Ostkirchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ostkirche ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Siehe auch: Ostkirche (Begriffsklärung)

Ostkirchen (lateinisch Ecclesiae Orientales) sind die in byzantinischer und altorientalischer Tradition stehenden vorreformatorischen Kirchen des christlichen Orients. Dazu gehören die orthodoxen und altorientalischen Kirchen sowie die Katholischen Ostkirchen. Sie werden damit von der „westlichen“ lateinischen Kirche abgegrenzt. Der Begriff findet vor allem in der römisch-katholischen Kirche Verwendung.

Merkmale[Bearbeiten]

Obgleich sich die Ostkirchen in ihrem spezifischen Ritus und ihrer kanonischen Jurisdiktion mannigfaltig unterscheiden, zeichnen sie folgende, wesentliche Gemeinsamkeiten aus:

Hauptgruppen[Bearbeiten]

Die Ostkirchen der Gegenwart lassen sich in drei Hauptgruppen zusammenfassen:

  • Orthodoxe Kirchen im engeren Sinne (auch griechisch-orthodox): In der Spätantike spaltete sich das Römischen Reichs in Weströmisches und Oströmisches Reich auf und aus der Römischen Reichskirche entwickelte sich im westlichen Teil die Lateinische Kirche, im Osten die orthodoxen Kirchen. Dies sind die Kirchen byzantinischer Tradition, die mit dem Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel in Kirchengemeinschaft stehen.
  • Altorientalische Kirchen (auch orientalisch-orthodox): Die altorientalischen Kirchen sind ein Sammelbegriff für verschiedene Kirchen mit sehr unterschiedlicher Entstehungsgeschichte. Manche haben sich nach den Konzilen von Ephesos (431) und Chalcedon (451) aufgrund theologischer Differenzen von der Reichskirche getrennt, andere waren Landeskirchen außerhalb der Grenzen des Oströmischen Reichs („Nationalkirchen“). Teilweise sind sie auch innerhalb des Reiches als gegen den konstantinopolitanischen Zentralismus gerichtete regionale Bewegungen entstanden („Oppositionskirchen“). Sie haben teilweise sehr verschiedene Riten, Traditionen und Unterschiede in der Theologie.
  • Katholische Ostkirchen (auch unierte Kirchen): Sind Teilkirchen eigenen Rechts der römisch-katholischen Kirche mit ostkirchlichen Riten. Sie stehen in ihrer Tradition und hierarchischen Verfasstheit den orthodoxen und altorientalischen Ostkirchen nahe, erkennen aber den Jurisdiktionsprimat des Papstes an und stehen untereinander sowie mit der Lateinischen Kirche in voller Glaubens-, Gebets- und Sakramentengemeinschaft.

Forschung[Bearbeiten]

Wissenschaftlich befassen sich mit den Ostkirchen vor allem die Disziplinen Byzantinistik, Wissenschaft vom Christlichen Orient, Ostkirchenkunde und Ökumenische Theologie.

Römisch-katholische Verlautbarungen zu den Ostkirchen[Bearbeiten]

Der Apostolische Stuhl hat eine Vielzahl von Verlautbarungen zu den Ostkirchen herausgegeben, die nachstehend auszugsweise aufgelistet sind:

I. Enzykliken

II. Apostolische Schreiben

III. Dekrete

Literatur[Bearbeiten]

  • Johannes Oeldemann: Die Kirchen des christlichen Ostens: Orthodoxe, orientalische und mit Rom unierte Ostkirchen, Kevelaer 2007,2. (Topos plus), ISBN 3-8367-0577-X
  • Johannes Oeldemann: Orthodoxe Kirchen im ökumenischen Dialog. Positionen, Probleme, Perspektiven, Paderborn 2004 (Bonifatius), ISBN 3-89710-255-2
  • Konrad Onasch: Einführung in die Konfessionskunde der orthodoxen Kirchen, Berlin 1962 (de Gruyter)
  • Reinhard Thöle (Hg.): Zugänge zur Orthodoxie, Bensheimer Hefte 68, Göttingen 1989,3. (Vandenhoeck & Ruprecht), ISBN 3-525-87176-7

Weblinks[Bearbeiten]