Sundown town

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Als Sundown town wurden in den Vereinigten Staaten Städte, Stadtteile oder Wohnbezirke bezeichnet, die bewusst „ganz weiß“ gehalten wurden.

Der Name leitet sich von Schildern ab, die in der Stadt angebracht wurden und Farbigen (original: people of color, also generell Nicht-Weiße) mitteilten, sie hätten die Stadt bis zum Sonnenuntergang zu verlassen. Ein Beispiel aus Hawthorne in Kalifornien etwa klang folgendermaßen: „Nigger, Don't Let The Sun Set On YOU In Hawthorne“ (deutsch, sinngemäß: „Nigger, bleibe nicht bis zum Sonnenuntergang in Hawthorne“).[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff etablierte sich vor allem ab den 1930er Jahren. In einigen Fällen war er Teil einer offiziellen Kommunalpolitik, in anderen wiederum wurde er von der weißen Mehrheit als Regelwerk erzwungen. Diese illegale Durchsetzung wurde oftmals auch von Beamten und Polizisten ausgeübt.[2]

Seit den Bürgerrechtsbewegungen der 1950er und 1960er Jahre sowie dem Civil Rights Act von 1968, der eine Rassendiskriminierung beim Verkauf, Vermietung oder Finanzierung eines Hauses verbot, hat die Anzahl der Sundown towns deutlich abgenommen. Wie der Soziologe James W. Loewen jedoch feststellte, seien die realen Auswirkungen dieses Gesetzes auf die Sundown towns schwer einzuschätzen, da die meisten derer ihren Status als solche verdeckt hielten und keine Akten dazu sammelten. Er beschrieb außerdem, dass dieser Status mehr bedeute als nur die Tatsache, dass Nicht-Weiße in diesen Städten nicht wohnen könnten. Vielmehr bedeute er, dass sie offenen Belästigungen, Gefahren, Gewaltakten und in vielen Fällen sogar Lynchmord ausgesetzt seien.

Dieser Status richtete sich zumeist an Afroamerikaner und Afrikaner, in einigen Städten und Gebieten jedoch auch an Sino-Amerikaner, also Amerikaner chinesischer Abstammung. Dies war beispielsweise im Bundesstaat Idaho der Fall, dessen Bevölkerung 1870 noch zu über 30 % aus Chinesen und Sino-Amerikanern bestand, die nach einer Welle der Gewalt sowie einem „Anti-Chinesen-Abkommen“ (original: anti-Chinese convention) jedoch bis 1910 fast vollständig vertrieben wurden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Darkness on the Edge of Town in The Washington Post vom 23. Oktober 2005 (engl.)
  2. Texas city haunted by 'no blacks after dark' past bei CNN vom 13. Dezember 2006 (engl.)