Tetrapropylammoniumperruthenat

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Strukturformel
Struktur von TetrapropylammoniumStruktur von Perruthenat
Allgemeines
Name Tetrapropylammoniumperruthenat
Andere Namen
  • TPAP
  • TPAPR
  • Ley-Griffith-Reagenz
Summenformel C12H28NO4Ru
CAS-Nummer 114615-82-6
Kurzbeschreibung

dunkelgrüner Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 351,43 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

160 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
03 – Brandfördernd 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272​‐​315​‐​319​‐​335
P: 220​‐​261​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][1]
Brandfördernd Reizend
Brand-
fördernd
Reizend
(O) (Xi)
R- und S-Sätze R: 8​‐​36/37/38
S: 17​‐​26​‐​37​‐​60
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Tetrapropylammoniumperruthenat (TPAP oder TPAPR) ist eine chemische Verbindung, die durch die Formel (C3H7)4N RuO4 beschrieben wird. Manchmal auch als Ley-Griffith-Reagenz bezeichnet, findet diese Verbindung vor allem in organischen Synthesen Verwendung. Das Salz besteht aus dem Tetrapropylammonium-Kation und dem Perruthenat-Anion (RuO4, Ruthenat(VII)). Rutheniumtetraoxid ist ein sehr aggressives Oxidans, aber das um eine Stufe reduzierte Derivat RuO4 ist ein mild oxidierendes Mittel, um Alkohole in Aldehyde zu überführen.[4]

Dieses Oxidationsmittel kann auch zur Oxidation von primären Alkoholen zu Carbonsäuren verwendet werden. Dafür wird aber ein Katalysator sowie ein Cooxidans unter Zugabe von zwei Äquivalenten Wasser benötigt. Hierbei wird zunächst der Alkohol zum Aldehyd und dieser dann weiter zur Carbonsäure oxidiert.[5]

TPAP ist zwar teuer, kann aber in katalytischen Mengen benutzt werden. Der Katalysekreislauf wird durch die stöchiometrische Zugabe von Cooxidantien wie N-Methylmorpholin-N-oxid oder molekularem Sauerstoff aufrechterhalten.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Tetrapropylammoniumperruthenat bei AlfaAesar, abgerufen am 9. Februar 2010 (JavaScript erforderlich).
  2. a b Datenblatt Tetrapropylammonium perruthenate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Steven V. Ley, Joanne Norman, William P. Griffith, Stephen P. Marsden: Tetrapropylammonium Perruthenate, Pr4N+RuO4, TPAP: A Catalytic Oxidant for Organic Synthesis. In: Synthesis, 1994, S. 639, doi:10.1055/s-1994-25538.
  5. Z. Xu, C. W. Johannes, A. F. Houri, D. S. La, D. A. Cogan, G. E. Hofilena, A. H. Hoveyda: Applications of Zr-Catalyzed Carbomagnesation and Mo-Catalyzed Macrocyclic Ring Closing Metathesis in Asymmetric Synthesis. Enantioselective Total Synthesis of Sch 38516 (Fluvirucin B1). In: J. Am. Chem. Soc.. 1997, 119, S. 10302.
  6. Roman Lenz and Steven V. Ley: Tetra-n-propylammonium perruthenate (TPAP)-catalysed oxidations of alcohols using molecular oxygen as a co-oxidant. In: J. Chem. Soc., Perkin Trans. 1. 1997, S. 3291, doi:10.1039/C39870001625.