Tali (Holz)

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Tali ist die Bezeichnung für eine Holzart, die aus den Baumarten Erythrophleum suaveolens (Syn. E. guineense) und Erythrophleum ivorense (Syn. E. micranthum) hergestellt wird. Im englischsprachigen Raum ist das Holz auch als „Missanda“ bekannt. Weitere Bezeichnung auch "Alui, Eloun, Erun, Kassa, Mancone, Muave, Potodron, Sasswood, Talo, Teli". Botanisches Kurzzeichen nach DIN 4076/I: TAL

Merkmale[Bearbeiten]

Tali-Holz stammt von immergrünen Bäumen, die Wuchshöhen von 15 bis 25 Metern erreichen. Die leicht krummen und häufig unrunden Stämme haben in der Regel einen Stammdurchmesser von 1,20 Meter. Das Kernholz ist gelbrötlich bis dunkel rotbraun oder kupferfarben. Das Splintholz ist hellgrau bis blaß bräunlich und ca. 3-6 cm breit und die glatten Oberflächen haben einen matten Glanz.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Arten sind besonders in West-, Mittel- und Ost-Afrika, also alle Länder Afrikas mit tropischer Bewaldung, vor allem Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kamerun, Kongo, Mosambik, Sambia und Zaire verbreitet.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Das Holz ist sehr dauerhaft sowie gegen Pilze, Insekten und Bohrmuscheln resistent (Resistenzklasse I-II nach DIN-EN 350-2), auch im direkten Erdkontakt. Es enthält wenig bis keine Insektenfraßlöcher Pinholes. Das Holz ist drehwüchsig und enthält kein Harz, jedoch Öl- und Fetthaltige Inhaltsstoffe, die eine Oberflächenbehandlung erschweren. Die Oberfläche sollte vor einer Behandlung mit Lösemitteln entfettet werden, auch die Einhaltung einer Abwitterungszeit ist zu empfehlen. Anschließend kann eine Oberflächenbehandlung mit lösemittel-basiertem Öl erfolgen. Eine Oberflächenbehandlung auf wässriger Basis verspricht wenig Erfolg. Das Quell- und Schwindverhalten ist so deutlich ausgeprägt, dass es bei Konstruktionen berücksichtigt werden muss. Die Rohdichte liegt bei ca. 900 kg/m³.

Toxikologie[Bearbeiten]

Bearbeitungsstaub ist biologisch wirksam und kann die Schleimhäute reizen sowie Allgemeinstörungen oder Lähmungen bewirken. Die Säfte der Rinde sind giftig.

Verwendung[Bearbeiten]

Tali-Holz wird auf dem europäischen Markt als Parkett-Rohfriese, Mosaik-Parkett, Stabparkett, Landhausdielen- und Fertigparkett, sowie als Schwellen und Terrassendielen angeboten.

Handel[Bearbeiten]

Der Handel unterliegt wie jedes tropische Holz den Einfuhrbestimmungen des Holz-Sicherungsgesetzes (HolzSiG).

Artenschutz[Bearbeiten]

Handelsbeschränkungen aufgrund der CITES-Liste (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, kurz CITES, deutsch Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) oder des Washingtoner Artenschutzabkommens bestehen nicht.

Weblinks[Bearbeiten]