sich am Markt nicht durchsetzte und kurz darauf vom Markt genommen wurde. Stattdessen wurde das alte M-Gleis ab 1956 durch so genannte Punktkontakte aufgewertet und nun jahrzehntelang mit nur kleinen Änderungen, wie Überarbeitungen an den Weichen, weiterproduziert. Als Nachteil erwies sich die Rostanfälligkeit der Strom führenden und beweglichen Teile, falls eine Modellanlage wechselnder Luftfeuchtigkeit ausgesetzt ist. 2000 wurde das M-Gleis aus dem Sortiment genommen.

Das ohne Bettung zur eigenen Einschotterung gefertigte K-Gleis (Kunststoff-Gleis) kam Ende der 1960er Jahre auf den Markt und brachte neben der verbesserten Optik flexibel verlegbare Gleise und verlängerte „schlanke“, vorbildgerechtere Modellbahnweichen. Die schlanken Weichen waren ursprünglich mit beweglichen Herzstücken ausgestattet, wie moderne Schnellfahrweichen des Vorbildes. Da der Mechanismus der beweglichen Herzstücke nicht auf Dauer zuverlässig arbeitete, wurde später auf feste Herzstücke umgestellt. Nachdem in den ersten Jahren für die Schienen noch Hohlprofile wie beim M-Gleis Verwendung fanden, erfolgte ab 1982 die Umstellung auf höherwertiges Vollprofil aus rostfreiem Stahl, was eine erhöhte Betriebssicherheit brachte.

Das C-Gleis wird seit 1996 als M-Gleis-Nachfolger angeboten. Das mit Bettung im Wesentlichen in anthrazitfarbenem Kunststoff gefertigte C-Gleis verbindet hohe Betriebssicherheit (u. a. Trittfestigkeit) mit einfach zu handhabender und betriebssicherer „Click“-Verbindung (daher der Name). Zudem ist es einfach wieder zu trennen, weshalb es auch sehr gut für Teppichbahnen geeignet ist. Das C-Gleis wurde aus dem sogenannten Gleis 2000 der erfolglosen Alpha-Kinderproduktlinie (von 1988 bis 1996) weiterentwickelt.

Damit unterschiedliche Gleissysteme miteinander kombiniert werden können, gibt es bis heute Übergangsgleise von einem auf das andere Gleissystem zu kaufen – die verschiedenen Varianten des Metallgleises sind dabei untereinander kompatibel.

HOBBY-Programm[Bearbeiten]

Um auch Modellbahneinsteiger und weniger kaufkräftige Kunden zu bedienen, setzte Märklin von 1991 bis 2005 auf ein „HOBBY“ genanntes Produktprogramm. Nachdem jahrelang hauptsächlich Auslaufmodelle im HOBBY-Programm weiter angeboten wurden, stellte Märklin im Jahre 2004 mit dem Modell der Baureihe 185 erstmals eine vollständig neu konstruierte, relativ preiswerte Lokomotive für dieses Sortiment vor. Schon 2005 wurde das Programm offiziell wieder eingestellt mit der Begründung, dass alle Märklin-Artikel „mit den Märklin-typischen Merkmalen der Betriebssicherheit, Dauerhaftigkeit und des Werterhalts“ ausgestattet würden[23] – HOBBY-Modelle sind jedoch weiterhin im Programm. Es werden auch – wie inzwischen von diversen Anbietern – neue Lokmodelle im unteren Preissegment neu entwickelt. Es wurden im Hobby-Segment Lokmodelle der Baureihen 24, 74, 89.0, 146.1, 185.2 und 232 angeboten. Seit Anfang 2011 werden die Märklin Hobby-Produkte unter der Produktlinie „Märklin my World“ vermarktet, zusammen mit einigen (günstigen) Modell-Bausätzen. Allerdings wurden dabei die Preise für die Märklin Hobby-Loks der TRAXX-Lokfamilie als einzige des gesamten Märklin-Sortiments stark erhöht.

Nenngröße N[Bearbeiten]

Ende der 1960er Jahre hatte Märklin an einer eigenen Modelleisenbahn in der Spur N gearbeitet, die Planungen jedoch zugunsten der noch kleineren Spur Z wieder aufgegeben. Es blieb bei einigen Handmustern, in Serie gingen diese Modelle jedoch nie.

Märklin kam jedoch 1997, mit der Übernahme der Firma Trix, zu einem größeren Sortiment in der Spur N. Trix bietet die Modelleisenbahn der Spur N unter dem Markennamen MINITRIX an.

Nenngröße Z[Bearbeiten]

Märklin führte mit der im Maßstab 1:220 ausgeführten Spur Z im Jahre 1972 die kleinste in Serie produzierte Modelleisenbahn unter dem Markennamen Miniclub ein. Im Jahre 2007 wurde dieser Rekord jedoch durch einen japanischen Hersteller mit der Spur T im Maßstab 1:450 gebrochen, welcher bisher nur Modelle nach japanischen Vorbildern fertigt. Somit bleibt die Spur Z für europäische Fahrzeuge die kleinste verfügbare Spurweite.

Produktionsstandorte[Bearbeiten]

Produziert wird von Märklin aktuell in Göppingen (Stammwerk) sowie im ungarischen Győr (Stand 2012).

Die Wagenproduktion, bei der in Schwäbisch Gmünd zeitweilig 200 Menschen beschäftigt waren,[24] verlagerte Märklin zunächst in ein 1991 übernommenes Gelände in Sonneberg.[25] Dieses Werk wurde 2007 ebenfalls geschlossen und die Produktion nach Győr verlagert. Anlässlich der Betriebsversammlung vom 18. März 2009 gab der Insolvenzverwalter Michael Pluta bekannt, dass die Außenstelle von Märklin, der Produktionsstandort Nürnberg, als Teil des Sanierungskonzeptes der angeschlagenen Firma Märklin ebenfalls geschlossen werde, was im August 2009 umgesetzt wurde. Auch in diesem Fall wurde die Produktion nach Győr verlagert. Dort werden aktuell die Spur-1-Produkte, seit 2008 auch die Lehmann-Groß-Bahn (LGB) und seit 2009 auch teilweise die Wagen für die Nenngröße H0 (vormals Werk Sonneberg) und alle Trix-Produkte (vormals Werk Nürnberg) produziert.

Zeitweise wurde auch in China produziert, wo die erforderliche Qualität nicht erreicht wurde und mit dem Aufkauf des chinesischen Zulieferers durch den Märklin-Konkurrenten Sanda Kan / Kader Industrial aus Hongkong die Produktionstechniken an die Konkurrenz weitergegeben wurden. Daher wurde die Produktion in China 2010 bis 2011 beendet und die Fertigung wieder nach Deutschland bzw. Ungarn verlagert. Das Werk Göppingen soll sowohl als Entwicklungsstandort gefestigt als auch durch Investitionen in die Produktion als zentraler Produktionsstandort ausgebaut werden.

Digitale Steuerungen[Bearbeiten]

Märklin-Delta-System, Decoder mit Zusatzfunktion (Märklin-Artikel 66031)

Märklin Digital[Bearbeiten]

Märklin führte 1984 als einer der ersten Modellbahn-Hersteller ein Digitalsystem ein, das Märklin-Digitalsystem (Motorola-Format), mit dem bis zu 80 Lokomotiven unabhängig voneinander gesteuert werden können. Das System wurde im Laufe der Jahre weiter verbessert, so dass am Ende bis zu fünf Zusatzfunktionen pro Lok geschaltet werden konnten.

Ein von Märklin für HAMO kurz nach Einführung des Wechselstrom-Digitalsystems zusätzlich angebotenes Digitalsystem für das H0-Zweileiter-System wurde trotz besserer technischer Eigenschaften aufgrund Erfolglosigkeit nach wenigen Jahren vom Markt genommen. Die Decoder dieses „Märklin Digital =“ genannten Systems lassen sich auch mit aktuellen DCC-Systemen verwenden.

Ab 1992 wurde das Märklin DELTA-System als kostengünstiges, aufwärtskompatibles Mehrzugsystem für bis zu vier, später fünf Fahrzeuge für Einsteiger angeboten. Es war eine abgespeckte Version des Märklin-Digital-Systems, steuerungsseitig mit maximal fünf gleichzeitig steuerbaren Fahrzeugen und jeweils nur einer Lokfunktion. Mit DELTA ausgerüstete Lokomotiven sind jedoch ebenso im großen Digitalsystem fahrbar.

Mit dem Aufkommen von „Märklin Systems“ wurde die Herstellung dieser Systeme eingestellt.

Hauptartikel: Märklin Digital

Märklin Systems[Bearbeiten]

Seit dem Jahre 2004 gibt es Märklin Systems, welches mit dem bisherigen Märklin-Digital-System kompatibel ist. Das System hat als Neuerung u. a. eine begrenzte Bidirektionalität: Loks mit dem „systems“-eigenen, sogenannten „mfx“-Decoder melden sich automatisch bei der Steuereinheit an. Die Fahrgeräte haben eine Anzeige, in der die Loks mit Namen bezeichnet werden. Die neuen Decoder bieten statt maximal fünf nun bis zu 9 (später 16) schaltbare Funktionen; die Anzahl der Geschwindigkeitsstufen wurde von 14 auf 128 erweitert, die der Lokadressen von 80 auf über 16.000.

Mit sinngemäßen, auf derselben Architektur aufgebauten Systemkomponenten, jedoch nach dem DCC-Standard statt dem Motorola-Format, wurde bei der Firma Trix im Jahre 2005 Selectrix durch „Trix System“ abgelöst. Damit hat Märklin mit dem DCC-Standard im H0-Zweileiter-System Fuß gefasst.

So wie das Märklin-Digitalsystem mit dem Begriff „Motorola“ in Verbindung gebracht wird, wird das „Trix System“ mit dem DCC-Standard (und dem Unternehmen Lenz Elektronik) in Verbindung gebracht. Der DCC-Standard ist zudem in international gültigen Normen der National Model Railroad Association (NMRA) und den Normen Europäischer Modellbahnen (NEM) festgelegt.

Hauptartikel: Märklin Systems

Markennamen[Bearbeiten]

Für einige Märkte verwendet der Märklin-Konzern eigene Markennamen. Dabei handelt es sich teilweise um ehemals eigenständige Unternehmen, teilweise um extra hierfür kreierte Namen.

Alpha[Bearbeiten]

Im Jahr 1988 brachte Märklin die Alpha-Spielbahn auf den Markt. Diese wurde mit dem neu entwickelten "Gleis 2000" (Spurweite 16,5 mm entsprechend Nenngröße H0) ausgeliefert, welches ein Vorläufer des späteren C-Gleissystems darstellte. Die Alpha-Bahn wurde in Zusammenarbeit mit Kindern als "Abenteuerbahn" konzipiert. Für die Bahn gab es die Alpha-Lok, eine Phantasie-Stromliniendampflokomotive mit Tender, sowie Niederboardwagen, auf welchen mittels Magneten verschiedene exakt passende Module wie Kran, Bus/Passagierkabine, Hovercrafcontainer, Power-Unit usw. montiert werden konnten. Darüber hinaus gab es weitere Modelle wie einen Truck, einen Expeditionsrover oder ein Raumschiff, wobei der Truckanhänger oder das Raumschiff ebenfalls die genannten Module aufnehmen konnten. Geliefert wurden die Sets inklusive Comic-Hintergrund-Spielkulissen zum Aufstellen mit Dschungel- oder Wüstensetting. Die Verpackungen waren multifunktional designt: Sie waren robust als Transportkoffer ausgeführt, sodass das komplette Material darin Platz finden konnte. Zudem ließen sich die Verpackungen zum Spielen mit der Bahn verwenden: Die Transportkoffer dienten als Gebäude, Bahnhof, Tunnel oder Lokschuppen, Gleispackungen ließen sich als Brücke verwenden. Einsamer Held der weitgehend gewaltfreien Alpha-Welt war der so genannte Alpha-Erfinder, eine Figur, die einigen Produkten beilag. Der Alpha-Welt war von Anfang an kein großer Erfolg beschieden. Bereits im Jahr 1989 wurden einige als Neuheit angekündigte Produkte (Hovercraft) zunächst zurückgestellt und erschienen letztlich gar nicht. Auch weitere Aktionen wie der Namenswettbewerb für die Erfinderfigur blieben ohne Ergebnis (und der Erfinder ohne Namen). Im Jahr 1995 wurde die Produktlinie zum letzten mal angeboten. Einzelne Expeditionsrover und Trucks aus der früheren Alpha-Reihe wurden noch bis zur Jahrtausendwende im Märklin-Museum unter dem Label "GAMA" verkauft.[26]

ANTEX[Bearbeiten]

Unter dem Markennamen „ANTEX“ verkaufte Märklin von 1964 bis 1968 in den Niederlanden und in Belgien Zugpackungen. Die Packungen enthielten neben einem Fahrgerät und einem Gleisoval eine Tenderlok (Basis Märklin 3029 bzw. Primex 3020) in Einfach-Ausführung sowie zwei Rungenwagen. Kunden konnten ihre ANTEX-Bahn bedarfsweise mit Märklin-Produkten ausbauen.

PRIMEX[Bearbeiten]

Märklin Primex Jubiläumszug 1989 Artikel-Nr. 2702

Von 1969 bis 1992 verkaufte Märklin unter der Marke „PRIMEX“ vereinfachte, jedoch kompatible Modellbahnprodukte für das Kundensegment der Modellbahneinsteiger. Auffallend war die orangefarbene PRIMEX-Verpackung mit weißem Aufdruck. Vornehmlich wurden die PRIMEX-Produkte in Supermärkten und Kaufhäusern vertrieben. Abgestimmt auf diese Vertriebsschiene, wurde Primex als Vollsortiment mit Gleismaterial, Fahrgeräten und einer großen Palette an Zubehörteilen wie Gebäuden, Figuren, Straßenfahrzeugen sowie Material zur Landschaftsgestaltung angeboten. Das Zubehörmaterial wurde zum großen Teil von Firmen wie dem dänischen Hersteller Heljan zugekauft. Das Gleismaterial entsprach dem M-Gleis von Märklin, jedoch farblich vereinfacht und in der Auswahl eingeschränkt. Als weitere Sortimentsergänzung wurden zeitweise (um 1980) Holzspielzeuge vertrieben.

Die unter dem Namen PRIMEX angebotenen Modelle wurden später dem sonst üblichen Märklin-Standard angeglichen. Am Ende wurden sogar weitgehend oder teilweise neu konstruierte Lokomotiven und Triebwagen vorgestellt. Bis heute ist der Markenname durch Märklin geschützt. Die letzte unter diesem Markennamen veröffentlichte Lokomotive ist eine Dampflok 023 033-4 der DB – eine Replik der 1954 erschienenen Lok 23 014 (Artikel-Nr. DA 800 bzw. 3005), allerdings mit modernerem Innenleben (Delta-Modul anstelle des elektromechanischen Umschaltrelais) – welche im Jahr 2000 zur Aufrechterhaltung der Markenrechte und anlässlich des Jubiläums dieser Dampflok wieder aufgelegt wurde.

MAXI[Bearbeiten]

Ab 1994 versuchte man das Spur 1-Profisortiment mit der Marke „Märklin-Maxi“ um eine Spielzeugeisenbahn aus Metall zu ergänzen. Nachdem das Maxi-Sortiment schon in den Jahren nach 1999 erheblich reduziert worden war, wird die Marke „Märklin-Maxi“ seit 2005 nicht mehr gepflegt, obwohl einige Modelle aktuell noch angeboten werden.

MINEX[Bearbeiten]

Eine fast unbekannte Marke von Märklin ist die Märklin-MINEX-Bahn. Von 1970 bis 1972 wurde unter dieser Marke eine Schmalspurbahn in der Nenngröße 0e mit dem Maßstab 1:45 angeboten, welche auf dem vorhandenen H0-Gleismaterial lief. Der Name leitet sich von einem Vorkriegs-Metallbaukasten mit Aluminium-Elementen der Firma Märklin ab, er wurde außerdem 1976 für eine Variante des Baukastensystems Märklin-plus verwendet.

HAMO[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hamo

Der Markenname „HAMO“ stammte von einer bis 1963 eigenständigen Firma aus Nürnberg, die von Märklin aufgekauft wurde. 1966 präsentierte Märklin unter dem Namen HAMO die ersten Zweileiter-Gleichstrom-Lokmodelle mit Radsätzen und Stromabnahmen für den Gleichstrombetrieb. Die Abwandlung der Modelle war dabei so gering wie technisch möglich, was einen Umbau in eine Wechselstromlok erleichtert, den Modellen bei Gleichstrom-Bahnern aber zu einem schlechten Ruf verholfen hat – insbesondere dienen oft (zu) wenige Räder der Stromabnahme. Mitte der 1990er Jahre wurde unter den Zweileiter-Gleichstromsystemen ein eigenes HAMO-Digitalsystem eingeführt, das über mehr Fahrstufen verfügte und damit sogar leistungsfähiger war als das Wechselstrom-Digital-System (Motorola-Format). Seit dem Zukauf von Trix 1997 wird der Markenname HAMO jedoch nicht mehr genutzt, das HAMO-„Gleichstrom-Digitalsystem“ (das auch ein gepulstes Wechselstromsystem war, jedoch mit anderem Datenformat und welches als DCC genormt wurde) wurde nicht mehr weiterentwickelt und die HAMO-Komponenten nach der Entscheidung zum HAMO-Stopp dann sehr günstig abverkauft.

TRIX[Bearbeiten]

Hauptartikel: Trix

Am 1. Januar 1997 übernahm Märklin das Unternehmen Trix aus Nürnberg mit Modellbahn-Sortimenten in den Spuren H0 und N sowie mit dem Trix Metallbaukasten. Vorausgegangen war über mehrere Jahre hinweg eine Kooperation, bei der Produkte in der H0-Spur gemeinsam entwickelt wurden.

Mittlerweile wurde die Produktion sowohl von Trix Express als auch des Metallbaukastens eingestellt, so dass heute nur noch die Segmente Trix H0 und Minitrix (Spur N) weitergeführt werden. Ersteres zunächst ergänzt durch Gleichstromversionen von Märklin-Modellen mit den schon von Hamo bekannten Schwächen. Inzwischen sind viele der Verbesserungen auch andersherum in die Wechselstrom-Modelle eingeflossen. Trix H0 wurde ab 2004 durch eine Variante des C-Gleises für Zweileiter-Gleichstrom zu einem Vollsortiment ausgebaut.

Märklin vermarktet unter der Marke Trix H0 auch seine Modelle nach US-amerikanischen Vorbildern in Zweileiter-Gleichstromtechnik. Um die Kompatibilität mit Produkten der US-Modellbahnindustrie zu gewährleisten, sind die USA-Modelle auch in Versionen mit dort üblichen Radsätzen (RP25) und Kupplungen (Kadee) erhältlich.

LGB[Bearbeiten]

Hauptartikel: Lehmann-Groß-Bahn

Der Gartenbahn-Anbieter LGB wurde nach dessen Insolvenz im Jahr 2007 von Märklin übernommen. Dabei wurde die LGB-Produktion, die sich in der Saganer Straße in Nürnberg befand, nach Győr in Ungarn verlagert. Marketing, Vertrieb, Entwicklung, Leitung Formenbau, Kundenbetreuung, Anlagenbau, LGB-Club, Aboverwaltung der LGB-Depesche sowie der LGB-Kundendienst fanden zunächst in der Witschelstraße in Nürnberg zusammen mit dem zweiten Nürnberger Traditionsunternehmen Trix ihren Platz. Diese Produktionsstätte wurde allerdings im Jahr 2009 aufgrund der Märklin-Insolvenz geschlossen. Heute befindet sich der LGB-Kundendienst im Stammwerk in Göppingen. Die Produktion läuft in Ungarn weiter.

Hübner[Bearbeiten]

Hübner Feinwerktechnik, ein Anbieter in Baugröße 1, mit dem Märklin schon bisher teilweise zusammengearbeitet hat, wurde 2007 übernommen.

Andere Produkte[Bearbeiten]

4 Metallbaukästen, ca. 1930
Märklin-Metallbaukasten, 1970er Jahre

Die Firma Märklin hat schon immer verschiedene Produkte aus dem Bereich der Metallspielwaren hergestellt und angeboten. So begann die Firmengeschichte mit der Fabrikation von Puppenküchen und Puppenwagen. Zuletzt brachte Märklin im Jahr 2002 ein knapp 1 m langes, schwimmfähiges Modell des Passagierdampfers „Viktoria“ auf den Markt.

Metallbaukästen[Bearbeiten]

Spätere Bezeichnung: märklin metall

Der Märklin-Metallbaukasten ist ein Stück deutscher Spielzeuggeschichte. Ehemals ein Lizenzprodukt der Firma Meccano, erwarb Märklin die Markenrechte im Jahre 1915 und nahm 1919 die Produktion mit anderen Farben auf. Märklin stellte die Produktion dieser Metallbaukästen anfangs der 2000er Jahre bis auf Sonderaktionen ein.

Märklin Plus[Bearbeiten]

Märklin Plus war ein Baukastensystem ähnlich dem LEGO (also aus Kunststoff) und voll kombinierbar mit märklin metall.

Märklin SPRINT[Bearbeiten]

1934 begann Märklin mit der Produktion einer Spielzeugautobahn mit spurgeführten Autos (Slotcars). Aufgrund harter Konkurrenz stellte man die Produktion bereits 1938 wieder ein. Als Konkurrenz zum Marktführer Carrera griff Märklin diesen Markt 1967 mit der Rennbahn „Märklin Sprint“ wieder auf. Die Realisierung im Maßstab 1:32 wurde vom Erfolg der Carrera-Rennbahnen vorgegeben. Trotz des guten Namens, den Märklin aus dem Modellbahnbereich mitbrachte, konnte Märklin in diesem Bereich zwar Fuß fassen, jedoch nie mit Carrera konkurrieren. Nachdem die Slotcars in eine Krise schlitterten stellte Märklin die Produktion von „Märklin Sprint“ nach 15 Jahren Dauer 1982 wieder ein. In Rennbahnsammlerkreisen genießt „Märklin Sprint“ nach wie vor einen guten Ruf und ist nach Carrera eines der beliebtesten Sammelobjekte.

Metal Military Mission[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 stellte Märklin auf der 58. Spielwarenmesse International Toy Fair Nürnberg erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder Kriegsspielzeug vor. Das Unternehmen hatte sich nach dem Zweiten Weltkrieg entschlossen, entsprechendes Spielzeug nicht mehr anzubieten und war dieser Linie bis 2007 gefolgt. Die unter der Bezeichnung Metal Military Mission by Märklin (4MFOR) vertriebene Produktlinie bietet unter anderem Modelle deutscher Panzer und Bundeswehr-Militärfahrzeuge aus Metall.[27] 2010 hat Märklin die Produktion dieser Modelle eingestellt und bietet keine Militärfahrzeuge mehr an.

Märklin Toys Spy Tec[Bearbeiten]

Unter den Namen Spy Tec bietet Märklin seit Herbst 2008 (Unternehmensführung von Kingsbridge) elektronisches Agentenspielzeug für Kinder ab sechs Jahren an. Mit der Agentenausrüstung, bestehend aus GPS-Alarm, 3D Lazer-Alarm, SMS-Messenger und Base-Control, sollen Kinder eine moderne Version von Räuber und Gendarm spielen können. Trotz der Bezeichnungen der Ausrüstungen enthalten diese keine GPS-, Laser- oder SMS-Funktion, sondern es handelt sich z. B. um einfache Lichtschranken.[28] Nach der Einführung 2008 wurden keine neuen Produkte aus dieser Linie vorgestellt, beworben oder in den Handel gebracht, so dass sie faktisch eingestellt ist.

Märklin als Sammlerobjekt[Bearbeiten]

Anlage mit Material aus den 1950er Jahren und älter: 3025, F800 (3026), Stellwerk 473/6, Brücke 466 (rot) und 467/2 (rot) beide von 1949, Bahnhof 419/415, Übergang 444 (grau und rot), Gleise aus der Produktion vor dem Zweiten Weltkrieg

Da Märklin einer der ältesten Hersteller von Modelleisenbahnen und anderem Spielzeug ist, gibt es viele Sammler für Spielzeug von Märklin. Einzelne Objekte, insbesondere Lokomotiven der Vorkriegszeit mit Farbgebungen der Auslands-Lieferungen, erzielen auf Auktionen zum Teil Preise von mehreren 10.000 Euro. Auch für alte Kataloge oder Originalkartons werden auf Auktionen und Sammlermärkten oft hohe Preise erzielt, in erster Linie für Modelle aus der Zeit vor etwa 1955. Die oftmals angenommene Wertsteigerung sämtlicher Märklin-Artikel ist jedoch ein Irrglaube.

Auf dem Büchermarkt gibt es einige Fachkataloge, die den aktuellen Marktwert der Modelle einzuordnen versuchen. Bekanntester und anerkannter Katalog ist der so genannte „Koll“. Für Sammler der Modellreihen vor ca. 1965 ist auch die „mikado Märklin-Edition“ von Interesse.

Northlander von 1978

Da sich das Modellbahnhobby während der Jahre des Wirtschaftswunders großer Beliebtheit erfreute, stiegen die von jedem Modell produzierten Stückzahlen stark an. Nur noch wenige limitierte Serien, wie z. B. das auf 5000 Exemplare begrenzte Modell des Northlanders aus dem Jahre 1978, erreichten später noch Spitzenpreise.

Krokodil 30159/36159 von 1996

Allerdings ist nicht alles, was bei Märklin in alten Fertigungsverfahren hergestellt wird, wirklich alt: Sammler werden bei Märklin teils noch mit Sonderserien altertümlich anmutender Produktionen bedient. Ein Beispiel sind die 1985 in bedrucktem Blech der 1930er Jahre mit aktueller Motorentechnik gefertigten Doppelzugpackungen zum fünfzigjährigen Jubiläum der Spur H0. Im Jahr 2000 gab es eine Wagenpackung mit drei Blechgüterwagen zum hundertjährigen Bestehen des Märklin-Museums. Auch das bekannte Schweizer Krokodil mit der Artikelnummer CCS800 (später 3015) wurde 1996 als Modell für Märklin-Insider wieder aufgelegt, diesmal mit brauner Farbgebung, aber technisch fast identisch mit den Modellen der 1950er Jahre.

Mit der Herstellung der Gehäuse vieler Lokomotivmodelle in Zinkdruckguss bleibt Märklin einer Tradition treu, die bei den Anhängern als werthaltig und robust gilt, von Kritikern jedoch gegenüber der sonst üblichen Kunststoff- oder Verbundbauweisen als schlechter detaillierbar angesehen wird.

Märklin-Insiderclub[Bearbeiten]

Seit 1993 bietet Märklin für seine Kunden auch einen hauseigenen Club an, den Märklin-Insiderclub. Mitglieder dieses Clubs erhalten gegen einen Jahresbeitrag eine Reihe von Leistungen: ein Abonnement der Hauszeitschrift Märklin-Magazin, die speziell für Mitglieder herausgegebenen Insider-News, einen Gutschein für den Jahreskatalog, sowie einen speziellen Jahreswagen, ein speziell für die Clubmitglieder produziertes Güterwagenmodell. Auch werden über die Clubkarte Vergünstigungen bei Kooperationspartnern angeboten.

Zusätzlich produziert Märklin in jeder Spurweite jedes Jahr eine einmalige Serie eines Lokomotiv- oder Zugmodells, das nur von Märklin-Insidern erworben werden kann. Die von Märklin dargestellte Exklusivität dieses "Insider-Modells" ist jedoch in der Realität nicht unbedingt gegeben, da ein Großteil der derzeit ca. 90.000 Mitglieder dieses Modell erwirbt. Zudem ordern einige Händler mit überzähligen Bestellscheinen die Insidermodelle für den freien Verkauf. Teilweise werden die Modelle auch, in zumeist nur geringfügig geänderter Ausführung, kurze Zeit später im allgemeinen Warensortiment angeboten.

Im Gegensatz zu klassischen Modellbahnvereinen ist der Insider-Club jedoch weder ein echter Verein, noch werden von den Mitgliedern gemeinsame Ziele, wie beispielsweise der Bau einer Anlage, verfolgt. Märklin nutzt diesen Club als Kundenbindungsinstrument. Zwar entstanden verschiedene Treffen, die sich als Märklin Insider-Stammtisch bezeichnen, doch wurden diese von Mitgliedern privat, ohne die Mitarbeit der Firma Märklin, ins Leben gerufen.

Das Ziel, den Mitgliedern einen Informationsvorsprung zu verschaffen, konnte jedoch nur bedingt erfüllt werden, da mit der raschen Verbreitung des Internets sich dort zahlreiche Webforen zum Thema Modellbahn bildeten, wo man die gleichen Informationen oft schneller und zudem kostenlos bekam. Zwar bot Märklin zeitweise ein eigenes, nur für Clubmitglieder zugängliches Webforum an, doch hat sich dieses nicht bewährt und wurde wieder eingestellt.

Der Insiderclub wird auch für die Freunde der Marken Trix H0 und Minitrix angeboten, allerdings unter der Bezeichnung Trix-Profi-Club.

Märklin Start up Club[Bearbeiten]

Der Märklin Start up Club ist die neue Form des alten ,,1.FC Märklin bzw. des " Märklin Kids Club". Für einen Mitgliedsbeitrag von 12€ im Jahr erhalten Mitglieder 6 Sammelhefte mit kleinen Geschenken. Inhalt dieses Heftes sind Comics, Poster, Vorstellungen neuer Produkte, Tipps & Tricks und besondere Meldungen. Die Comicfigur des Comics ist immer: Tim Tender.

Der Kinderclub hat eine eigene Website (http://www.maerklinfanclub.de/) auf der sich Mitglieder das aktuelle Heft ansehen können. Außerdem wird ein Forum angeboten.

Märklin-Händler-Initiative (MHI)[Bearbeiten]

Die Märklin-Händler-Initiative kurz MHI wurde 1990 unter Federführung der Märklin Geschäftsleitung gegründet. In ihr sind die Mehrzahl der Deutschen Märklin Händler "organisiert", die Händler haben durch den Beitritt zur MHI die Möglichkeit Sonderauflagen, die sogenannten MHI Modelle zu verkaufen. Darin enthalten sind auch die Kunden-Club Modelle (insider-Club, Profi-Club, LGB-Club). Dabei gibt es derzeit (2014) neun ehrenamtliche Regionalvorstände die aus den Reihen der MHI Händler gewählt werden, die Wahlperiode beträgt vier Jahre. Jeweils drei gehören den Gebietsgruppen Nord, Mitte und Süd an. Diese entscheiden u.a. über die Modellauswahl der in den Exclusiv-News genannten Neuheitenblätter. Die Modelle werden im Auftrag der MHI von Märklin hergestellt und auch vertrieben. Von der MHI gibt es neben den Modellen auch Marketingmaßnahmen, wie z. B. Schaufensterdekorationen oder Plakataktionen, an denen der MHI-Händler teilnehmen kann.

Zwei Märklin-H0-Modelle der BR 103

Märklinist[Bearbeiten]

Spielzeug- und Modelleisenbahner, die eine Anlage in Nenngröße H0 betreiben und dabei weitgehend Produkte der Firma Märklin einsetzen, werden auch als Märklinisten bezeichnet. Diese Bezeichnung ist in der ehemals unterschiedlichen Produktphilosophie von Märklin einerseits und in Abgrenzung gegenüber der Mitbewerber andererseits begründet.

Der Begriff entstand, als Märklin einer der wenigen Hersteller war, der Fahrzeuge für das Mittelleiter-Wechselstromsystem anbot, das mit dem Zweileiter-Gleichstromsystem anderer Hersteller der Nenngröße H0 nicht kompatibel ist. Nachdem jedoch einige Mitbewerber aus dem Bereich des Zweileiter-Gleichstromsystems (z. B. Firmen wie Fleischmann, Jouef, Liliput, Lima, Piko und Roco) auch Triebfahrzeuge für das Mittelleiter-Wechselstromsystem auf den Markt gebracht haben – Wagen sind in der Regel durch den Tausch der Radsätze universell einsetzbar – bezeichnet man zunehmend nur noch solche Modelleisenbahner als Märklinisten, die sich weitgehend auf die Märklin-Produkte (etwa Gleise und Rollmaterial) beschränken.

Literatur[Bearbeiten]

  • märklin Magazin. (erscheint sechsmal im Jahr) Herausgeber: Gebr. Märklin & Cie. GmbH.
  • Klaus Eckert: Die Legende lebt – 150 Jahre Märklin. Geschichte – Menschen – Modelle. Klartext, Essen 2009, ISBN 978-3-8375-0129-2.
  • Joachim Koll: Koll’s Preiskatalog. Märklin 00/H0. Koll, 1992, ISBN 3-922164-42-0.
  • Joachim Koll: Wertanlage Märklin, Das Handbuch für Sammler und zur Wertanlage. Augustus Verlag, Augsburg 2002, ISBN 3-8043-0361-7.
  • Dieter Reinold: Mikado – Handbuch für Modellbahnsammler. Heel, 2005, ISBN 3-936520-01-1.
  • Rudolf Ring: Das illustrierte Lexikon der Modellbahntechnik. GeraMond, München 2010, ISBN 978-3-86245-503-4.
  • Christian Väterlein, Botho G. Wagner: Märklin-Eisenbahnen. von den Anfängen bis 1954. Battenberg, Augsburg 1996, ISBN 3-89441-233-X.
  • Bernd Schmid: Märklinbahn + Landschaft – Anleitung zum Bau von H0-Anlagen und Tips zur Ausgestaltung. 10. Auflage. Gebr. Märklin, Göppingen 1981, DNB 830464344.
  • Bernd Schmid: Märklin-bahn mit Pfiff – Neue Tips und Baubeschreibungen für den anspruchsvollen Modellbahner. 2. Auflage. Gebr. Märklin, Göppingen 1981, DNB 830464352.

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Märklin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Märklin fährt weiter in der Erfolgsspur (PDF; 75 kB), Presseinformation vom 11. Juni 2012.
  2. Kingsbridge Capital übernimmt Märklin Pressemitteilung (.pdf; 54 kB)
  3. Pressemitteilung
  4. Märklin übernimmt den Spur 1 Spezialisten Hübner Feinwerktechnik GmbH Pressemitteilung (.pdf; 9 kB)
  5. Märklin-Chef Dietz gibt seinen Posten auf spiegel.de am 11. August 2008.
  6. Märklin bekommt neuen Geschäftsführer, Süddeutsche Zeitung, Online-Artikel vom 9. Januar 2009.
  7. Untergangsstimmung statt Feierlaune. AP-Text. In Frankfurter Rundschau vom 3. Feb. 2009.
  8. Märklin meldet Insolvenz an In Spiegel Online vom 4. Februar 2009.
  9. Der Mann, der Märklin saniertVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter, Financial Times Deutschland vom 5. März 2010.
  10. Angela Maier, Steffen Klusmann: Märklin – Der große Eisenbahnraub (Version vom 7. September 2012 im Webarchiv Archive.today) Financial Times Deutschland
  11. Financial Times Deutschland: Berater sollen Märklin ausgesaugt haben (Version vom 2. August 2012 im Webarchiv Archive.today) 6. Februar 2008.
  12. maerklin.de: Modellbahn Treff Göppingen und Märklin Familientag
  13. Früherer Würth-Manager wird neuer Märklin-Chef Welt Online vom 22. Oktober 2010.
  14. Märklin geht es wieder gut. In: NZZ Online vom 22. Juli 2010, abgerufen am 21. Dezember 2010.
  15. Süddeutsche Zeitung vom 4. Februar 2011: Unternehmen in der Insolvenz–Totgesagte leben länger
  16. Märklin bekommt zweiten Geschäftsführer, Handelsblatt vom 28. September 2011.
  17. Sönke Iwersen: Märklin-Berater Alix soll 14 Millionen Euro zahlen Handelsblatt, 6. Dezember 2011.
  18. Märklins Zukunft gesichert. Simba-Dickie-Group, 21. März 2013, abgerufen am 27. März 2013.
  19. Geschäftsführer Löbich verlässt Modellbahnhersteller Märklin Schwäbisches Tagblatt, 22. Juli 2013
  20. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAmtsgericht Ulm Aktenzeichen: HRB 727232. 07. Dezember 2011, abgerufen am 28. Januar 2012.
  21. Alte Spur 0 Märklin Enzyklopädie, 28. Dezember 2009
  22. Alte Spur 0 Märklin Forum, 20. August 2009
  23. Märklin Jahrbuch 2005 H0, S. 10.
  24. Letzte Reise der Franzburger Dampfbahn, Rems-Zeitung, Artikel vom 9. Juli 2009.
  25. Glück und Unglück der Sonneberger Märklin-Leute, Freies Wort, Artikel vom 5. Februar 2009.
  26. [1]
  27. Märklin und die Metal Military Mission – Florian Rötzer,Telepolis. Der Modellbahnhersteller bietet nun auch Militärfahrzeuge an, was man als Zeichen der Zeit verstehen kann, 6. Februar 2007.
  28. Gestern High Tech, heute Spy Tec (PDF; 12 kB), Presseinformation von Märklin, 6. Februar 2008.