Teichbinsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Teichbinsen
Gewöhnliche Teichbinse (Schoenoplectus lacustris); rechts

Gewöhnliche Teichbinse (Schoenoplectus lacustris); rechts

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Teichbinsen
Wissenschaftlicher Name
Schoenoplectus
(Rchb.) Palla

Teichbinsen (Schoenoplectus), auch Teichsimsen, Seebinsen oder Flechtbinsen, sind eine weltweit verbreitete Gattung der Sauergrasgewächse. Gelegentlich wurden sie dabei auch in die Gattung Scirpus einbezogen. Der Name Schoenoplectus leitet sich ab aus dem griech. schoinos = Binse und plektos = geflochten.

Merkmale[Bearbeiten]

Teichbinsen werden bis über 250 (400) Zentimeter hoch. Der Stängel ist unten rund, oben entweder oval oder dreikantig und blattlos. An der Spitze trägt er eine scheinbar seitenständige Spirre aus braunen Ährchen – ein Hüllblatt erscheint wie eine „Fortsetzung“ des Stängels. Die Farbe des Stängels variiert zwischen frischgrün und graugrün.

Vorkommen[Bearbeiten]

Teichbinsen wachsen in der Regel an feuchten Plätzen, vor allem an Ufern von Gewässern. Die Gewöhnliche Teichbinse bildet beispielsweise in idealtypisch zonierten Seen eine eigene Pflanzengesellschaft (Scirpetum lacustris) in Form von Rieden, die sich seeseitig, also in schon recht tiefem Wasser, an Schilfröhrichte anschließen. An manchen Gewässern werden auch Dominanzbestände ohne andere Großröhrichte und -riede ausgeprägt. Mehrere Schoenoplectus-Arten sind salztolerant und besiedeln entsprechend salzhaltige Gewässer in Küstennähe oder an Binnensalzstellen. Die genannten mitteleuropäischen Arten sind mit Ausnahme von Schoenoplectus lacustris zerstreut bis sehr selten und stehen auf der Roten Liste. Die Art S. litoralis ist eine sehr weit verbreitete Sumpfpflanze, die die gesamte Paläotropis, die Australis sowie den mediterran-orientalischen Raum besiedelt und in Deutschland in der Pfalz in einer Kiesgrube östlich von Jockgrim seit ca. 1985 als lokal eingebürgerter Neophyt vorkommt.

Wirtschaftliche Verwendung[Bearbeiten]

In der Jungsteinzeit flochten Menschen, wie noch heute aus der Binse Matten und Körbe. Teichbinsen werden außerdem in biologischen Kläranlagen eingesetzt.

Arten (Auswahl)[Bearbeiten]

Tümpel mit Gewöhnlicher Teichbinse (Schoenoplectus lacustris), rechts
Kleine Dreikant-Teichbinse (Schoenoplectus pungens)

Insgesamt gehören etwa 60 Arten zur Gattung; in Mitteleuropa kommen folgende Arten und Hybriden vor:

In Europa kommt darüber hinaus vor:

  • Schoenoplectus juncoides (Roxb.) Palla (Syn.: Scirpus juncoides Roxb.; Scoenoplectiella juncoides (Roxb.) Lye), Heimat: tropisches und subtropisches Asien, Nordamerika, Australien, ist in Reisfeldern in Portugal eingebürgert

Literatur[Bearbeiten]

  • Henning Haeupler & Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4
  • Elfrune Wendelberger: Pflanzen der Feuchtgebiete - Gewässer, Moore, Auen. Büchergilde Gutenberg, München 1986, ISBN 3-7632-3265-6 (bzw. BLV-Verlag, ISBN 3-405-12967-2)
  • Robert Anthony DeFilipps: Scirpus L.. In: Thomas Gaskell Tutin u.a.: Flora Europaea. Band 5, seite 277-280. Cambridge University Press 1980. ISBN 0-521-20108-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Teichbinsen (Schoenoplectus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien