Synaxarion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Synaxarion (griech. Συναξάριον, lat. auch Synaxarium) ist ein liturgisches Buch, das in den Ostkirchen Verwendung findet. Es verzeichnet die gottesdienstlichen Feiern im Verlauf des Kirchenjahres. Neben kalendarisch-heortologischen Notizen (Heortologie ist die Lehre von kirchlichen Feiertagen) beinhaltet es Angaben zu den Perikopen, zur Gottesdienstordnung und Kurzviten der Heiligen, deren Feiern begangen werden sollen. Damit entspricht es in etwa dem Martyrologium der römisch katholischen Kirche.

Vermutlich auf Kaiser Konstantin VII. (905-959) geht ein Synaxarion für die Stadt Konstantinopel zurück, das später für die gesamte chalkedonische Orthodoxie Gültigkeit erlangte. Eine historische Rezension des Buches gab der Bollandist Hippolyte Delehaye heraus. Eine andere Rezension ging in das griechische Menaion (das orthodoxe liturgische Monatsbuch) ein. Sie wurde etwa Mitte des 12. Jahrhunderts wohl in Konstantinopel von russischen und bulgarischen Geistlichen ins Altkirchenslawische übersetzt und mit den Viten slawischer Heiliger ergänzt. Diese slawische Version ist unter der Bezeichnung Prolog bekannt. Das Synaxarion ist bis heute in den östlichen Kirchen in Gebrauch.

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Plank: Synaxarion. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Band 9: San bis Thomas. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Herder, Freiburg (Breisgau) 2000, ISBN 3-451-22009-1, S. 1174.
  • Andrea Luzzi: Status quaestionis sui Sinassari italogreci. In: André Jacob, Jean-Marie Martin, Ghislaine Noyé (Hrsg.): Histoire et culture dans l'Italie byzantine. Acquis et nouvelles recherches (= Collection de l'Ecole Française de Rome. Bd. 363). École Française de Rome, Rom 2006, ISBN 2-7283-0741-5, S. 155–175.