Sumpf-Läusekraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sumpf-Läusekraut
PedicularisPalustris.jpg

Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)
Gattung: Läusekräuter (Pedicularis)
Art: Sumpf-Läusekraut
Wissenschaftlicher Name
Pedicularis palustris
L.

Das Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris) gehört zur Gattung Läusekraut (Pedicularis).

Beschreibung[Bearbeiten]

Blüte

Die zweijährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 40 Zentimetern. Der hohle, aufrechte Stängel ist nur geringfügig verästelt. Die gegenständigen Laubblätter sind doppelt fiederspaltig, im Umriss länglich, bis 8 cm lang und haben nur einen kurzen Stiel.

Die rosafarbenen bis violetten Blüten sind einzeln in Blatt- und Triebachseln angeordnet und bilden eine Ähre. Der Kelch ist blasig aufgetrieben. Die Oberlippe ist ungespalten und sichelförmig gekrümmt, die Unterlippe ist dreilappig. Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Die Kapselfrucht ist kugelig bis eiförmig.

Eine Verwechslungsmöglichkeit besteht mit dem Wald-Läusekraut, welches aber nur am Grund verzweigt ist und liegende Triebe hat.

Ökologie[Bearbeiten]

Das Sumpf-Läusekraut ist ein einjährig winterannueller oder ein zweijähriger bis ausdauernder Hemikryptophyt bzw. eine Sumpfpflanze und ein Halbschmarotzer.

Die Blüten sind homogame „Eigentliche Lippenblumen“; sie stehen horizontal und setzen daher für den richtigen Anflug der Insekten eine hohe Lernfähigkeit voraus, man spricht deshalb auch von einer „Intelligenzblume“. Um an den vom Diskus abgesonderten Nektar zu gelangen, müssen die Hummeln als Bestäuber die nur 0,5 mm breite Öffnung der Kronröhre auseinanderdrücken; unter diesem Aspekt spricht man auch von einer „Kraftblume“. Zuerst wird die Narbe berührt. Wenn der Kopf tiefer in die Blüte eindringt, wird der trockene Pollen ausgestreut. Erdhummeln könne nur durch seitliches Aufbeißen der Kronröhre an den Nektar gelangen, da ihr Rüssel mit nur 7-9 mm Länge zu kurz ist. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli.

Die Früchte sind 2-fächrige, nach oben offene Kapseln. Da der trockene Stängel elastisch ist, und die Kelchblätter als Wind- und Regentropfenfänger fungieren, ist die Pflanze eine Windstreuer und eine Regentropfenballist. Seltener wirkt sie auch als Tierstreuer durch vorbeistreifende sich verhakende Tiere. Die dunkelbraunen Samen sind bis 2,4 mm lang und Lichtkeimer. Die Fruchtreife erstreckt sich von August bis Oktober.

Verbreitung und Standort[Bearbeiten]

Das Sumpf-Läusekraut ist im Gebiet zwischen Nordeuropa, Norditalien und Ural verbreitet. Die Pflanzenart bevorzugt Nieder- und Zwischenmoore sowie Feuchtwiesen.

Gefährdung und Schutz[Bearbeiten]

In Deutschland gilt die Pflanze als stark gefährdet und ist nach der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland - Gefäßpflanzen: Grundband. Heidelberg, Berlin, 1999. ISBN 3-8274-0912-8
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korr. u. erw. Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pedicularis palustris – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien