Thermopolium

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Thermopolium (von altgriech. θερμός thermós »warm« und πωλέιν poléin »verkaufen«; Mehrzahl Thermopolia) ist ein Begriff aus dem altrömischen Gewerbe und bezeichnet eine Art Gaststätte oder Bar, in der warme Speisen und Getränke als Schnellimbiss verkauft wurden.

Überreste eines Thermopoliums in Pompeji

Die Thermopolia waren meist kleine Räumlichkeiten, die gegen die Straße hin mit einer gemauerten Theke versehen waren. In diese in Pompeji gerne mit Marmorbruchsteinen bunt belegte Theke waren Vorratsgefäße sowie Wasser- und Kochtöpfe eingelassen, deren Inhalt durch ein darunter liegendes Feuer warm gehalten werden konnte. Im Innern der Bar befand sich ein Herd, auf dem die Gerichte vorgekocht wurden.

Die angebotenen Speisen waren sehr einfach: Zumeist standen Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen und Kichererbsen auf dem Menü. Außerdem wurde mit heißem Wasser gemischter Wein ausgeschenkt.

Die Gäste verzehrten ihr Essen gleich im Stehen. Allerdings ist der Übergang zur Taverne mit mehreren Sitzgelegenheiten oder gar einer Art Hotel fließend, da auch Thermopolien mit Gästezimmern in der darüberliegenden Etage gefunden wurden. Letztere dienten, wie man weiß, zum Teil auch als Bordell.

Thermopolia wurden in vielen römischen Siedlungen gefunden. In Pompeji ist das Thermopolium der Asellina sogar vollständig mit der gesamten Einrichtung erhalten geblieben; sogar das Wasser im Kochtopf hatte, durch Vulkanasche hermetisch abgeschlossen, die 1800 Jahre bis zur Wiederentdeckung überdauert.

Literatur[Bearbeiten]

 Commons: Thermopolium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ellis, Steven J. R. (2004): „The Distribution of Bars at Pompeii: Archaeological, Spatial and Viewshed Analyses“, Journal of Roman Archaeology, Bd. 17, S. 371–384