Judith Butler

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Judith Butler (2012)

Judith Butler (* 24. Februar 1956 in Cleveland) ist eine US-amerikanische Philosophin und Philologin. Sie ist Professorin für Rhetorik und Komparatistik an der University of California, Berkeley. Ihre sozialwissenschaftlich-philosophischen Arbeiten werden dem Poststrukturalismus zugeordnet.

Seit Ende der 1980er Jahre finden Butlers Arbeiten zur feministischen Theorie internationale Aufmerksamkeit. Mit ihrer Schrift Das Unbehagen der Geschlechter stieß sie 1990 die Diskussionen um die Queer-Theorie an. Einer von Butlers signifikanten Beiträgen ist das performative Modell von Geschlecht. Demnach werden die Kategorien männlich und weiblich als Wiederholung von Sprechakten verstanden, und nicht als natürliche oder unausweichliche Absolutheiten. Über Geschlechterthemen hinaus hat sie sich mit Fragen von Macht und Subjekttheorien beschäftigt, seit 2002 zudem mit der Ethik der Gewaltlosigkeit.

Leben[Bearbeiten]

Judith Butler wuchs in Cleveland, Ohio auf. Ihre Eltern, eine Wirtschaftswissenschaftlerin ungarischer Herkunft und ein Zahnarzt aus Russland, waren praktizierende Juden und politisch engagiert. Sie besuchte eine jüdische Schule, erlernte die hebräische Sprache und nahm Unterricht in jüdischer Ethik, den sie als ihre erste philosophische Schulung bezeichnete.[1] Mit vierzehn Jahren las sie philosophische und theologische Schriften, unter anderem von Baruch de Spinoza, Martin Buber, Paul Tillich, John Locke und Montesquieu.[2]

Butler lebt mit der Politologin Wendy Brown zusammen. Sie ist Mitglied der Kehillah-Synagoge im kalifornischen Oakland.[3]

Akademischer Werdegang[Bearbeiten]

Butler war von 1974 bis 1982 Studentin der Yale University und widmete sich dort vor allem dem Studium der Kontinentalphilosophie; in diesem Zusammenhang las sie Karl Marx und Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Martin Heidegger und Maurice Merleau-Ponty sowie Autoren der Frankfurter Schule. 1978/1979 absolvierte sie mit einem Stipendium des Fulbright-Programms ein akademisches Jahr in Heidelberg, wo sie ihre Studien zum Deutschen Idealismus vertiefte. Über das Women’s Studies Programm in Yale, zu dessen Etablierung als reguläres Lehrangebot Butler beitrug, kam sie in Kontakt mit dem Poststrukturalismus.[4] Nach Abschluss ihres Studiums begann sie eine Lehrtätigkeit an der Yale University und wurde dort 1984 mit einer Dissertation über den Begriff der Begierde bei Hegel und seiner Rezeption bei Alexandre Kojève, Jean Hyppolite und Jean-Paul Sartre promoviert.[5]

Ab 1985 erhielt Butler ein Postdoc-Stipendium der Wesleyan University, hatte von 1986 bis 1989 eine Assistenzprofessur für Philosophie an der George Washington University und von 1989 bis 1991 an der Johns Hopkins University inne. In dieser Zeit veröffentlichte sie erste Essays, ab 1988 insbesondere zu feministischen Theorien. 1990 erschien ihr Buch Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity (Das Unbehagen der Geschlechter), das breit und kontrovers rezipiert wurde und Butler internationale Beachtung brachte. 1991 erhielt sie eine reguläre Professur für Humanwissenschaften an der Johns-Hopkins-Universität. 1993 wechselte sie an die University of California, Berkeley, wo sie eine Professur für Rhetorik annahm. 1998 erhielt sie den Maxine-Elliot-Lehrstuhl für Rhetorik und Vergleichende Literaturwissenschaft dieser Universität. 2012 trat sie an der Columbia University in New York eine Gastprofessur im Fachbereich für Englisch und Vergleichende Literatur an.[6]

Neben Gender Trouble wurden vor allem ihre Schriften Bodies that matter: On the Discursive Limits of Sex, erschienen 1993, deutsch 1995 unter dem Titel Körper von Gewicht, das 1997 veröffentlichte Excitable Speech: A politics of Performative, deutsch 1998 als Haß spricht, und Antigone’s Claim: Kinship Between Life and Death, erschienen 2000, deutsch 2001 als Antigones Verlangen, vielfach rezipiert.[7] 2002 wandte sich Butler dem Projekt einer Theorie des moralischen Subjekts zu. In ihrer ersten umfangreichen Veröffentlichung zur Moralphilosophie, Kritik der ethischen Gewalt. Adorno Vorlesungen 2002, erschienen 2003, in der englischen Fassung 2005 unter dem Titel Giving an Account of Oneself, bietet Butler einen Umriss einer neuen ethischen Praxis, die der Notwendigkeit kritischer Autonomie entspricht.

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Judith Butler ist nicht nur feministische Theoretikerin, sondern nimmt seit 1979 aktiv an der feministischen Bewegung teil. Ab Mitte der 1980er Jahre trat sie gegen die durch die sogenannte AIDS-Krise ausgelösten homophoben Stimmungen auf und unterstützte die Act Up-Bewegung.[8]

Sie setzt sich für eine Einstaatenlösung im Sinne eines Israel-Palästina ein, in der die Grundprinzipien einer Demokratie verwirklicht sind.[9] 2004 hatte sie bei einer Veranstaltung in Jerusalem eine solche Vision mit Bezug auf frühere Vorstellungen Martin Bubers und Hannah Arendts bereits skizziert.[10]

Seit März 2009 engagiert sie sich für das neu gegründete Russell-Tribunal zu Palästina und unterstützt, nach eigener Aussage „nicht ohne Vorbehalte“, die Boycott,-Divestment-and-Sanctions-Kampagne.[11] Sie ist Mitglied in einer jüdischen Reformgemeinde, sitzt im Beirat der Jewish Voice for Peace (JVP) und im Vorstand der Faculty for Israel-Palestinian Peace in the US. Unter Hinweis auf strikt anti-nationalistische Formen des jüdischen Internationalismus und diasporische Formen jüdischen Lebens, die dauerhafte Gemeinschaften in multikulturellen Umgebungen hervorgebracht haben, wendet sie sich gegen eine Sichtweise, die den Staat Israel mit dem jüdischen Volk gleichsetzt oder diesen als einzigen „politisch legitimierten ‚Repräsentant der Juden‘“ begreift.[3]

Denken und Werk[Bearbeiten]

Butler an der Universität Hamburg (2007)

Judith Butler gilt als Philosophin, die verbreitete Denkgewohnheiten dekonstruiert und Konzepte, wie das Denken in Kategorien von Körper und Identität, neu fasst. Ausgangspunkt ihrer Theorien ist die Auseinandersetzung um die Verschränkung von Subjekt und Macht. Sie geht, in Anlehnung an Michel Foucault und John Austin, von der Annahme einer „Wirkmächtigkeit von Diskursen“ und der „performativen Kraft von Sprache“ aus. Diskursive und sprachliche Macht ist das „fundamentale Konstruktionsprinzip von Wirklichkeit“.[12] Daraus entwickelt sie als zentrale These, dass Körper nicht unabhängig von kulturellen Formen existieren: auch wenn sie als naturgegeben erscheinen, sind sie das Konstrukt normativer Ideale. In verschiedenen Werken, wie Das Unbehagen der Geschlechter (1990), Körper von Gewicht (1993) und Hass spricht (1997), arbeitet sie dieser These entsprechend heraus, dass in dem performativen Modell von Geschlecht die Kategorien männlich und weiblich als Produkt einer Wiederholung von Sprechakten verstanden werden und nicht als natürliche oder unausweichliche Materialisierungen.[13]

Das Werk von Butler wird in der einführenden Literatur in inhaltlich voneinander abgrenzbaren Komplexen besprochen, um die grundlegenden Charakteristika nachzuzeichnen.[14] Als die wichtigsten darin gelten:

  • das theoretisches Gedankengebäude, das auf Überlegungen bekannter Denker gründet, von denen aus sie ihre eigene sprachphilosophische und diskursanalytische Position entwirft;
  • die Kritik am Identitäts- und Subjektbegriff, einschließlich der Kritik an einem normativen Geschlecht und einem heterosexuellen Zwangsbild;
  • die spezifisch feministische Theorie, welche die normierende Wirkung des zweigeschlechtlichen Denkens aufzeigt und in der Geschlechterforschung verankert;
  • die philosophische Dimension mit den subjekttheoretischen Annahmen der performativen Machtwirkungen, aber auch der normativen Grenzen des Subjekts;
  • die politischen Strategien, die sich sowohl aus ihrer Kritik am Identitäts- und Subjektbegriff wie aus ihrer Kritik an ethischer und staatlich-kriegerischer Gewalt ergeben.

Diskurstheorie[Bearbeiten]

Butler beschäftigt sich mit der Frage nach dem Verhältnis von Subjekt, Körper und Macht. Die Kernvorstellung hierbei ist, dass Worte die Macht besitzen, Dinge wie etwa den biologischen Körper aus einer Begriffssubstanz heraus zu schaffen. Materie und Körper als apriorische Voraussetzungen von Sprache oder (allgemeiner) Zeichen werden infrage gestellt. Die dadurch verursachte neuerliche Ungewissheit bezüglich der Erzeugungsart körperlicher Materialität wird sprachphilosophisch gelöst. Ausgangspunkt ist hier die Annahme, dass Diskurse körperliche Gestalt formen. Dieser Vorgang wird mit Hilfe der Begriffe Materialisierung und Performativität erklärt.[15] Mit dieser Theorie geht sie von einer Subjektkonzeption nach Hegel aus und nimmt Bezug auf Foucault, Friedrich Nietzsche, Louis Althusser und Sigmund Freud. Den Begriff der Performativität verwendet Butler in Anlehnung an John Austin, der diejenigen Akte als performative Sprechakte bezeichnet, die das, was sie benennen, in Kraft setzen. Worte als performative Akte besitzen nicht nur die Macht, etwas zu beschreiben, sondern besitzen handlungsartige Qualität, indem sie das, was sie bezeichnen, auch vollziehen. Worte bzw. Sprache nehmen hier also den Charakter einer sozialen Tatsache an, wie z. B. die Aussage Es ist ein Junge, der einen bezeichneten Körper einer Kategorie wie etwa Geschlecht zuordnet.[16]

Feministische Theorie[Bearbeiten]

Im Zentrum der Rezeption von Butlers Feministischer Theorie steht ihr 1990 veröffentlichtes Buch Das Unbehagen der Geschlechter (original: Gender Trouble). Darin führt sie aus, dass die bestehende Geschlechterordnung mit ihrer Unterscheidung in verständliche und unverständliche Geschlechter die soziale Zuschreibung von Geschlecht erst bewirke und die „heterosexuelle Matrix“ ihre eigene Stabilisierung produziere.[17] Auch die feministische Theorie bediene sich in Ansätzen dieser Terminologie, wenn sie Frauen als Gruppe mit gemeinsamen Merkmalen und Interessen betrachte. Dabei würden trennende – ethnische, kulturelle, klassenspezifische u. a. – Differenzen übersehen und darüber hinaus ein binäres System der Geschlechterbeziehungen impliziert. Butler bezeichnet die feministische Forschung an dieser Stelle als inkohärent, zumal Anhänger des Feminismus einerseits darin übereinstimmten, dass Anatomie kein Schicksal sei, andererseits aber ein binäres System der Geschlechtlichkeit (männlich/weiblich) tradierten, das die Auffassung einer patriarchalen Kultur verfestige. Die Hervorhebung der Differenz der Geschlechter stehe zudem der feministischen Forderung nach Gleichheit grundsätzlich entgegen, die maskuline Asymmetrie der Geschlechter werde lediglich umgekehrt:

„Die feministische Kritik muss einerseits totalisierende Ansprüche einer maskulinen Bedeutungs-Ökonomie untersuchen, muss aber andererseits gegenüber den totalisierenden Gesten des Feminismus selbstkritisch bleiben. Der Versuch, den Feind in einer einzigen Gestalt zu identifizieren, ist nur ein Umkehrdiskurs, der unkritisch die Strategie des Unterdrückers nachahmt, statt eine andere Begrifflichkeit bereitzustellen.“

Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter[18]

Butlers erkenntnistheoretischer Ausgangspunkt ist die dekonstruktivistische Geschlechterforschung, nach der angeblich natürliche Sachverhalte diskursiv durch kulturelle Denksysteme und Sprachregeln bestimmt sind, ebenso wie durch wissenschaftliche Diskurse und politische Interessen. Sie stellt die biologische, binäre Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit radikal in Frage und sprengt jede kausallogische Fundierung von körperlichen Geschlechtsmerkmalen und sozialer Geschlechtsidentität. Damit wendet sie sich konsequent von der feministischen Idee einer Unterscheidung von sozialem (Gender) und biologischem Geschlecht (Sex) ab.[19]

Diskurse über die eindeutige Geschlechtszuweisung finden, so Butlers Darstellung, immer wieder statt und sind deshalb Veränderungen unterworfen. So ist die Einordnung in eine geschlechtliche Norm insoweit instabil, als die Norm an sich bereits durch Diskurse ebenso verändert wird wie die Zuordnung zu ihr. Eine kritische Genealogie der Geschlechterontologie, die die Veränderbarkeit und die Historizität von Natur und Kultur belegt, wird bei Butler nicht explizit dargestellt. Allerdings beruft sich Butler auf eine kulturelle Matrix der Intelligibilität, die das Geschlecht auf einen Körper zurückführt und ihn der Norm unterwirft. Körper sind für sie hier Gegenstände, die allein mittels Verstand und Vernunft vorgestellt werden können, also Konzepte und Konstrukte, die in der Gesellschaft akzeptiert und dadurch sichtbar und wahrnehmbar werden, wie etwa das heteronormative Modell der binären Geschlechtlichkeit. Diese Vorstellungen werden in einer Matrix des Sozialen gedacht, einem feinen Netz von Diskursen und Machtstrategien, die um einen (diskursiv hervorgebrachten) Gegenstand gespannt werden.[20]

In dem 1993 erschienenen Buch Bodies that matter, in Deutschland 1995 unter dem Titel Körper von Gewicht, präzisiert Butler diese Fragen dahingehend, wie es zu einer besonderen Bedeutung eines Körpers, einer Identität oder eines Subjekts kommen könne, die das Andere ausschließe. Ihre Erklärung ist, dass die Unterwerfung unter eine gesellschaftliche Vorstellungsmatrix, die von binärer Körperdifferenz ausgeht, verlangt, dass andere, nicht einzuordnende Formen abgelehnt werden. Das Verworfene sind nicht lebbare Möglichkeiten des sozialen Lebens, die aufgrund ihrer Ausschließung das Subjekt konstituieren. Zurückgewiesene, nicht lebbare Körper werden zur Bedingung derjenigen, „die sich mit der Materialisierung der Norm als Körper qualifizieren, die ins Gewicht fallen“.[21]

Mit der 2004 erschienenen Schrift Undoing Gender (deutsch Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen 2009) zeigt Butler auf, dass die Konzeption von Geschlecht und Sexualität diese nicht als individuelles Eigentum (Doing Gender), sondern als Instrument der Enteignung (Undoing Gender) ausweist. Sie stellt ihren Begriff der Performativität an konkreten Beispielen dar und schildert in dem Essay Jemandem gerecht werden das Schicksal von David Reimer, der nach einer missglückten Beschneidung als Mädchen aufgezogen und hormonell und operativ behandelt wurde. Mit Eintritt der Pubertät aber widersetzte er sich, lebte fortan als Junge und unterzog sich schließlich einer konträren Behandlung. Nach Butler ging es bei dem Fall Reimer um einen Normalisierungsdiskurs, der auch mit dem Mittel der Gewalt vorgeht, um verschiedene Vorstellungen eines angemessenen Geschlechts durchzusetzen.[22]

In dieser Schrift verschiebt sie den Fokus ihrer bisherigen Arbeiten auf die Bedeutung leidenschaftlicher Begegnungen, und stellt primär die Unverfügbarkeit und Sozialität erotischer Identitätsaspekte dar.[23] Butler nutzt dies, nach Talia Bettcher, um ihren theoretischen Standpunkt zur nicht gegebenen persönlichen Autonomie aufzuzeigen, biete aber wenig konkrete politische Handlungsoptionen an.[24]

Politische Theorie[Bearbeiten]

Butlers frühe politische Philosophie wird unter dem Titel Politik des Subversiven zusammengefasst. Im Mittelpunkt steht darin die Queer-Theorie, die Sexualität als strukturelle Dimension des Sozialen, Politischen und Kulturellen ansieht.[25] Queer Studies und Queer politics als angewandte und öffentliche Ausdrücke der Theorie eröffnen Handlungsoptionen, denn wenn man in der Performativität die soziale Wirkmächtigkeit von Sprechakten erkennt, so sind auch deren Veränderungen denkbar.[26] Durch eine Wiederverwendung und Neudeutung von Denkfiguren über Identität und Norm werden sozial autorisierte Körper/Subjekte von Gewicht durch eine durchbrechende performative Verschiebung entwertet. Die subversiven Wiederholungen bieten die „Möglichkeit des Sprechakts als Akt des Widerstands.“[27]

Konsequent verweigert Butler auch in ihrem politischen Denken die Unterscheidung von sex und gender. Durch Dekonstruktion gelte es, Spielraum für ein Erproben von alternativen Geschlechtsidentitäten, queer identities, zu schaffen. Queer ist hierbei nicht als ständig wechselbare Identität gedacht. Ziel sei vielmehr, die Kontingenz von anatomischen Körpermerkmalen und performativer Geschlechtsidentität aufzuzeigen und zur Geschlechter-Verwirrung anzustiften. Damit können Strategien der Vervielfältigung mobilisiert werden, die die Festlegung von Geschlechtsidentitäten angreift und überschreitet.[28] Butlers Konzept der Subversion setzt voraus, dass Subjekte, die gegebene Geschlechtsidentitäten annehmen, zwangsläufig inkohärente Konfigurationen erzeugen, die durch die Valenz überschneidender und widersprüchlicher Diskurse Widerstand hervorrufen. Durch diese Koexistenz der Diskurse entsteht die Möglichkeit der Rekonfiguration und Neu-Einsetzung: zum Beispiel durch Parodie, Travestie oder andere experimentelle Praktiken.

Ab Ende der 1990er Jahre, und insbesondere nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, rückten Fragen der Ethik in den Mittelpunkt von Butlers Werk.[29] Aufbauend auf ihren subjekttheoretischen Fragestellungen, die sie in Haß spricht 1998 entwickelt hat, und angelehnt an die humanistische Philosophie Emmanuel Levinas, zeichnet sie das Bild eines menschlichen Subjekts, das sich im Angesicht des Anderen bewusst wird. Im Gegenüber erkennt die nicht autonome und nicht selbstbestimmte Existenz ihr eigenes Ausgeliefertsein, ihre Unzulänglichkeit und ihre Verletzbarkeit. Dies aber bietet den Anreiz für gewaltförmige Übergriffe gegen kulturell Andere, für Formen von Hate Speech und ethischer Gewalt.[30] Die Beziehung ist übertragbar auf Gruppen und Nationen, wenn „diese einander ausgeliefert und in wechselseitigen Verwundbarkeitskonstellationen verwickelt sind.“[31] In der Gruppenzugehörigkeit wird Gewalt auch immer zu einer Frage nach dem kulturellen Rahmen, in dem eine Hierarchie des Menschlichen produziert wird:

„Bestimmte Menschenleben werden in hohem Maße vor Verletzung geschützt, und die Nichtachtung ihrer Ansprüche auf Unversehrtheit reicht aus, um Kriegsgewalten zu entfesseln. Andere Menschenleben werden nicht so schnell und entschlossen Unterstützung finden und werden nicht einmal als ‚betrauernswert‘ gelten.“

Judith Butler: Gewalt, Trauer, Politik[32]

Eine Gegenstrategie sieht Butler in der von ihr skizzierten Ethik der Gewaltlosigkeit. Konzepte von Gefährdung, Ausgeliefertsein und Verletzbarkeit sollen durch Hinwendung zum Anderen durchbrochen werden, was impliziert, auf der Basis einer radikalen Gewaltfreiheit für gerechtere und demokratischere Formen sowohl der Wahrnehmung wie der Anerkennung einzutreten.[33]

Rezeption[Bearbeiten]

Die Rezeption von Butlers Werk konzentriert sich vor allem auf ihre Schrift Das Unbehagen der Geschlechter, in Teilen noch auf Körper von Gewicht. Diese haben auch über die akademische Welt hinaus Verbreitung gefunden.[34] Paula-Irene Villa zufolge wurde Butler Ende der 1980er Jahre zu einem regelrechten akademischen Star der feministischen Theorie, doch sei sie auch außerhalb des feministischen Umfelds von Bedeutung, weil sie den Geschlechtsbegriff als Folie für fundamentale Argumentation zum Subjekt, in der Sprache wie zur Wirkung von Macht benutze. Für ein Verständnis ihrer Theorien müsse man ihre Positionierung im politischen und intellektuellen Kontext der USA sehen.[35]

Ihre Beiträge gelten vor allem innerhalb der feministischen und kritischen Theoriebildung als einflussreich. Da sie die Kategorie Frau als Subjekt des Feminismus in Frage stellt, löste sie, auch in Deutschland, erbitterte Debatten unter feministischen Theoretikerinnen aus. Ein zentraler Einwand an der „Dekonstruktion eines mit sich selbst identischen Subjekts“ bemängelt, dass Butler nicht zwischen Sprache und Praxis trenne, was ihre Zentrierung auf eine sprachlich-diskursive Subjektbildung hermetisch mache. Ihre machttheoretischen Analysen mangele es an historisch-gesellschaftlicher Fundierung.[36] Zudem verkürze Butler den Feminismus zu einer Debatte über symbolische Repräsentationsformen von Geschlecht, anstatt sich auf Themen zu konzentrieren, die Frauen wirklich betreffen. Geschlecht bilde nun mal einen wesentlichen Teil vieler individueller Identitäten, deren Umgestaltung käme für die meisten Frauen nicht in Frage.[37]

Die Prosa in Butlers Frühwerk gilt als schwierig, teilweise als unverständlich.[38] 1998 erhielt sie in Denis Duttons Zeitschrift Philosophy and Literature einen Ersten Preis in einer Bad Writing Competition, die besonders schlecht geschriebene Fachprosa auszeichnet.[39][40] Butler reagierte mit einem Brief an die London Review of Books und einem Meinungsbeitrag in der The New York Times. Sie sprach sich dabei gegen einen populären Sprachstil aus, der zu sehr auf Common Sense im Sinne von Hausverstand basiere und unterstellte politische Einseitigkeit bei der Auswahl der Preisträger.[41]

Martha Nussbaums Essay The Professor of Parody in The Atlantic zielte ebenso auf Butlers Prosa und kritisiert anhand eines verhüllenden, unspezifischen Sprachstils Butlers Denken insgesamt als Ausdruck einer Philosophie der Ausweglosigkeit.[42] Paula-Irene Villa verteidigt Butlers Stil als Ausdruck ihrer Vielseitigkeit und umfassenden Bildung. Butler sei zudem im deutschen Sprachraum vor allem als Feministin bekannt, was der Breite ihres Werks wie auch wichtiger Unterschiede im feministischen Diskurs in den Vereinigten Staaten wie in Deutschland nicht gerecht werde.[43]

Auszeichnungen und Kontroversen[Bearbeiten]

Judith Butler wurde mit mehreren Ehrendoktorwürden ausgezeichnet, unter anderem vom Grinnell College in Iowa 2008, der Université Paris-Diderot 2011, der Université Bordeaux und der Universidad de Alicante 2012.

2008 erhielt sie den mit 1,5 Millionen USD dotierten Distinguished Achievement Award der Andrew-W.-Mellon-Stiftung für die Bereicherung des intellektuellen Lebens des US-amerikanischen Volkes durch ihr Werk. Der Preis ehrt die Beiträge der ausgewählten Forscher in den Humanwissenschaften und ist dafür bestimmt, ihre Forschungs- und Lehrbedingungen zu verbessern.[44][45]

Im Juni 2010 sollte ihr beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin ein Preis für Zivilcourage überreicht werden. Nach der Laudatio von Renate Künast lehnte Butler diese Auszeichnung überraschend ab, die Veranstaltung sei ihr zu kommerziell ausgerichtet und richte sich im Gegensatz etwa zum Berliner Transgenialen CSD nicht genügend gegen Probleme wie Rassismus und doppelte Diskriminierung von beispielsweise queeren Migranten.[46] Sie warf in der Folge einzelnen Gruppen und CSD-Organisatoren in Berlin vor, den Kampf gegen Homophobie als Kampf gegen andere Minderheiten zu führen.[47]

Judith Butler bei der Preisverleihung in Frankfurt (2012)

2012 wurde Butler der Theodor-W.-Adorno-Preis der Stadt Frankfurt verliehen. Sie ist die erste Frau, die diese – seit 1977 bestehende – Auszeichnung erhielt.

Nachdem die Nominierung bekannt wurde, erschien in der Jerusalem Post ein Artikel, mit dem seit Jahren bestehende Vorwürfe gegen Butler benannt und die Preisverleihung kritisiert wurden.[48] Dabei ging es zum Teil um Äußerungen während eines teach-ins an der Universität Berkeley 2006, bei dem Butler Hamas und Hisbollah der globalen Linken zugeordnet und als soziale Bewegungen bezeichnet hat,[47][49] sowie um ihre Unterstützung der Boycott,-Divestment-and-Sanctions-Kampagne, die von Kritikern als Delegitimation des Staates Israel angesehen wird.[50] Auch Stephan Kramer, der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, und andere protestierten scharf gegen die Frankfurter Verleihung.[51][52] Butler reagierte auf die Kritik mit Stellungnahmen in der Zeit,[53] in der Frankfurter Rundschau[3] und in der taz.[54] Als Wissenschaftlerin vertrete sie „radikal ethische Positionen auf der Grundlage des jüdischen philosophischen Denkens.“ Ihre tatsächliche Position würde verleumdet, weil man sich weigere, „kritische Sichtweisen zu erörtern, ihre Gültigkeit zu diskutieren, ihre Belege zu prüfen und zu einer vernünftig begründeten Schlussfolgerung zu kommen.“[53]

Schriften[Bearbeiten]

  • Subjects of Desire. Hegelian Reflections in Twentieth Century France. Dissertation. Columbia University Press, New York 1987, ISBN 0-231-06451-9.
  • Das Unbehagen der Geschlechter. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-12433-1.
    • Originalausgabe: Gender Trouble : Feminism and the Subversion of Identity. Routledge, New York (u. A.) 1990, ISBN 0-415-90042-5.
  • Körper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts. Berlin 1995, ISBN 3-8270-0152-8.
    • Originalausgabe: Judith Butler: Bodies that matter, Routledge, New York 1993, ISBN 0-415-90365-3.
  • Haß spricht. Zur Politik des Performativen. Berlin-Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-8270-0166-8.
    • Originalausgabe: Excitable Speech. A Politics of the performance. 1997.
  • mit Slavoj Žižek und Ernesto Laclau: Kontingenz – Hegemonie – Universalität. Aktuelle Dialoge zur Linken. Turia + Kant, Wien/Berlin 2013, ISBN 978-3-85132-720-5.
    • Originalausgabe: Contingency, Hegemony, Universality. Contemporary Dialogues on the Left. Verso, London 2000.
  • Antigones Verlangen. Verwandtschaft zwischen Leben und Tod. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-12187-1.
  • Psyche der Macht. Das Subjekt der Unterwerfung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-518-11744-0.
  • Kritik der ethischen Gewalt. Adorno-Vorlesungen 2002. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-58361-1.
  • Gefährdetes Leben. Politische Essays. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-518-12393-9.
  • mit Gayatri Spivak: Sprache, Politik, Zugehörigkeit. diaphanes, Zürich, Berlin 2007, ISBN 978-3-03734-013-4.
  • Krieg und Affekt. diaphanes, Zürich, Berlin 2009, ISBN 978-3-03734-079-0.
  • Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen. (am. Originaltitel: Undoing Gender. 2004) Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-58505-4.
  • Raster des Krieges. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-593-39155-7.
  • Kritik, Dissens, Disziplinarität. diaphanes, Zürich 2011, ISBN 978-3-03734-145-2.
  • Parting Ways. Jewishness and the Critique of Zionism. Columbia University Press, NY 2012, ISBN 978-0-231-14610-4.
  • Am Scheideweg: Judentum und die Kritik am Zionismus. Campus Verlag, Frankfurt/Main 2013. Printausgabe ISBN 978-3-593-39946-1; Epub-Ausgabe ISBN 978-3-593-42151-3
  • Politik des Todestriebs: Der Fall Todesstrafe. Sigmund-Freud-Vorlesung 2014.Political Vocation of the Death Drive. The Case of Death Penalty« wurde für die Sigmund-Freud-Vorlesung 2014 in Wien verfasst) Turia + Kant, Wien/Berlin 2014. ISBN 978-3-85132-760-1 (in Vorbereitung für August 2014)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg: Junius 2010, ISBN 978-3-88506-678-1.
  • Samuel Chambers, Terrell Carver: Judith Butler and Political Theory. Troubling Politics. Routledge, 2008, ISBN 978-0-415-38366-0.
  • Lars Distelhorst: Umkämpfte Differenz. Hegemonietheoretische Perspektiven der Geschlechterpolitik mit Butler und Laclau. Parodos, Berlin 2007, ISBN 978-3-938880-12-8.
  • Lars Distelhorst: Judith Butler. UTB, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8252-3038-8.
  • Franz Ben Hechenrieder: Die Theorie-Praktik-Differenz bei Judith Butler. Mensch & Buch, Berlin 2012, ISBN 978-3-86387-166-6.
  • Antke Engel: Wider die Eindeutigkeit. Sexualität und Geschlecht im Fokus queerer Kritik der Repräsentation. Frankfurt am Main, New York 2002.
  • Alex Geller: Diskurs von Gewicht? Erste Schritte zu einer systematischen Kritik an Judith Butler. Papyrossa 2005, ISBN 3-89438-330-5.
  • Sabine Hark: Deviante Subjekte. Die paradoxe Politik der Identität. Opladen 1999.
  • Gill Jagger: Judith Butler: Sexual Politics, Social Change and the Power of the Performative. Routledge, 2008, ISBN 978-0-415-21974-7.
  • Hanna Meißner: Butler: Grundwissen Philosophie. Reclam Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-15-020312-5.
  • Patricia Purtschert: Feministischer Schauplatz umkämpfter Bedeutungen. Zur deutschsprachigen Rezeption von Judith Butlers „Gender Trouble“. In: Widerspruch. 44, 2003, S. 147–158.
  • Patricia Purtschert: Judith Butler. In: Munz, Regine (Hrsg.): Philosophinnen des 20. Jahrhunderts. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2004, S. 181-202.
  • Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk. VS-Verlag, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-16433-5.
  • Tatjana Schönwälder-Kuntze: Zwischen Ansprache und Anspruch. Judith Butlers moraltheoretischer Entwurf. In: Deutsche Zeitschrift für Philosophie DZPhil 58 (2010) 1, S. 83–104.
  • Paula-Irene Villa: Judith Butler. 2. Auflage. Campus, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-593-39432-9.

Filme und Videovorlesungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Judith Butler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Biografie und Bibliografie[Bearbeiten]

Texte[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Udi Aloni: Judith Butler: As a Jew, I was taught it was ethically imperative to speak up. In: Haaretz. Abgerufen am 24. Februar 2010.
  2. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 172.
  3. a b c Judith Butler: Fangen wir an zu sprechen. Frankfurter Rundschau vom 31. August 2012
  4. Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk. Wiesbaden 2011, S. 22.
  5. Veröffentlicht als Judith Butler: Recovery and Invention: The Projects of Desire in Hegel, Kojève, Hyppolite, and Sartre. Columbia University Press, New York 1987, ISBN 0-231-06451-9.
  6. Paula-Irene Villa: Judith Butler. Eine Einführung Campus, 2. Auflage. Frankfurt am Main 2012, S. 179.
  7. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 17 f.
  8. Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk. Wiesbaden 2011, S. 19.
  9. 60 Jahre Israel. „Radikale Demokratie ist die einzige Politik“, Die Zeit, Interview mit Judith Butler, 19. Mai 2008
  10. Judith Butler: Jews and the Bi-National Vision. In: Logos. Winter 2004. Abgerufen am 13. September 2012.
  11. Judith Butler: "Fangen wir an, miteinander zu sprechen." Frankfurter Rundschau 31. August 2012
  12. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 8.
  13. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 23; vgl. auch: Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk, Wiesbaden 2011, S. 66 ff.
  14. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 14f.; vgl. auch: Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk, Wiesbaden 2011.
  15. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 17.
  16. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 34.
  17. Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk. Wiesbaden 2011, S. 57.
  18. Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt am Main 2003, S. 33.
  19. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 58f.
  20. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 60 ff.
  21. Judith Butler: Körper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts. Berlin 1995, S. 40.
  22. Judith Butler: Jemandem gerecht werden. In: Die Macht der Geschlechternormen und die Grenzen des Menschlichen, Frankfurt am Main 2009, S. 97 ff.
  23. Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk. Wiesbaden 2011, S. 119.
  24. Talia Bettcher: Feminist Perspectives on Trans Issues. In: The Stanford Encyclopedia of Philosophy (Winter 2009 Edition), Edward N. Zalta (Hrsg.): URL = <http://plato.stanford.edu/archives/win2009/entries/feminism-trans/>
  25. Paula-Irene Villa: Judith Butler. Eine Einführung. Frankfurt am Main, 2010, S. 99.
  26. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 105.
  27. Judith Butler: Haß spricht. Zur Politik des Performativen. Berlin 1998, S. 226.
  28. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 108.
  29. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 128.
  30. Judith Butler: Gefährdetes Leben. In: Gefährdetes Leben. Politische Essays, Frankfurt am Main, 2005, S. 157 ff.
  31. Paula-Irene Villa: Judith Butler. Eine Einführung. Frankfurt am Main, 2010, S. 121.
  32. Judith Butler: Gewalt, Trauer, Politik. In: Gefährdetes Leben. Politische Essays, Frankfurt am Main, 2005, S. 49.
  33. Hannelore Bublitz: Judith Butler zur Einführung. 3. Auflage. Hamburg 2010, S. 133.
  34. Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk. Wiesbaden 2011, S. 141.
  35. Paula-Irene Villa: Judith Butler. Eine Einführung. Frankfurt am Main, 2010, S. 11ff.
  36. siehe dazu u.a.: Christine Hauskeller: Das paradoxe Subjekt. Unterwerfung und Widerstand bei Judith Butler und Michel Foucault., edition diskord, Tübingen 2000, ISBN 3-89295-684-7, S. 55 f.
  37. Seyla Benhabib u.a.: Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne der Gegenwart. Fischer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-596-11810-7.
  38. Eva von Redecker: Zur Aktualität von Judith Butler. Einleitung in ihr Werk. Wiesbaden 2011, S. 37.
  39. Denis Dutton: Bad Writing Contest. 1998. Abgerufen am 13. September 2012.
  40. Der folgende Satz wurde für die Auszeichnung herangezogen:
    "The move from a structuralist account in which capital is understood to structure social relations in relatively homologous ways to a view of hegemony in which power relations are subject to repetition, convergence, and rearticulation brought the question of temporality into the thinking of structure, and marked a shift from a form of Althusserian theory that takes structural totalities as theoretical objects to one in which the insights into the contingent possibility of structure inaugurate a renewed conception of hegemony as bound up with the contingent sites and strategies of the rearticulation of power“; Judith Butler: Further Reflections on Conversations of Our Time. In: Diacritics, Bd. 27, Nr. 1, Frühjahr 1997, S. 13–15 | 10.1353/dia.1997.0004. Deutsche Version nach Steven Pinker (in: Das unbeschriebene Blatt. Die moderne Leugnung der menschlichen Natur. Berlin 2003, S. 154): Der Schritt von einer strukturalistischen Erklärung, nach deren Verständnis das Kapital soziale Beziehungen auf relativ homologe Weise strukturiert, zu einer hegemonialen Ansicht, nach der Machtbeziehungen Wiederholung, Konvergenz und Reartikulation unterworfen sind, führte die Frage der Temporalität in die Überlegungen zur Struktur ein und markierte einen Wechsel von einer Form Althusser'scher Theorie, die strukturelle Totalitäten als theoretische Objekte begreift, zu einer Theorie, in der die Einsichten in die kontingente Möglichkeit von Struktur ein erneuertes Konzept von Hegemonie erschließen, das mit den kontingenten Orten und Strategien der Reartikulation von Macht verknüpft ist.
  41. Judith Butler: A ‚Bad‘ Writer Bites Back, The New York Times, 20. März 1999.
  42. Martha Nussbaum: The Professor of Parody (PDF; 54 kB)
  43. Paula-Irene Villa: Judith Butler. Eine Einführung. Frankfurt am Main, 2010, S. 16.
  44. Kathleen Maclay: Judith Butler wins Mellon Award. (Englisch, HTML) UC Berkeley News. Media Relations. Abgerufen am 1. Februar 2011.
  45. 2008 Distinguished Achievement Award Recipients Named. (Englisch, HTML) Andrew W. Mellon Foundation.. Abgerufen am 1. Februar 2011.
  46. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatEklat beim Berliner CSD - Judith Butler drückt die Spaßbremse. die tageszeitung, 19. Juni 2010, abgerufen am 20. Juni 2010.
  47. a b Interview Jungle World vom 29. Juli 2010: „In diesem Kampf gibt es keinen Platz für Rassismus“.
  48. Frankfurt to award US advocate of Israel boycott, Artikel Jerusalem Post vom 26. August 2012
  49. Die vollständige Aussage Butlers lautet: „I think: Yes, understanding Hamas/Hezbollah as social movements that are progressive, that are on the left, that are part of a global left, is extremely important. That does not stop us from being critical of certain dimensions of both movements. It doesn’t stop those of us who are interested in non-violent politics from raising the question of whether there are other options besides violence.“ Michael J. Totten: Anti-imperialism-fools
  50. Judith Butler. Frankfurt steht hinter umstrittener Adorno-Preisträgerin, FAZ vom 30. August 2012
  51. Zentralrat der Juden greift Judith Butler an; Spiegel online am 27. August 2012
  52. Uwe Justus Wenzel: Zur Kontroverse um Judith Butler und den Adorno-Preis. In: Neue Zürcher Zeitung vom , online
  53. a b Adorno-Preisträgerin Butler: Diese Antisemitismus-Vorwürfe sind verleumderisch und haltlos, Artikel Die Zeit vom 29. August 2012.
  54. "Wir maskieren die Realität", Artikel in der taz, die tageszeitung vom 11.September 2012