Tamarau

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Tamarau
Bubalus mindorensis by Gregg Yan 01.jpg

Tamarau (Bubalus mindorensis)

Systematik
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Tribus: Rinder (Bovini)
Gattung: Asiatische Büffel (Bubalus)
Art: Tamarau
Wissenschaftlicher Name
Bubalus mindorensis
(Heude, 1888)

Der Tamarau (Bubalus mindorensis, manchmal auch Tamaraw oder Tamarao geschrieben) ist ein asiatischer Büffel, der nur auf der zu den Philippinen gehörenden Insel Mindoro vorkommt.

Merkmale[Bearbeiten]

Tamaraus sind deutlich kleiner und stämmiger als Wasserbüffel. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von rund 220 Zentimetern, eine Schulterhöhe von rund 1 Meter und ein Gewicht von 220 bis 300 Kilogramm. Ihr Fell ist dunkelbraun bis schwarzgrau gefärbt. Beide Geschlechter tragen Hörner, die sehr dick, mit 35 bis 51 Zentimetern Länge aber sehr viel kürzer als die des Wasserbüffels sind.

Lebensweise[Bearbeiten]

Tamaraus kamen einst auf der gesamten Insel Mindoro bis in 2000 Meter Seehöhe vor. Sie benötigen Wälder oder dicht mit Vegetation bestandene Gebiete zur Ruhe und Grasländer zur Nahrungsaufnahme. Sie führen eine einzelgängerische Lebensweise und können sowohl tag- als auch nachtaktiv sein. Möglicherweise stellt die heute beobachtete nachtaktive Lebensweise eine Antwort auf die Störungen ihres Lebensraumes durch den Menschen dar. Tamaraus sind Pflanzenfresser, die sich vorwiegend von Gräsern ernähren.

Nach einer Tragzeit von 276 bis 315 Tagen bringt das Weibchen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Jungtiere sind zunächst rötlich-braun gefärbt, erst mit drei bis vier Jahren erreichen sie die Fellfärbung der Erwachsenen. Etwa im gleichen Alter trennen sie sich von ihrer Mutter. Die Lebenserwartung wird auf 20 bis 25 Jahre geschätzt.

Tamaraus und Menschen[Bearbeiten]

Der Tamaru ist auf kleine Bereiche der Insel Mindoro (grün hervorgehoben) beschränkt

Die IUCN führt den Tamarau als „vom Aussterben bedroht“ (critically endangered). Die Insel Mindoro ist zwar 9735 km² groß, der Tamarau bewohnt aber nur noch zwei im Zentrum gelegene Schutzgebiete, dem Mount Iglit Baco National Park, das Gebiet am Mount Aruyan und dem Mount Calavite Wildlife Sanctuary in Occidental Mindoro, mit zusammen weniger als 1.000 km² umfassen. Früher bewohnte dieses Wildrind die gesamte Insel, und im Pleistozän war er auch auf dem benachbarten Luzon beheimatet. Die Ursachen für den weitergehenden Bestandsrückgang liegen in der Wilderei, der Waldzerstörung und der Ansteckung mit Rinderkrankheiten. Um das Aussterben zu verhindern, wurde das TAMARAW CONSERVATION PROGRAM (TCP) vom Department of Environment and Natural Ressourses der Philippinen ins Leben gerufen, das seit 1983 arbeitet. Im Zuge des Programms wurde eine 280 Hektar große Zuchtstation im Barangay Manoot, in der Stadtgemeinde Rizal, aufgebaut. Die Population des Tamarau wird vom Department of Environment and Natural Ressourses im Jahre 2000 auf 154 Tiere und im Jahr 2010 auf 314 Tiere angegeben.

Der Tamarau ist das größte Landsäugetier der Philippinen. Seit 1936 steht er dort unter vollständigem Schutz und gilt als ein nationales Symbol. Er ist auf der philippinischen 1-Peso-Münze abgebildet. Die Sportmannschaften der Far Eastern University in Manila haben das Tamerau in ihrem Wappen und werden als FEU Tamaraws UAAP teams bezeichnet.

Systematik[Bearbeiten]

Über die systematische Stellung des Tamaraus herrschte lange Uneinigkeit. Er wurde mal als Unterart des Wasserbüffels, dann wieder als naher Verwandter der Anoas beschrieben. Durch neue DNA-Analysen scheint nun festzustehen, dass der Tamarau eine eigenständige Art ist, die mit dem Wasserbüffel viel näher als mit den Anoas verwandt ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. The Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999, ISBN 0-8018-5789-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bubalus mindorensis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien