Türkiskehlelfe

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Türkiskehlelfe
Türkiskehlelfe ♀

Türkiskehlelfe ♀

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Myrtis
Art: Türkiskehlelfe
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Myrtis
Reichenbach, 1854
Wissenschaftlicher Name der Art
Myrtis fanny
(Lesson, 1838)

Die Türkiskehlelfe (Myrtis fanny) ist ein Seglervogel in der Familie der Kolibris (Trochilidae). Sie kommt in den südamerikanischen Ländern Ecuador und Peru vor. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft.

Merkmale[Bearbeiten]

Die männliche Türkiskehlelfe erreicht eine Körperlänge von etwa 9 bis 9,5 cm. Das Weibchen ist etwas kleiner und wird zwischen 8 bis 8,5 cm.[1] Der leicht gebogene Schnabel macht dabei ca 18 mm aus. Die Oberseite des Männchens ist bronzegrün und wird von kleinen weißen Flecken an den Seiten durchzogen. Die aquamarinblaue Kehle hat im unteren Bereich einen violetten Rand. Die Unterseite ziert eine ausgewaschene Weißfärbung mit Grün an den Flanken. Der lange gegabelte Schwanz ist bronzegrün. Die Weibchen ähneln den Männchen, haben aber eine gänzlich gelbliche Unterseite mit etwas Weiß im Bauchbereich. Während die Steuerfedern bronzegrün sind, sind die äußeren schwarz gefärbt und weisen dabei eine auffällige Weißfärbung am Ende auf. Der Schwanz ist bei den Weibchen etwas kürzer.[2]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Ihr natürlicher Lebensraum sind die halbfeuchten Andenhänge mit vereinzelten Bäumen, Agaven und Gärten.[3] Hier findet man sie in Höhen zwischen 700 und 3200 Metern.[1]

Verhalten[Bearbeiten]

Sie sitzen normalerweise in Ästen, die nicht allzu weit vom Boden entfernt sind. Dabei verhalten sie sich territorial. Ihr Flug ist schneller und ähnelt weniger dem Flug eine Biene, als dies bei anderen Elfen der Fall ist. Während der Balz fliegen sie eine U-förmige Bahn.[2] Die Männchen pendeln somit vor den Weibchen.[3] Dabei geben sie eine Serie von dünnen ti-ti-ti Lauten von sich, welches im unteren Bereich des U-Fluges in ein tiefes aah aah aah übergeht.[1]

Unterarten[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Türkiskehlelfe

Es sind zwei Unterarten beschrieben worden, die sich in ihrer Färbung und ihrem Verbreitungsgebiet unterscheiden:

  • Myrtis fanny fanny (Lesson, 1838) Die Nominatform kommt in den tropisch bis subtropischen dem Pazifik zugeneigten Hängen der Anden von Ecuador über Peru bis fast zur chilenischen Grenze vor. Hin und wieder sieht man sie auch in der Region Arequipa.[3] In Ecuador reicht ihr Verbreitungsgebiet von Tal des Río Mira in der Provinz Carchi über den Norden von Pichinchas (fast bis Quito) über Tungurahua bis in die Provinz Loja.[4]
  • Myrtis fanny megalura Zimmer, 1953 Diese Unterart hat im Gegensatz zur Nominatform einen etwas längeren Schwanz. Die Unterseite beim Weibchen ist etwas blasser.[5] Subspezies kommt im Norden Perus von der Provinz Cajabamba bis in den Südosten der Region La Libertad und dem äußerstem Nordwestens Huánucos vor.[3]

In seiner Analyse zur Gattung Myrtis erwähnte John Todd Zimmer, dass es eventuell eine weitere Unterart gibt, da sich die Färbung im Norden Ecuadors leicht von der Nominatform im Norden Perus unterscheidet. Allerdings erwähnt er auch, dass hier weitere Untersuchungen erforderlich sind.[6]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

René Primevère Lesson beschrieb den Kolibri zunächst unter dem Namen Ornismya fanny.[7] Erst später wurde er von Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach der Gattung Myrtis zugeschlagen. Das Typusexemplar der Unterart hatte der Naturaliensammler Oscar Theodor Baron (1847-1926) am 13. April 1894 nahe dem Dorfe Malca in der Provinz Cajabamba eingefangen.[5]

Der Begriff »Myrtis« geht auf die böotische Lyrikerin Myrtis aus Anthedan, die im vierten Jahrhundert lebte, zurück.[8]

Das Artepitheton stellt eine Ehrerbietung für die Frau des Naturforschers und Sammlers Gouye de Longuemare dar. So schrieb Lesson:

„Nous donnons à ces oisseaux, dont nous ignorons la partie, le nom de madame Fanny gorge de Longuemares, dont le mari possède la collection la mieux préparée sans contredit d'oiseaux-mouches, et auquel nous unissent les liens d'une vielle amitié.[9]

Das Wort »megalura« in der Unterart leitet sich aus den griechischen Worten »megalos« für »groß« und »oura« für »Schwanz« ab.[10]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America. Apollo Books, Stenstrup 1990, ISBN 87-88757-16-1.
  •  Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O'Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2007, ISBN 978-0713686739.
  •  Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Status, Distribution, and Taxonomy. Bd. 1, Princeton University Press, Princeton 2001a, ISBN 978-0801487200.
  •  Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Field Guide. Bd. 2, Princeton University Press, Princeton 2001b, ISBN 978-0801487217.
  •  James A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press, Oxford 1991, ISBN 978-0-19-854634-4.
  •  John Todd Zimmer: Studies of Peruvian birds. No. 63, The hummingbird genera Oreonympha, Schistes, Heliothryx, Loddigesia, Heliomaster, Rhodopis, Thaumastura, Calliphlox, Myrtis, Myrmia, and Acestrura. In: American Museum novitates. Nr. 1604, 1953, S. 1-26 (online, abgerufen am 26. Januar 2012).
  •  René Primevère Lesson: Mémoires descriptif d'espèces de genre d'oiseaux nouveaux ou imparfaitement décrits. In: Annales des sciences naturelles. Zoologie et biologie animale. Bd. 9, 1838, S. 166-176 (online, abgerufen am 26. Januar 2012).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Thomas Scott Schulenberg u.a. , S. 250.
  2. a b Robert Sterling Ridgely (2001b) u.a., S. 293.
  3. a b c d Jon Fjeldså u.a., S. 296.
  4. Robert Sterling Ridgely (2001a) u.a. , S. 387.
  5. a b John Todd Zimmer, S. 21f.
  6. John Todd Zimmer u.a. , S. 20.
  7. René Primevère Lesson, S. 170.
  8. James A. Jobling, S. 155.
  9. René Primevère Lesson, S. 171.
  10. James A. Jobling, S. 143.