Sundown town

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Als Sundown town werden in den Vereinigten Staaten Städte, Stadtteile oder Wohnbezirke mit überwiegend Weißer Bevölkerung bezeichnet, die der Nichtweißen Bevölkerung das Verlassen des Stadtbezirks nach Sonnenuntergang (eng. sundown) nahelegen.

Der Name sundown town wurde 2006 vom Autor James W. Loewen in seinem Buch: „Sundown Towns: A Hidden Dimension of American Racism“ geprägt.[1] Dabei führt er als Beispiel das Schild aus den 1930er Jahren in der Stadt Hawthorne in Kalifornien an, das lautete: „Nigger, Don't Let The Sun Set On YOU In Hawthorne“. Auf Deutsch: „Nigger, laß nicht die Sonne über DIR untergehen in Hawthorne“.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Niederlage im amerikanischen Sezessionskrieg, der vorrangig um die Abschaffung der Sklaverei geführt wurde, versuchten einige amerikanische Gemeinden weitgehend frei von Schwarzen zu bleiben. Dabei griffen sie auf Gemeindeordnungen zurück, in denen sie solche Regeln verankerten.[3] Beispielsweise war es Schwarzen untersagt, gemeinsam mit Weißen im gleichen Busabteil zu sitzen, was dazu führte, dass Weiße vorne und Schwarze hinten im Bus saßen (Siehe: Fall Rosa Parks).

Seit den Bürgerrechtsbewegungen der 1950er und 1960er Jahre sowie dem Civil Rights Act von 1968, der eine Rassendiskriminierung beim Verkauf, Vermietung oder Finanzierung eines Hauses verbot, hat die Anzahl der Sundown towns deutlich abgenommen. Wie der Soziologe James W. Loewen jedoch feststellte, seien die realen Auswirkungen dieses Gesetzes auf die Sundown towns schwer einzuschätzen, da die meisten derer ihren Status als solche verdeckt hielten und keine Akten dazu sammelten. Er beschrieb außerdem, dass dieser Status mehr bedeute als nur die Tatsache, dass Nicht-Weiße in diesen Städten nicht wohnen könnten. Vielmehr bedeute er, dass sie offenen Belästigungen, Gefahren, Gewaltakten und in vielen Fällen sogar Lynchmord ausgesetzt seien.

Dieser Status richtete sich zumeist an Afroamerikaner und Afrikaner, in einigen Städten und Gebieten jedoch auch an Sino-Amerikaner, also Amerikaner chinesischer Abstammung. Dies war beispielsweise im Bundesstaat Idaho der Fall, dessen Bevölkerung 1870 noch zu über 30 % aus Chinesen und Sino-Amerikanern bestand, die nach einer Welle der Gewalt sowie einem „Anti-Chinesen-Abkommen“ (original: anti-Chinese convention) jedoch bis 1910 fast vollständig vertrieben wurden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James W. Loewen: Sundown Towns: A Hidden Dimension of American Racism. New Press, 2006, abgerufen am 16. August 2014 (englisch).
  2. Laura Wexler: Darkness on the Edge of Town - Sundown Towns: A Hidden Dimension of American Racism. Washington Post Online, 23. Oktober 2005, abgerufen am 16. August 2014 (englisch).
  3. Keith Oppenheim: Texas city haunted by 'no blacks after dark' past. CNN, 13. Dezember 2006, abgerufen am 16. August 2014 (englisch).