Telefonhörer

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Magentafarbener Handapparat an einem Münzfernsprecher der Deutschen Telekom

Ein Telefonhörer ist der Teil eines Telefons, der zum Hören und Sprechen benutzt wird. Im engeren Sinne ist die Bezeichnung „Telefonhörer“ unzutreffend, die in der Fernmeldetechnik gebräuchliche Bezeichnung lautet deshalb auch „Handapparat“, in der Schweiz auch Mikrotel wegen der zwei Komponenten Mikrofon und der als Telefon bezeichneten Hörkapsel. Im Fachjargon wird der Handapparat wegen seiner typischen Form auch Knochen genannt. Durch Abheben des Handapparates wird im Telefon der Gabelumschalter betätigt, es fließt der Schleifenstrom von wenigen mA, daraufhin wird in der Vermittlungsstelle eine Verbindung zum Telefonnetz hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Handapparat mit Mikrofon und Fernhörer (Lautsprecher) in einer Einheit wurde 1877 von Mix & Genest als Neuheit vorgestellt. Vor dieser Zeit war das Mikrofon meistens am Wandapparat fest mit dem Einsprechtrichter installiert. Bei vielen Fernsprechern war dieser Trichter auch in der Höhe verstellbar angeordnet. Der Fernhörer (Lautsprecher) war mit einer Schnur ausgestattet und wurde an das Ohr gehalten. In der Anfangszeit war die Lautstärke noch geringer und man hatte sich dadurch beholfen, zwei Fernhörer gleichzeitig an die beiden Ohren zu halten um eine bessere Verständlichkeit zu erreichen. Durch Verbesserungen wurde auf den zweiten Fernhörer verzichtet, oder er ermöglichte, dass eine zweite Person das Gespräch mithören konnte.

Begriff und Aufbau[Bearbeiten]

Hauptbestandteile eines herkömmlichen Handapparats: Hörkapsel und …
… Kohlemikrofon

Beim Handapparat handelt es sich um eine technische Einheit, die als Halterung für das Mikrofon und die Hörkapsel dient. In der Regel ist er durch eine Wendel-Telefonschnur mit dem Telefonapparat verbunden. Im englischen Sprachraum wird der Handapparat als Telefonempfänger bezeichnet: „telephone receiver“. Natürlich enthält er auch dort ein Mikrofon, das das Senden von akustischen Signalen ermöglicht.

Weiterentwicklungen[Bearbeiten]

Bis in die 1970er Jahre wurden als Schallaufnehmer Kohlemikrofone verwendet, diese wurden dann aufgrund der besseren Sprachqualität durch Wandler mit elektronischen Verstärkern ersetzt.

Aufgrund der fortschreitenden Miniaturisierung ist es möglich, Teile der Telefontechnik in den Handapparat auszulagern. Schnurlose Telefone enthalten schon wesentliche Teile des Telefons, vor allem die Tastatur, benötigen aber noch eine Basisstation, um die Verbindung zum Telefonnetz herzustellen.

Ein Mobiltelefon hat die Form eines Handapparates, ist aber ein vollwertiges Telefon, das eine Verbindung zu entsprechenden Telefonnetzen herstellen kann. Eine Alternative zum Handapparat ist das Headset, bei dem der Benutzer beide Hände frei hat.

Literatur[Bearbeiten]