Mosambik

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Staat im südlichen Afrika. Für weitere Bedeutungen siehe Mosambik (Begriffsklärung).
República de Moçambique
Republik Mosambik
Flagge Mosambiks
Wappen Mosambiks
Flagge Emblem
Amtssprache Portugiesisch
Hauptstadt Maputo
Staatsform Republik
Regierungssystem Präsidialsystem
Staatsoberhaupt Präsident Armando Guebuza
Regierungschef Premierminister Alberto Vaquina
Fläche 801.590 km²
Einwohnerzahl 24.692.144 (Juli 2014, Schätzung)[1]
Bevölkerungsdichte 31 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Nominal
2007[2]
  • 11.800 Mio. US$ (Stand 2011)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 583 US$ (Stand 2011)
Human Development Index 0,327 (185.)[3]
Währung Neuer Metical (MZN)
Unabhängigkeit 25. Juni 1975 (von Portugal)
Nationalhymne Pátria Amada
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen MOC
ISO 3166 MZ, MOZ, 508
Internet-TLD .mz
Telefonvorwahl +258
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Madeira Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Îles Éparses Madagaskar São Tomé und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Antarktika Südgeorgien (Vereinigtes Königreich) Paraguay Uruguay Argentinien Bolivien Brasilien Frankreich (Französisch-Guayana) Suriname Guyana Kolumbien Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Barbados Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgisistan RusslandMozambique on the globe (Africa centered).svg
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Mosambik [mozamˈbiːk, mozamˈbɪk] (portugiesisch Moçambique [mʊsɐmˈbik])[4] ist ein Staat in Südostafrika. Die Hauptstadt ist Maputo. Mosambik ist seit dem 12. November 1995 Mitglied des Commonwealth of Nations. Nationalfeiertag ist der 25. Juni, Tag der Unabhängigkeit (1975).

Mosambik liegt am Indischen Ozean zwischen dem 10. und dem 27. südlichen Breitengrad. Der Staat grenzt an Tansania, Malawi, Sambia, Simbabwe, Südafrika und Swasiland. Die Straße von Mosambik trennt den Inselstaat Madagaskar vom afrikanischen Festland.

Geographie[Bearbeiten]

Entlang der 2800 km langen Küste befindet sich ein breites Küstentiefland. Es bedeckt den größten Teil des Südens, doch wird es von der Sambesimündung nach Norden hin schmaler. Hinter der Küste steigt das Land stufenförmig bis zum zirka 1000 m hohen Tafelland des Hochfelds an. Der höchste Berg ist der Monte Binga in der Provinz Manica (an der Grenze zu Simbabwe) mit 2436 m.

Die zahlreichen Flüsse des Landes fließen aus den Hochländern nach Osten in die Straße von Mosambik. Der größte Fluss ist der Sambesi (2.574 km), der im Westen Mosambiks durch den Cahora Bassa-Damm aufgestaut wird. Weitere große Flüsse sind der Rovuma, der Grenzfluss zu Tansania, sowie Save und der Limpopo. Der Malawisee bildet einen Teil der Grenze mit Malawi; sein Abfluss ist der Shire, der in den Sambesi mündet.

Mit einer Landesfläche von 801.590 km² nimmt Mosambik den Weltrang 34 ein. 18 % der Landesfläche sind Wald- und Buschland, 4 % Ackerland, 55 % Wiesen und Weiden.

Die Ausdehnung des Landes beträgt in Nord-Süd-Richtung 2000 km, in der West-Ost-Richtung 50 bis 600 km. Die Küste am Indischen Ozean ist 2.470 km lang.

Mosambik hat 4.571 km Landesgrenzen, davon zu Malawi 1.569 km, zu Südafrika 491 km, zu Swasiland 105 km, zu Tansania 756 km, zu Sambia 419 km und zu Simbabwe 1.231 km.

Flora[Bearbeiten]

Die vorherrschende Vegetation ist die Trockensavanne mit trockenem Grasland und einigen Trockenwäldern. Die Bäume in der Savanne werfen teilweise ihr Laub in der Trockenzeit ab und ergrünen im Laufe der Regenzeit. Typische Bäume der Trockensavanne sind Schirmakazien und Affenbrotbäume. Das Gras ist in der Trockenzeit braun und verdorrt, wird aber während der Regenzeit bis zu 2 Meter hoch.

Klima[Bearbeiten]

Savannenklima mit einer feuchten und einer trockenen Jahreszeit herrscht vor. In der Regenzeit, die von November bis April geht, fallen rund 80 % der Jahresniederschläge. Diese schwanken je nach Region zwischen 700 und 1500 mm pro Jahr. Während die Temperaturen während der Regenzeit schwül-heiß (tropisch) sind, ist die Trockenzeit vor allem durch deutlich kühlere Nächte gekennzeichnet. Das ganze Jahr liegen die Tagestemperaturen zwischen 25 und 30 °C, im Inland auch bis 35 °C. Die Nächte sind mit rund 15 bis 25 °C besonders an der Küste teilweise sehr schwül.

In einigen Jahren, etwa 2007/2008 kam es zu ungewöhnlich hohen Niederschlägen, die Todesopfer forderten und Ernten bedrohten.[5] Insgesamt erfährt das Land eine hohe Klimavariabilität und häufige extreme Wetterereignisse (insbesondere Dürren, Überschwemmungen, tropische Zyklone). Dürren sind die häufigsten Katastrophen, treten etwa alle drei bis vier Jahre auf und erschweren massiv die Entwicklung des Landes. In Bezug auf die Folgen der Globalen Erwärmung wird davon ausgegangen, dass Zyklone zwar weniger häufig auftreten könnten, aber sich ihre Intensität und damit die Niederschläge wahrscheinlich vergrößern. Diese können auch zu einer erhöhten Erosion im Küstenbereich führen. Da ein Großteil der Bevölkerung und insbesondere viele arme Menschen im ländlichen Raum vom Regenfeldbau leben, sind sie gegenüber Veränderungen der Niederschlagsmuster besonders anfällig.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Demografie[Bearbeiten]

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wird mit 48,4 bis 51,78[7][8][9] Jahren angegeben. 43 % der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt und nur 3 % über 65. Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer liegt bei 5,4 Kindern pro Frau. Dies liegt unter anderem auch daran, dass nur 12 % der verheirateten Frauen moderne Verhütungsmethoden zur Verfügung stehen (Stand 2008).[10] Das Land hat eine der höchsten AIDS-Raten der Welt (12%), was das Bevölkerungswachstum bremst.

Volksgruppen[Bearbeiten]

Frau bei der Maisernte

Der Großteil der Gesamtbevölkerung gehört Bantuvölkern an. Das größte Volk bilden mit etwa 40 % Bevölkerungsanteil die Makua, daneben sind mit 21 % auch die Tsonga eine einflussreiche Gruppe. Die Yao, welche auch in Malawi leben, bilden 12 % der Bevölkerung, daneben sind mit 11 % auch die Makonde im Nordosten eine starke Minderheit. Die Volksgruppe der ostafrikanischen Swahili lebt im Küstengebiet und macht 7 % der Bevölkerung aus. Zudem leben noch mit einem Anteil von 4 % an der Bevölkerung die Chewa im Land – ihr Hauptsiedlungsgebiet ist Malawi. Die kleinere Minderheit der 3 % Shona im Westen bildet ihrerseits wiederum die Bevölkerungsmehrheit in Simbabwe.

Ferner leben in Mosambik viele Personen mit Migrationshintergrund (1,7 % sind Chinesen, ein größerer Anteil sind Inder), Europäer (vor allem Portugiesen) und Südafrikaner. Die Rückwanderung von fast fünf Millionen Binnenflüchtlingen in ihre Heimatorte und die Rückkehr von 1,7 Millionen Flüchtlingen aus den Nachbarländern nach Beendigung des mosambikanischen Bürgerkrieges sowie von rund 15.000 Mosambikanern aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, so genannten Madgermanes, stellen das Land vor große Herausforderungen.[11]

Sprachen[Bearbeiten]

Insgesamt werden über 40 Sprachen im Land gesprochen. Die einheimischen Landessprachen zählen zur Sprachgruppe der Bantusprachen. Portugiesisch, die einzige Amtssprache, wird laut Volkszählung von 2007 inzwischen von etwa 12 % (vornehmlich in Städten) der Gesamtbevölkerung als Muttersprache gesprochen, in Maputo jedoch etwa 25 %. Gut 50 % beherrschen Portugiesisch als Zweitsprache neben ihrer einheimischen Sprache. Die meisten Mosambikaner sprechen mehr als eine einheimische Sprache. Zu den wichtigsten Sprachen gehören neben der Amtssprache Portugiesisch unter anderem (sortiert nach Sprecheranteil):[15]

  • Makua, auch Makhuwa – die wichtigste Sprache im Norden Mosambiks wird laut Zählung von 2007 von 25,3 % der Bevölkerung gesprochen. 40 % der Einwohner gelten als ethnische Makua. Diese sprechen verschiedene Varianten innerhalb eines Makua-Dialektkontinuums oder auch „Makhuwa-Sprachen“ – laut Ethnologue neun in Mosambik –,[16] von denen das „Zentral-Makhuwa“ – 2006 mit 3,09 Millionen Sprechern – auch einfach als „Makhuwa“ oder „Makua“ bezeichnet wird.[17]
  • Changana – von 10,7 % der Bevölkerung im Südwesten in der Provinz Maputo und der Provinz Gaza gesprochen, in der Stadt Maputo auch Ronga genannt; die ethnische Tsonga-Bevölkerung beträgt aber 21 %
  • Sena – in der Provinz Sofala von 7,5 % der Bevölkerung
  • Chilomwe – 7 % der Bevölkerung
  • Chuwabo – 5,1 % der Bevölkerung
  • Swahili – im Norden (Grenze zu Tansania)
  • ChiMakonde – im Nordosten (Cabo Delgado)
  • Chichewa – auch Nyanja genannt; im Westen (Provinz Tete), das Gebiet grenzt an Sambia und Malawi an, wo diese Sprache ebenfalls gesprochen wird.
  • Shona – vom Volk der Schona gesprochen
  • Ndau – in der Provinz Sofala gesprochen, verwandt mit der Sprache Shona
  • Tswa – im Südosten (Provinz Inhambane)

Religion[Bearbeiten]

Etwa 47 % der Bevölkerung gehören Naturreligionen an. 35 % sind Christen (darunter 31 % römisch-katholisch; hauptsächlich im Süden und Südwesten verbreitet). Der Rest der Bevölkerung (ca. 18 %) ist islamisch (hauptsächlich Sunniten, vor allem im Norden und an den Küstenregionen verbreitet).[18]

Soziale Lage[Bearbeiten]

Laut UNICEF gibt es 1,5 Millionen Waisen in Mosambik, (davon 470 000 Aidswaisen). Die Kinderarbeit ist aufgrund der Armut ein großes Problem, da viele Familien auf das Geld, das die Kinder verdienen, angewiesen sind. Nur 6 % der unter Fünfjährigen haben eine Geburtsurkunde. Millionen Kinder, die über kein Dokument verfügen, sind Missbrauch, Kinderarbeit, Zwangsverheiratung und dem Dienst an der Waffe ausgesetzt. Ohne Geburtsurkunde gibt es keinen staatlichen Schutz.[19] Ca. 32 % der Kinder arbeiten auf Feldern, Märkten, als Schuhputzer oder als Bettler. Die Situation älterer Menschen ist prekär. Die staatliche Rente beträgt umgerechnet nur fünf US-Dollar.[20]

Bildungswesen[Bearbeiten]

In Mosambik kann die Hälfte der Erwachsenen nicht lesen und schreiben. 66 % der Frauen sind Analphabeten. Seit dem Ende des Krieges 1992 hat Mosambik große Anstrengungen für den Grundschulunterricht unternommen. Mittlerweile gehen 80 % der Kinder 5 Jahre lang zur Schule, während 30 % die Schule bis zur 6. oder 7. Klasse weiterbesuchen. Die durchschnittliche Klassengröße beträgt 74 Kinder, in den ländlichen Gebieten sind es noch mehr. Mosambik hat trotz Fortschritten zu wenige Klassenzimmer, Schulmöbel und Schulbücher. Zahlreiche Lehrer nehmen an der landesweiten Kampagne zur Verbesserung der Unterrichtsqualität an den Grundschulen teil.

Staatliche Universitäten[Bearbeiten]

Private Universitäten[Bearbeiten]

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

AIDS ist im Lande ein großes Problem: Offiziell sind 11,5 % der Erwachsenen (15 bis 49 Jahre) HIV-positiv (Stand: 2009).[21] AIDS stellt eine große Gefahr für alle dar, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Risiko bergen.

Seit Ende 2003 breitet sich in Mosambik, insbesondere in der Maputo-Provinz, eine schwere Cholera-Epidemie aus. Eine gültige Gelbfieberimpfung wird bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet verlangt. Gelegentlich wird sie an der Grenze auch bei Einreise aus nichtendemischen Gebieten verlangt.

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. Häufig fehlen auch europäisch ausgebildete Ärzte.

Mosambik leidet zudem aufgrund falscher Hochwasserregulierung der Staudämme Cahora Bassa und Kariba noch unter Hochwasserproblemen, vor allem entlang des Sambesi. Hochwasserkatastrophen fördern die Ausbreitung von Cholera.

Nur 48 % der Geburten können medizinisch betreut werden. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 92 von 1000 Lebendgeburten (Stand 2010), die Müttersterblichkeit bei 550 von 100.000 Lebendgeburten (Stand 2008).[22]

Die Trinkwasserversorgung im Land ist sehr schlecht. Zugang zu sauberem Trinkwasser, seit 2010 ein Menschenrecht der UNO, besitzt laut WHO und Unicef nicht einmal jeder zweite Mensch in Mosambik.[23]

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Mosambiks

Vor den großen Erkundungsfahrten der Europäer herrschten seit Jahrhunderten Araber an der Küste vor Afrika. Sie betrieben Handel zwischen Afrika, dem Orient und Indien mit Gold, Elfenbein und afrikanischen Sklaven. Als erster Portugiese landete 1497 Pedro da Covilhão, der im Auftrag des portugiesischen Königs den Seeweg von Arabien nach Ostafrika erkundete, in Sofala. 1498 erreichte Vasco da Gama auf dem Weg nach Indien Mosambik: Auf der Insel von Mosambik traf er mit dem Scheich Moussa Ben Mbiki zusammen, von dem sich der Name Mosambik ableitet. Darauf bemächtigten sich die Portugiesen dieser Handelsplätze und drangen auf der Suche nach Gold entlang des Sambesi ins Landesinnere vor. Jahrhundertelang begnügten sich die Portugiesen mit dem Handel von Sklaven und kümmerten sich nicht groß um die Bevölkerung. Ihre Herrschaft dauerte bis ins 20. Jahrhundert, und durch Zwangsarbeit, ausbeuterische Arbeitsverträge und rücksichtslose Behandlung verschlechterten sich die Lebensbedingungen in den Kolonien erheblich. Bis 1898 war die Stadt Ilha de Moçambique Hauptstadt des Landes. Sie gab dem Land auch seinen Namen.

1890 musste Portugal britischem Druck nachgeben und auf die Verbindung Angolas und Mosambiks zu einem geschlossenen südafrikanischen Kolonialreich verzichten. Stattdessen nahm in den portugiesischen Kolonien der Einfluss britischen Kapitals beträchtlich zu. Verhandlungen über ein britisch-deutsches Bündnis führten aber schon 1898 zum Angola-Vertrag: Für den Fall, dass Portugal Geld brauchen sollte, vereinbarten Deutschland und Großbritannien eine gemeinsame Anleihe, für die die portugiesischen Kolonien als Pfand vorgesehen waren. Im Falle der erwarteten Zahlungsunfähigkeit Portugals sollten Angola und Nord-Mosambik an Deutschland, Süd-Mosambik an Großbritannien fallen. Deutschland verzichtete dafür auf die Unterstützung der Buren in deren Kampf gegen Großbritannien. Das Abkommen wurde am 30. August 1898 geschlossen, aber niemals umgesetzt und schon 1899 durch die Verlängerung der britischen Schutzgarantie (Windsorvertrag) für Portugal und all seine Besitzungen unterlaufen. Obwohl das britisch-deutsche Bündnis nie zustande kam, bemühte sich Großbritannien 1912–1914 nochmals, den endgültigen Bruch mit dem Kaiserreich aufzuschieben. Bei einem Besuch des britischen Königs in Berlin wurde 1913 der Vertrag von 1898 aus den Archiven geholt und sogar noch zugunsten Deutschlands modifiziert. Tatsächlich aber zögerte Großbritannien die Unterzeichnung bis Juli 1914 heraus, dann machten das Attentat von Sarajevo und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges seine Umsetzung ohnehin unmöglich. So blieben Angola und Mosambik zunächst im Besitz Portugals. Während des Krieges jedoch erklärte Südafrika 1915 ganz Mosambik zum Eroberungsziel, und ab 1917 zogen sich die deutschen Kolonialtruppen aus Deutsch-Ostafrika kämpfend nach Mosambik zurück und besetzten bis 1918 tatsächlich weite Teile der Nordhälfte. Als Entschädigung erhielt Portugiesisch-Ostafrika beim Frieden von Versailles 1919 das Kionga-Dreieck.

1962 wurde die Freiheitsbewegung FRELIMO gegründet. Je stärker die Portugiesen an ihrem Kolonialbesitz festhielten, umso radikaler wurde der Widerstandswille der FRELIMO. 1964 gingen die Widerstandskämpfer in den bewaffneten Kampf über, der im Norden sehr erfolgreich endete. Doch erst nach der Nelkenrevolution und dem Sturz des diktatorischen Regimes in Portugal erlangte Mosambik am 25. Juni 1975, nach knapp 500 Jahren als Kolonie, die Unabhängigkeit als Volksrepublik Mosambik. Samora Machel wurde der erste Staatspräsident, jedoch nicht durch allgemeine Wahlen. 1986 starb der FRELIMO-Präsident bei einem Flugzeugabsturz. In den FRELIMO setzten sich die marxistischen Kräfte durch. Da sie den Staat unter Kontrolle hatten, waren auch alle wichtigen Posten durch ihre Männer besetzt. Sie verstaatlichten die Industrie und gründeten landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften. Doch die Abwanderung europäischer Fachkräfte schwächte die Wirtschaft des Landes empfindlich. Mitte der siebziger Jahre entstand eine neue Widerstandsbewegung, die durch Südafrika und Rhodesien unterstützt wurde- die RENAMO. Im Gegensatz z. B. zur angolanischen UNITA hatte die erst nach der Unabhängigkeit entstandene RENAMO niemals gegen die portugiesische Kolonialmacht gekämpft und daher wenig moralischen Rückhalt in der mosambikanischen Opposition.

Das Land verfiel 1976 dennoch in einen 16-jährigen Bürgerkrieg zwischen FRELIMO und RENAMO, der zu einem völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch führte. Mosambik erhielt Unterstützung z. B. nach 1980 von Simbabwe (ehemals Rhodesien), das 10.000 Soldaten zur Sicherung des Beira-Korridors entsandte. Im Land befanden sich 1983 außerdem 750 Militärberater und Ausbilder aus Kuba, 600 aus der Sowjetunion und 100 aus der DDR. Doch erst nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages, dem Allgemeinen Friedensabkommen von Rom, und mit der Hilfe von UN-Friedenstruppen konnte das Land stabilisiert und die erste Oppositionspartei gegründet werden. Seit 1995 ist Mosambik neben Kamerun das einzige Mitglied des Commonwealth of Nations, das nicht ehemals britische Kolonie gewesen ist. Die Auswanderung der Weißen in großem Ausmaß, die wirtschaftliche Abhängigkeit von Südafrika, eine anhaltende Dürre und der langgezogene Bürgerkrieg behinderte die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Seit der Abkehr vom Marxismus-Leninismus und der Einparteienherrschaft der FRELIMO hat sich die Renamo als politische Partei etabliert und stellt seit 1994 die parlamentarische Opposition im Lande. Die ersten demokratischen Wahlen wurden unter der Aufsicht von ONUMOZ im Oktober 1994 gehalten. Aus ihr ging die Festigung der alten Regierung hervor, und RENAMO akzeptierte, nachdem Druck von Anrainer-Staaten ausgeübt wurde, die Sitze im Parlament, womit sie die Opposition formte.

Die Demokratisierung des Landes war das Verdienst des nach Samora Machels an die Macht gekommenen Staatspräsidenten Joaquim Alberto Chissanó. Chissanos Verdienste um die Demokratie, die Ausarbeitung einer Verfassung mit einem Mehrparteiensystem, die Normalisierung der Beziehungen zum Nachbarstaat Südafrika und insbesondere die Tatsache, dass er nach zwei Amtszeiten auf eine weitere Kandidatur als Präsident verzichtete und den Weg für einen Nachfolger freigab, brachten ihm im Oktober 2007, nach dem Ende seiner Präsidentschaft, den Preis der Mo Ibrahim Foundation für gute Regierungsführung.[24]

Im Februar 2000 führten schwere Regenfälle zu einer Flutkatastrophe, die zahlreiche Menschenleben forderte.

Im Oktober 2013 nährten Berichte über zunehmende Kämpfe zwischen den ehemaligen Bürgerkriegsparteien die Furcht vor einer Aufkündigung des Friedensabkommens von 1992 - zumindest kündigte ein Sprecher der RENAMO dies als mögliche Konsequenz der Einnahme des RENAMO-Hauptquartiers nahe Gorongosa durch Regierungstruppen an.[25]

Politik[Bearbeiten]

Armando Guebuza (2006), amtierender Präsident von Mosambik seit 2004

Die herrschende Frelimo-Regierung sagte sich 1989 offiziell vom Marxismus los. Die im folgenden Jahr aufgestellte Verfassung garantierte freie Wahlen in einem Mehrparteiensystem und die freie Marktwirtschaft. Die seither stattgefundenen Wahlen wurden von auswärtigen Beobachtern begleitet und als überwiegend fair eingeschätzt, wenn auch FRELIMO alle Möglichkeiten einer Regierungspartei zur Wahlbeeinflussung nutzte. Es hat sich seither ein Quasi-Zweiparteiensystem herausgebildet, das von der Dauer-Regierungspartei FRELIMO und der bisher größten Oppositionspartei RENAMO beherrscht wird. Keiner der übrigen Parteien Mosambiks ist es bisher gelungen, irgendeine erwähnenswerte Rolle in diesem System zu spielen. Zu den Wahlen 2009 trat allerdings die RENAMO-Abspaltung Movimento Democrático de Moçambique (MDM) an und errang einen Achtungserfolg.

Die wichtigsten Organe des Staates sind:

Am 28. Oktober 2009 fanden die vierten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen seit der Beendigung des Bürgerkriegs 1992 statt, die erwartungsgemäß vom amtierenden Präsidenten Armando Guebuza und FRELIMO gewonnen wurden. Zeitgleich wurden erstmals auch Wahlen zu den Provinzvertretungen abgehalten.

Justizsystem[Bearbeiten]

Die Haftbedingungen sind ausgesprochen hart und haben bereits zu mehreren Todesfällen geführt. Die Gerichte sind unterbesetzt, und die unzureichend ausgebildeten Richter arbeiten ineffizient und sind von der regierenden Partei beeinflusst. Die Polizei ging, laut Amnesty International, bei Demonstrationen und bei der Festnahme von Straftatverdächtigen mit exzessiver Gewalt vor. 13 Häftlinge erstickten dabei im Polizeigewahrsam in einer überfüllten Gefängniszelle. Zwei Polizeibeamte mussten sich in diesem Zusammenhang vor Gericht verantworten. Für eine im Jahre 2007 begangene außergerichtliche Hinrichtung wurde ein hochrangiger Polizeibeamter wegen Mordes verurteilt.[27]

Menschenrechte[Bearbeiten]

Es wurden auch 2009 Fälle schwerer Menschenrechtsverletzungen gemeldet: Die Pressefreiheit ist stark eingeschränkt und unabhängige Medien werden behindert. Gesellschaftliche Probleme wie häusliche Gewalt, Diskriminierung von Frauen, Missbrauch, Ausbeutung, Zwangsarbeit von Kindern und Diskriminierung von sexuellen Minderheiten und Menschen mit HIV/AIDS sind nach wie vor weitverbreitet, so der Human Rights Report 2009 des US-amerikanischen Außenministeriums. Auch kommt es immer wieder zu Übergriffen, Diskriminierungen und Gewalthandlungen aufgrund der sexuellen Orientierung von Menschen. Homosexualität wird als Straftat angesehen und kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden.[28][29]

Verwaltung[Bearbeiten]

Gliederung[Bearbeiten]

Provinz Maputo Provinz Maputo Provinz Inhambane Provinz Gaza Provinz Manica Provinz Sofala Provinz Niassa Provinz Cabo Delgado Provinz Nampula Provinz Zambezia Provinz Tete Tansania Sambia Malawi Swasiland Simbabwe Südafrika
Karte der Provinzen von Mosambik

Mosambik ist in zehn Flächen-Provinzen und die Hauptstadtprovinz gegliedert, darunter folgen 141 Distrikte, die ihrerseits gegliedert sind in 415 Postos administrativos (Verwaltungsbezirke) mit 1024 Localidades (Orte), die jeweils noch meist mehrere Ortschaften (Povoações) und Dörfer (Aldeias) umfassen.

Die elf Provinzen Mosambiks:

  1. Cabo Delgado
  2. Gaza
  3. Inhambane
  4. Manica
  5. Maputo (Hauptstadt)
  6. Maputo (Provinz)
  7. Nampula
  8. Niassa
  9. Sofala
  10. Tete
  11. Zambézia

Städte[Bearbeiten]

Die größten Städte sind die Hauptstadt Maputo mit 1.191.613 Einwohnern, Matola mit 543.907 Einwohnern und Beira mit 530.706 Einwohnern (Einwohnerzahlen Stand 1. Januar 2005).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Entwicklung und Lage[Bearbeiten]

Mosambiks Wirtschaft basiert vorwiegend auf Landwirtschaft. In den 1980er Jahren wurde die Wirtschaft durch den Bürgerkrieg, die Abwanderung portugiesischer Fachkräfte und mehrere Dürreperioden geschwächt. Zu dieser Zeit waren die meisten Plantagen und Industriebetriebe im Besitz des Staates. Erst 1990 führte die Regierung die freie Marktwirtschaft ein.

Die Währung von Mosambik ist der Metical. 1 Metical = 100 Centavos. Bis 2006 entsprach 1 Euro ungefähr 34.500 Metical, 1 Schweizer Franken 22.300 Metical. Am 1. Juli 2006 wurden der Währung drei Nullen gestrichen. Umrechnung neu: 1 Euro entspricht ungefähr 42,5 Metical, 1 Schweizer Franken 35 Metical.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Traditionelles Fischerboot
Allgemein[Bearbeiten]

Obwohl über 80 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig sind, produzieren sie nur 24 % des Bruttoinlandsprodukts. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind Cashewnüsse, Zuckerrohr, Baumwolle und Tee. Angebaut werden außerdem auch Bananen, Tabak, Zitrusfrüchte, Sisal und Ölpalmen. Der Versuch, die aus Zentralamerika stammende und als ökologisch anspruchslos geltende Jatropha-Pflanze zur Gewinnung von Pflanzenöl in Mosambik großflächig zu kultivieren, scheiterte. Eine Projektplantage des deutschen Unternehmens Elaion AG wurde 2011 nach fünf Jahren aufgegeben, da die erwarteten wirtschaftlichen Gewinne ausblieben.[30]

Der Großteil des jährlichen Holzeinschlages wird als Brennstoff verwendet. Die Küstenfischerei hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Gefischt werden hauptsächlich Thunfisch und Garnelen.

Für die Forschung und Entwicklung im mosambikanischen Baumwollanbau gibt es ein Institut, das Instituto do Algodão de Moçambique (IAM). Sein Sitz befindet sich in Maputo. Es unterhält Außenstellen in Montepuez, Nampula, Beira und Maxixe.[31]

ProSavana-Projekt[Bearbeiten]

Seit 2009 wird im Norden Mosambiks unter Federführung eines brasilianisch-japanischen Konsortiums ein Großprojekt zur grundsätzlichen Umstrukturierung des Agrarsektors verfolgt. Das Vorhaben unter der Bezeichnung ProSavana ist Teil eines agrarwirtschaftlichen Projektes im sogenannten Nacala-Entwicklungs-Korridor, einem Gebiet von etwa 14 Millionen Hektar Fläche. Die im Projekt ProSavana vorgesehene Fläche umfasst etwa sechs Millionen Hektar. Davon betroffen sind die drei Provinzen Niassa, Nampula und Zambezia sowie angrenzende Areale in den Nachbarprovinzen Manica und Cabo Delgado.[32][33] Statt der heute dort vorherrschenden kleinbäuerlichen Landwirtschaft auf kommunalen Flächen sollen künftig agrarindustrielle Großbetriebe dafür sorgen, dass dieser Sektor durch die Produktion von Nahrungsmitteln und anderen Agrarrohstoffen für den Binnenmarkt, vor allem aber für den Export, maßgeblich zum Wirtschaftswachstum des Landes beiträgt.

Wesentliche Komponente von ProSavana ist die Steigerung der Produktivität durch Technologietransfer und ausländische Investitionen. Ähnlich wie in den tropischen Savannengebieten Brasiliens, dem Cerrado, sollen in Mosambik in großem Stil Sojabohnen, Sonnenblumen und Baumwolle wie auch andere Rohstoffe für den weltweiten Export angebaut werden. Das trilaterale Vorhaben wird mit japanischem Kapital sowie brasilianischer Technik und Know-how umgesetzt.[34] Laut der japanischen Agentur für Internationale Zusammenarbeit (Japan International Cooperation Agency / JICA) handelt es sich dabei um „eines der weltweit größten dreiseitigen Kooperationsprojekte“.[35] Umweltverträglichkeitsprüfungen oder gesellschaftliche Folgeabschätzungen sind bisher nicht bekannt.

Innerhalb mosambikanischer Kleinbauernverbände und in Kreisen von Beratern der internationalen Entwicklungszusammenarbeit wird befürchtet, dass Brasilien mit seinem Agrarmodell auch die sozialen Widersprüche des Landes nach Afrika exportieren könnte.[33][36]

Im November 2012 ging Mosambiks Kleinbauernverband UNAC (União Nacional de Camponeses / National Peasants' Union) gemeinsam mit Via Campesina und GRAIN, bedeutende Internationale Nichtregierungsorganisationen für eine nachhaltige und menschenzentrierte ländliche Entwicklung, mit einer Erklärung zu ProSavana an die Öffentlichkeit. Darin äußern die Organisationen die Sorge, dass ansässige Bauernfamilien im Zuge des Vorhabens ihr Land verlieren werden und sich zukünftig in der Agrarindustrie als Landarbeiter verdingen müssten. Gefordert wird u.a. Transparenz und Zugang zu den Planungsunterlagen. Bis zu jenem Zeitpunkt waren innerhalb Mosambiks kaum Informationen zu diesem Vorhaben zugänglich.[37][38]

Anfang April 2013 unterzeichneten Vertreter der drei beteiligten Staaten Japan, Brasilien und Mosambik eine Vereinbarung zur Umsetzung des gemeinsamen Agrarprojektes.[39] Ende April gelangte der auf März 2013 datierte ProSavana-Masterplan an die Öffentlichkeit.[40]

Mineralische Rohstoffe und Rohstoffwirtschaft[Bearbeiten]

Moatize Steinkohlenmine, nordöstlich der Stadt Tete

Mosambik verfügt über einige mineralische Rohstofflagerstätten. Es gibt Vorkommen an Diamanten und anderen Edelsteinen sowie Gold und Kupfer, Nutzgesteine wie Gabbros, Granite und Marmore, Industrieminerale wie Bauxit, Korund, Glimmer, Graphit, ferner Lagerstätten mit ökonomisch interessanten Gehalten an Zinn, Seltenerdmetallen (Davidit), Niob und Tantal sowie Schwermineralsande. Weiterhin existieren Lagerstätten an Energierohstoffen wie Erdgas und Steinkohle.[41][42]

Im Nordwesten des Landes werden die möglicherweise größten Steinkohlevorkommen der Welt vermutet. 23 Milliarden Tonnen sollen in der Provinz Tete nahe der Grenze zu Malawi lagern. Wegen logistischer Probleme konnten diese Vorkommen bisher nicht genutzt werden. Geplant ist eine 525 Kilometer lange Eisenbahnverbindung, mit der die Kohle an die Küste der Provinz Zambezia des südostafrikanischen Landes transportiert werden soll. Dort sind neue Hafenanlagen vorgesehen, die eine Kapazität zur Verladung von 20 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr erlangen sollen.[43]

Die 1998 errichtete Aluminium-Hütte Mozal verarbeitet importiertes Bauxit zu Aluminium, dem mittlerweile wichtigsten Exportgut Mosambiks. Der Betrieb der Schmelze trägt mit 7 % maßgeblich zum Bruttoinlandsprodukt Mosambiks bei und hat das Außenhandelsdefizit Mosambiks halbiert.

Andere Rohstoffe des Landes werden wenig genutzt. Die Industrie Mosambiks beschränkt sich vor allem auf die Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse.

Außenhandel[Bearbeiten]

Die Handelsbilanz Mosambiks ist noch immer stark negativ. Exportiert werden hauptsächlich Cashewnüsse, Krustentiere, Baumwolle und Zucker. Seit einigen Jahren ist Aluminium das wichtigste Exportprodukt. Importiert werden Maschinen, elektronische Geräte, Erdöl, Nahrungsmittel und Konsumgüter.

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2013 Ausgaben von umgerechnet 6,1 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 4,8 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 8,8 % des BIP.[1]
Die Staatsverschuldung betrug 2013 (geschätzt) 46,7 % des BIP.[1]

2006 bzw. 2009 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Der Bundesrat der Schweiz gewährt zugunsten der Republik Mosambik eine Budgethilfe im Umfang von 24 Millionen Schweizer Franken für die Periode 2007–2009. Die jährlichen Auszahlungen sind an die Erreichung von wichtigen Reformfortschritten gebunden. Die finanzielle Hilfe soll Mosambik bei der Umsetzung der Armutsbekämpfungsstrategie unterstützen sowie die Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Wachstum weiterverbessern.[46]

Verkehr[Bearbeiten]

Bedeutende Seehäfen befinden sich in allen größeren Küstenstädten, wie Maputo im Süden, Beira, Quelimane, Lumbo und Nacala bis Pemba im Norden.

Internationale Flughäfen liegen in Maputo (MPM) und in Beira (BEW) am Golf von Sofala.

Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen. Unterkünfte wie Hotels usw. sind rar, aber durch die positiven Ansätze des kontrollierten Tourismus soll sich das bald ändern.

Die älteste portugiesische Handelsniederlassung wurde 1507 auf der Ilha de Moçambique gegründet. Vom späten 16. Jahrhundert bis zur Fertigstellung der Eisenbahnverbindung TransvaalDelagoa-Bucht 1898 lag hier die Hauptstadt von Portugiesisch-Ostafrika.[47] Seit 1991 ist die kleine Insel mit ihrer gut erhaltenen Kolonialarchitektur das einzige UNESCO-Welterbe auf mosambikanischen Territorium.[48]

Der Nationalpark Gorongosa liegt in der Provinz Sofala. Er ist 150 km von der Stadt Beira entfernt. An der Grenze zum südafrikanischen Kruger-Nationalpark liegt der erst 2001 gegründete Nationalpark Limpopo.

Im Süden in der Nähe der Hauptstadt Maputo liegt die Ilha do Bazaruto, ein Naturreservat.

Musik[Bearbeiten]

In der traditionellen Unterhaltungsmusik in Nordmosambik werden annähernd äquiheptatonisch gestimmte Xylophone (valimba, timbila, manguilo) und Brettzithern (bangwe) gespielt. Zithern, Lamellophone (shitata) und einsaitige Röhrenspießgeigen (mugole, tagare, chikwèsa) dienen zur Liedbegleitung. Gruppentänze werden von Chorgesängen und mit den Händen oder mit dünnen Schlägeln geschlagenen einfelligen Röhrentrommeln begleitet. Marrabenta ist eine aus der portugiesischen Kolonialzeit stammende Tanzmusik. Zu den international bekanntesten Musikgruppen des Landes, die mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug populäre Tanzmusik spielen, gehören Mabulu, Eyuphuro, Mc Roger, Ghorwane und Kapa Dech.

Literatur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mosambikanische Literatur

Medien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Medien in Mosambik

Rundfunk: Rádio Moçambique (staatliches Radio) sendet in portugiesischer und verschiedenen lokalen Sprachen.

Fernsehen: Televisão de Moçambique (staatliches Fernsehen, ein Kanal, sendet ab Nachmittag), Soico TV (privat), TV Miramar (Mosambik) (privat)

Tageszeitungen: Notícias (Maputo), O País (Maputo), Diário de Moçambique (Beira) sowie die Faxzeitungen Mediafax, Imparcial und Vertical

Wochenzeitungen: Domingo, Zambeze, Savana, Demos, Jornal da Tarde Politische Zeitschrift Tempo

  • Die Wochenzeitung ZAMBESE erscheint online[49]

Nachrichtenagentur: Agência de Informação de Moçambique (AIM)

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Steinbach: Mosambik: Schwarz, arm und ziemlich weit weg. 2. Auflage. Schmetterling, 2010, ISBN 978-3-89657-013-0
  • João Mosca: Economia de Moçambique, século XX. Instituto Piaget, Lissabon 2005
  • Malyn Newitt: A History of Mozambique. Hurst, London 1995
  • Landolf Scherzer: Das Camp von Matundo. 132 Tage Afrika, Berlin 1986.
  • Rainer Grajek: Religion in Mosambik, In: Handbuch der Religionen der Welt, Prof. Dr. Markus Porsche-Ludwig und Prof. Dr. Jürgen Bellers (Herausgeber), Bautz Verlag 2012
  • Rainer Grajek: Mosambik, In: Handbuch Sozialpolitiken der Welt, Prof. Dr. Markus Porsche-Ludwig, Prof. Dr. Wolfgang Gieler, Prof. Dr. Jürgen Bellers (Herausgeber), LIT Verlag 2013, S. 413 — 419
  • Katharina Hofmann: "Wenn zwei beste Feinde ein Land ruinieren" Beitrag im ipg-journal, Januar 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Mosambik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Mosambik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Mosambik – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Mosambik – Reiseführer
 Wikimedia-Atlas: Mosambik – geographische und historische Karten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d The World Factbook
  2. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  3. 2013 Human development Report (PDF; 787 KB) Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. S. 16-18. Abgerufen am 20. März 2013.
  4. In Mosambik selbst ist die Aussprache mosamˈbɪk, im Portugiesischen wie in afrikanischen Sprachen
  5. BBC NEWS | Africa | Zambia declares floods ‚disaster‘
  6. Weltbank Climate Change Knowledge Portal
  7. http://hdrstats.undp.org/en/countries/profiles/MOZ.html
  8. http://apps.who.int/ghodata/?vid=61120
  9. https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/mz.html
  10. Länderdatenbank der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung: „Mosambik“ [1]
  11.  Der Brockhaus in fünf Bänden. F.A.B., Mannheim 2004.
  12. Quadro 25. opulação de 5 anos e mais por condição de conhecimento da língua portuguesa e sexo segundo área de residência e idade.
  13. QUADRO 23. POPULAÇÃO DE 5 ANOS E MAIS POR IDADE, SEGUNDO ÁREA DE RESIDÊNCIA, SEXO E LÍNGUA QUE FALA COM MAIS FREQUÊNCIA EM CASA.
  14. Inquérito Nacional aos Agregados Familiares sobre Condições de Vida, Resultados Gerais. Instituto Nacional de Estatística, Maputo, 1998.
  15. CIA World Fact Book Mosambik. Abgerufen am 21. August 2011.
  16. Makhuwa-P31, Ethnologue.
  17. Makhuwa (vmw): A language of Mozambique, Ethnologue.
  18. Auswärtiges Amt:Mosambik
  19. http://www.unicef.org/mozambique/protection.html
  20. afrika.info, 2. Oktober 2012
  21. http://www.unaids.org/en/regionscountries/countries/mozambique/
  22. http://apps.who.int/ghodata/?vid=14200&theme=country#
  23. http://www.fr-online.de/blob/view/-/4516660/data/2561002/-/Trinkwasser-Versorgung.PDF.pdf
  24. http://www.moibrahimfoundation.org/
  25. http://www.tagesschau.de/ausland/mosambik100.html
  26. [2] MOZAMBIQUE 163 News reports & clippings 7 May 2010
  27. AMNESTY REPORT 2010 Mosambik (Seite besucht am 26. Juni 2010)
  28. Portal der katholischen Kirche in der Schweiz Katholik.ch
  29. Kölner Stadtanzeiger Dirk Niebel geht auf Jungfernfahrt (besucht am 25. Juni 2010)
  30. http://www.regenwald.org/news/3362/jatropha-boom-in-mosambik-bleibt-aus
  31. Instituto do Algodão de Moçambique. auf www.iam.gov.mz (portugiesisch)
  32. ProSavana: Uma Oportunidade para o Desenvolvimento de Agronegocios no Corredor de Nacala. 2012. auf www.malonda.co.mz Download von [3] (portugiesisch)
  33. a b ISSA (Hrsg.): Afrika Süd. "Terras baratas" Heft 1, Bonn 2013. ISSN 0947-8353. auf www.afrika-sued.org (deutsch)
  34. Anelise Macedo: ProSavanas contará com tecnologias da Embrapa Hortaliças. Mitteilung der Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária vom 15. Januar 2010 auf www.embrapa.br (portugiesisch)
  35. JICA: Joint Cooperation Project Agricultural Development Cooperation in the Tropical Savannah in Mozambique-ProSAVANA-JBM. In: JICA Annual Report 2010. auf www.jica.go.jp, PDF-Dokument S. 4-5 (englisch)
  36. Artikelsammlung zu ProSavana bei DW África (portugiesisch) abgerufen am 22. Juli 2014
  37. UNAC, Via Campesina Africa, GRAIN: Brazilian megaproject in Mozambique set to displace millions of peasants. (aus Brasil de Fato) englische Version vom 29 November 2012 auf www.grain.org (englisch)
  38. UNAC. auf www.unac.org.mz (portugiesisch)
  39. thezimbabwean: Prosavana agreement signed in Tokyo. Artikel vom 5. April 2013 auf www.thezimbabwean.co.uk (englisch)
  40. Justiça Ambiental et al.: Leaked ProSAVANA Master Plan confirms worst fears. Artikel vom 30. April 2013 auf www.grain.org (englisch)
  41. R. A. Pelletier: Mineral Resources of South-Central Africa. Cape Town (Oxford University Press), 1964, S. 245
  42. Mining in Mozambique-Overview. auf www.mbendi.com (englisch)
  43. Mosambik will Kohle-Exporte stark ausweiten. Mitteilung vom 21. November 2012 auf www.4investors.de (abgerufen am 10. Dezember 2012)
  44. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  45. Datei der Weltbank (englisch), abgerufen am 23. April 2014
  46. Pressemitteilung der Schweizerischen Eidgenossenschaft
  47. Mary Fitzpatrick: Mozambique. Lonely Planet Publications, S. 151-160. 2000 ISBN 1-86450-108-1
  48. Liste des Welterbes
  49. http://www.zambeze.co.mz/zambeze/ (portugiesisch)

-17.635.183333333333Koordinaten: 18° S, 35° O