Subjektivierung

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Dieser Artikel beschreibt Subjektivierung im soziologischen Sinne. Subjektivierung wird in unterschiedlichen Disziplinen verschieden benutzt. In der Literatur- und Medienwissenschaft wird er verwandt, um zu beschreiben, wie Erzählungen gefiltert durch das Bewusstsein einer Figur präsentiert werden können. So definiert beispielsweise Christine Brinckmann Subjektivierung als eine Abweichung der darstellenden Norm, solange ein objektives Korrektiv für die subjektive Sicht angeboten oder klar ist, dass die Realitätswahrnehmung durch die Figur verzerrt ist.[1] Die Subjektivierung der Vergesellschaftung wird zuweilen als Personalisierung der Vergesellschaftung bezeichnet.

In der Soziologie bezeichnet Subjektivierung im Rahmen der Individualisierungsthese, dass das Subjekt verantwortlich ist

  • für gesellschaftliche Veränderungen und
  • mittels seines Handlungs- und Reflexionsvermögens für die Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Macht- und Diskursanalyse[Bearbeiten]

Subjektivierung spielt in der Macht- und Diskursanalyse eine Rolle. Das Konzept der Subjektivierung postuliert, dass bestehende Strukturen sich selbst zerstören und so einen Handlungs- und Gestaltungsspielraum für das Subjekt ermöglichen. Für den Philosophen Michel Foucault existiert hingegen keine Form der Subjektivierung, die nicht das Ergebnis historischer Transformationsprozesse und weiterer äußerer Gegebenheiten ist.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christine Brinckmann: Der Voice-Over als subjektivierende Erzählstruktur des Film Noir. In Mariann Lewinsky, Alexandra Schneider (Hrsg.): Die anthropomorphe Kamera und andere Schriften zur filmischen Narration. Zürich: Chronos (=Zürcher Filmstudien 3)
  2. Robert Lembke: Der Mensch als Untertan - Zum Begriff der Subjektivierung bei Michel Foucault