Take Five

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Dieser Artikel behandelt einen Jazzsong; für die gleichnamige Boygroup siehe Take 5
Dave Brubeck (links) mit Komponist Paul Desmond (1954, Foto: Carl van Vechten)

Take Five ist der Titel eines erfolgreichen Jazz-Musikstücks des Dave-Brubeck-Quartetts, das 1959 von Paul Desmond für das 1959 erschienene Album Time Out komponiert wurde und erst nach der Veröffentlichung als Single im Jahr 1961 weltweit zum Evergreen avancierte.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Dave Brubeck und sein Quartett hatten bisweilen eine Vorliebe für ungerade Taktarten entwickelt, und Take Five mit seinem 5/4- oder Blue Rondo A La Turk mit einem 9/8-Takt sind Beispiele dafür. Neben dem Rhythmus lebt das Stück von der eingängigen Melodie des Saxophonisten Paul Desmond. Als das Time Out-Album, für das es geplant war, erscheinen sollte, bemerkte Brubeck, dass Paul Desmond und der Schlagzeuger des Quartetts, Joe Morello, in den Pausen miteinander im 5/4-Takt improvisierten. Brubeck beauftragte daraufhin Desmond, zur nächsten Probe ein Stück im 5/4-Takt zu schreiben. Bei der nächsten Probe meinte Desmond resignierend, dass er zwar zwei Themen hätte, aber ihm sei einfach keine Idee für ein Stück gekommen. Brubeck schlug vor, Desmonds zweites Thema als A-Teil zu nehmen und sein erstes als Bridge, und so ist Take Five entstanden. Die Komposition umfasst 24 Takte, ist in der Liedform ABA geschrieben und wird in moderatem Tempo mit Drive gespielt.[1] Auch für Menschen, die sich sonst kaum für Jazz interessieren, ist sie ein Begriff. Gedacht war es letztendlich als ein Stück für ein Schlagzeug-Solo. Das Schlagzeug-Solo wird auch im Mittelteil des Stückes prominent vorgestellt. In den von Teo Macero produzierten Aufnahmesessions am 25. Juni, 1. Juli und 18. August 1959 in den New Yorker Columbia Studios (30th Street) spielten Paul Desmond (Altsaxophon), Dave Brubeck (Piano), Gene Wright (Bass) und Joe Morello (Schlagzeug). Take Five entstand zusammen mit Strange Meadowlark am 1. Juli 1959, wobei Komponist Desmond den melodieführenden Hauptteil übernimmt.

Dave Brubeck Quartet - Take Five

Laut einem Bericht aus der Herald Tribune wurde Paul Desmond durch die Geräusche einarmiger Banditen in Reno zu dem Stück inspiriert: „It was the rhythm of the machine which influenced me, and I really only wrote the track to get the money back I lost that night.[2] Den Titel erhielt das Stück durch den insbesondere für Jazzsongs ungewöhnlichen 5/4-Takt. Der Begriff to take five wird umgangssprachlich verwendet für „eine kurze – fünf Minuten – Pause machen“. Eine weitere Konnotation des Titels besteht in der umgangssprachlichen Bezeichnung einer Aufnahme als Take. Take Five wäre demnach der fünfte Versuch gewesen, das Stück aufzunehmen; allerdings hat man in Wirklichkeit lediglich zwei Takes benötigt.

Veröffentlichung und Erfolg[Bearbeiten]

Das Instrumentalstück erschien im August 1960 mit sechs weiteren Tracks auf der LP „Time Out“, die bis auf Rang 2 der US-amerikanischen LP-Hitparade vordrang. Erst im August 1961 wurde als Single hieraus Take Five ausgekoppelt, die in Großbritannien bis auf Rang 5 der Pop-Charts emporkam und weltweit mehr als eine Million Mal verkauft wurde.[3] Es war die bis dahin erste meistverkaufte instrumentale Jazzplatte. Im folgenden Jahr sang Carmen McRae (mit Brubeck) eine erste Version mit einem Text, den Brubeck mit seiner Frau Iola geschrieben hatte.[4] Das Stück entstand als Live-Mitschnitt am 6. September 1961 im New Yorker „Basin Street East“.

Als Desmond 1977 verstarb, hinterließ er die Rechte an Take Five und sein gesamtes Vermögen dem amerikanischen Roten Kreuz. Am 15. April 2011 berichtete Desmonds Testamentsvollstrecker Noel Silverman, dass die Tantiemen aus Take Five mittlerweile über sechs Millionen Dollar betragen würden.[5]

Coverversionen und Werbenutzung[Bearbeiten]

Das Stück hat sich längst zum Jazzstandard entwickelt und wurde von so unterschiedlichen Interpreten wie Monica Zetterlund, Chet Atkins, Augustus Pablo, Al Jarreau, George Benson, Helge Schneider, Quincy Jones, Grover Washington, Jr., The Specials, Moe Koffman, Yo-Yo Ma, Nigel Kennedy und Eric Singleton eingespielt. BMI listet 27 Versionen auf.[6]

Mitte der 1960er Jahre produzierte das Automobilunternehmen BMW in Deutschland einige Werbefilme für sein neues 02er Modell, die mit einer Coverversion von "Take Five" unterlegt war. Die Werbespots erlangten damals annähernd Kultstatus.[7]

Der Getränkehersteller Apollinaris nutzte Take Five in seiner Werbung für Tafelwasser.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carlo Bohländer, Reclams Jazzführer Stuttgart 1970
  2. Booklet zu "A Collection of Various Interpretations of Take Five" herausgegeben von Roof Records und WDR 5
  3. Joseph Murrells, Million Selling Records, 1985, S. 150
  4. McRae and Brubeck Take Five
  5. Artsjournal vom 15. April 2011, Desmond on „Take Five“
  6. BMI über Take Five
  7. Historischer Werbefilm des BMW 02er

Weblinks[Bearbeiten]