The Jewish Daily Forward

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Abraham Cahan, Gründer und bis 1945 Herausgeber des Forward
Zeitungsjungen warten auf die Morgenausgabe des Forward, März 1913

The Jewish Daily Forward, jiddisch: פֿאָרווערטס, Forverts (inoffiziell auch: The Yiddish Forward), kurz auch einfach The Forward, ist eine jüdisch-amerikanische Zeitung. Ursprünglich eine jiddische Tageszeitung, erscheint sie heute wöchentlich in einer englischen und vierzehntäglich in einer jiddischen Version; hinzu kommt die tägliche Aktualisierung der jeweiligen Homepage. Der Sitz der Zeitung ist in New York City.

Geschichte[Bearbeiten]

Abraham Cahan gründete am 22. April 1897 die damals sozialistisch orientierte Tageszeitung, deren Leitung er bis 1950 innehatte. Der Name Forverts – eigentlich ein deutsches Wort; jiddisch müsste es foroys heißen – wurde von dem gleichnamigen Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie übernommen (vgl. Vorwärts (Deutschland)). Das Blatt entwickelte sich schnell zur führenden Zeitung in jiddischer Sprache in den Vereinigten Staaten und war für die jüdischen Immigranten aus Europa, zu deren Integration in die amerikanische Gesellschaft es erheblich beitrug, von großer Bedeutung.

Während des Ersten Weltkrieges betrug die tägliche Auflage 200.000 Exemplare in elf lokalen und regionalen Ausgaben. Anfang der 1930er-Jahre wurden täglich über 275.000 Exemplare gedruckt. Während einiger Zeit war die Leserzahl des Forverts damit höher als die der New York Times.[1] Für die Zeitung schrieben viele bekannte Autoren, so etwa Morris Rosenfeld oder die Nobelpreisträger Isaac Bashevis Singer und Elie Wiesel. Darüber hinaus besaß die Zeitung einen Radiosender in jiddischer Sprache, den WEVD – bekannt als „der Sender, der Ihre Sprache spricht.“ Auf dem WEVD sendete beispielsweise Nahum Stutchkoff seine beliebten Sitcoms sowie die Serie mame-loshn (Muttersprache).

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ging die Leserzahl stark zurück, weshalb die Zeitung ab 1983 nur noch wöchentlich, vorerst ergänzt um eine englischsprachige Beilage, herausgegeben wurde. Die englische Ausgabe wurde 1990 autonom, die jiddische und die englische Version verfügen seither je über eine unabhängige Redaktion, die jedoch in der Forward Association nach wie vor eine gemeinsame Herausgeberschaft haben. Ab 1995 erschien überdies eine russische Ausgabe, die 2004 jedoch verkauft wurde und seit 2007 unter dem Namen Forum erscheint. Die heutige politische Ausrichtung der englischen Ausgabe ist linksliberal, diejenige der jiddischen Ausgabe schwankt je nach Artikelverfasser von sozialdemokratisch über liberal bis zu national- bzw. religiös-konservativ.

Die englische Ausgabe hatte Anfang 2013 eine Auflage von 28.000 Exemplaren (hinzuzurechnen sind monatlich etwa 400.000 unterschiedliche Besucher der Website) und kommt weiterhin Woche für Woche in gedruckter Form heraus. Die jiddische Printversion hingegen, die Anfang 2013 eine Auflage von 2.100 Exemplaren hatte und von etwa 6.000 Personen in gedruckter Form sowie noch einmal 6.000 Personen in digitaler Form gelesen wird, wurde Anfang Februar 2013 wegen wachsenden finanziellen Drucks in eine vierzehntäglich erscheinende Zeitung umgewandelt; als Kompensation dafür wird die Online-Version täglich aktualisiert.[2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Jewish Daily Forward: Embracing an Immigrant Community – Artikel des Museum of the City of New York.
  2. The Yiddish Forverts Goes Biweekly in Print – Artikel des Jewish Daily Forward.
  3. Teaching an Old Tongue New Tricks – Artikel der New York Times.

Weblinks[Bearbeiten]