TextGrid

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TextGrid
TextGridLab 2.0.3 unter Windows 7
TextGridLab 2.0.3 unter Windows 7
Basisdaten
Entwickler TextGrid
Erscheinungsjahr 2011
Aktuelle Version 2.0.3
(11. April 2013)
Betriebssystem GNU/Linux, Mac OS X, Windows
Programmier­sprache Java
Kategorie Editionswissenschaft
Lizenz LGPL 3[1]
Deutschsprachig ja
www.textgrid.de

TextGrid ist ein Forschungsverbund mit dem Ziel, eine virtuelle Forschungsumgebung für Geistes- und Kulturwissenschaftler zu schaffen. Moderne Informationstechnologie soll für digitale Editionsprojekte nutzbar gemacht werden. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. TextGrid ist ein Projekt der D-Grid GmbH und Teil von WissGrid.

Projektphasen[Bearbeiten]

Die Arbeit an TextGrid wurde im Februar 2006 aufgenommen. In der ersten Projektphase bis Mai 2009 wurde mit der Entwicklung der Software begonnen und so die Infrastruktur für die virtuelle Forschungsumgebung geschaffen. In der folgenden Förderphase (Juni 2009–Mai 2012) erreichte das System Produktionsreife, die Nutzerbasis wurde erweitert. Mittlerweile befindet sich das Projekt in der dritten Förderphase (Juni 2012–Mai 2015) mit dem Untertitel „Institutionalisierung einer Virtuellen Forschungsumgebung in den Geisteswissenschaften“. Ziel ist die Überführung in den Dauerbetrieb, der sowohl finanziell, rechtlich als auch technisch abgesichert ist.[2]

An der dritten Projektphase sind die folgenden Institutionen beteiligt:

Software[Bearbeiten]

Mit der von TextGrid entwickelten Software können Geistes- und Kulturwissenschaftler allein oder gemeinsam an textbasierten Forschungsdaten arbeiten. Hierfür steht eine Infrastruktur bereit, die sich vorrangig aus zwei Komponenten zusammensetzt:

  • Das TextGrid Repository ist ein fachwissenschaftliches Archiv, in dem digitale Forschungsdaten abgelegt werden können. Es soll ihre langfristige Verfügbarkeit und Zugänglichkeit sowie die bestmögliche Vernetzung der Wissenschaftler untereinander gewährleisten.
  • Das TextGrid Laboratory ist die Clientsoftware der virtuellen Forschungsumgebung und vereint verschiedene Dienste und Werkzeuge in einer intuitiv bedienbaren Oberfläche. Das TextGridLab ist erweiterbar und so für Wissenschaftler unterschiedlicher Fachdisziplinen von Interesse. Es steht für alle gängigen Betriebssysteme zum Download bereit.[1]

Weitere Angebote[Bearbeiten]

TextGrid-User haben die Möglichkeit mit Entwicklern und anderen Beteiligten in Kontakt zu treten. Zu diesem Zweck stehen offene Mailinglisten zur Verfügung.[3] Außerdem finden in regelmäßigen Abständen Nutzertreffen statt. Auch Schulungen und Workshops werden angeboten.

Nutzerprojekte[Bearbeiten]

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Editionsprojekten, die mit TextGrid arbeiten, beispielsweise:

  • Die Theodor Fontane-Arbeitsstelle der Georg-August-Universität Göttingen arbeitet an einer genetisch-kritischen und kommentierten Hybrid-Edition der Notizbücher des Schriftstellers.[4]
  • Im Rahmen des Projekts „Johann Friedrich Blumenbach – online“ macht die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen die Publikationen des Anatomen und Anthropologen online zugänglich.[5]
  • Die mittelalterlichen Handschriften aus der Trierer Benediktinerabtei St. Matthias werden durch das Projekt „Virtuelles Skriptorium St. Matthias“ digitalisiert.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • TextGrid. In: Heike Neuroth, Martina Kerzel, Wolfgang Gentzsch (Hrsg.): Die D-Grid Initiative. Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2007, ISBN 978-3-940344-01-4, S. 64–66 ([1]).
  • Heike Neuroth, Felix Lohmeier, Kathleen Marie Smith: TextGrid. Virtual Research Environment for the Humanities. In: The International Journal of Digital Curation. 6, Nr. 2, 2011, ISSN 1746-8256, S. 222–231 ([2]).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Download und Installation. Informationen auf der TextGrid-Webseite. Abgerufen am 26. Mai 2013.
  2. TextGrid: Institutionalisierung einer Virtuellen Forschungsumgebung in den Geisteswissenschaften (PDF-Datei; 387 KB). Antrag zur dritten Förderphase von TextGrid. Abgerufen am 13. Februar 2013.
  3. Dokumentation und Hilfe. Informationen auf der TextGrid-Webseite. Abgerufen am 13. Februar 2013.
  4. Genetisch-kritische und kommentierte Hybrid-Edition von Theodor Fontanes Notizbüchern basierend auf einer Virtuellen Forschungsumgebung. Hrsg. von Gabriele Radecke. Website des Theodor-Fontane-Notizbücher-Projekts. Abgerufen am 13. Februar 2013.
  5. Johann Friedrich Blumenbach – online. Website des Blumenbach-Projekts. Abgerufen am 13. Februar 2013.
  6. Virtuelles Skriptorium St. Matthias. Website des St.-Matthias-Projekts. Abgerufen am 13. Februar 2013.