Thiocyansäure

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Strukturformel
Struktur von Thiocyansäure
Allgemeines
Name Thiocyansäure
Andere Namen
  • Hydrogenthioncyanid
  • Rhodanwasserstoffsäure
Summenformel HSCN
CAS-Nummer 463-56-9
Kurzbeschreibung

ölige, farblose Flüssigkeit [1]

Eigenschaften
Molare Masse 59,09 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

2,04 g·cm−3 [1]

Schmelzpunkt

5 °C [1]

Löslichkeit
  • gut löslich in Wasser [2]
  • löslich in Ethanol und Diethylether [3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 332-312-302-412
EUH: 032
P: ?
EU-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 20/21/22-32-52/53
S: (2)-13-61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Thiocyansäure (veraltet: Rhodanwasserstoffsäure) ist eine instabile chemische Verbindung mit der Summenformel HSCN. Sie ist das Schwefelanalogon der Cyansäure HOCN. Ihre Salze und Ester werden Thiocyanate genannt.

[Bearbeiten] Darstellung

Die Darstellung von Thiocyansäure kann durch Reaktion von Schwefelwasserstoff mit Quecksilber(II)-cyanid erfolgen. Die Herstellung wässriger Lösungen der Säure erfolgt praktischerweise durch Zersetzung einer wässrigen Lösung von Ammoniumthiocyanat mit verdünnter Schwefelsäure.[2]

[Bearbeiten] Eigenschaften

Thiocyansäure ist eine farblose flüchtige Verbindung, welche einen Schmelzpunkt von 5 °C besitzt. Sie ist gut in Wasser und wenigen organischen Lösungsmitteln löslich. Thiocyansäure ist instabil und nur bei niedrigen Temperaturen beständig. So zersetzen sich stark verdünnte wäßrige Lösungen der Säure bei 0 °C nur langsam.[2] Als Zersetzungsprodukte entstehen Cyanwasserstoff und Perthiocyansäure.[1]

Thiocyansäure (links) liegt in einem tautomeren Gleichgewicht mit der Isothiocyansäure (rechts) vor, wobei das Gleichgewicht auf der linken Seite, also bei der Thiocyansäure liegt:[2]

Gleichgewichtsreaktion


Des Weiteren existiert mit dem Thiazirin (einem Schwefelderivat des Azirins) ein heterocyclisches Thiocyansäureisomer, welches intermediär auftreten kann:[2]

Heterocyclisches Thiocyansäureisomer

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c d Eintrag zu CAS-Nr. 463-56-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. März 2008 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c d e  Thieme Chemistry (Hrsg.): RÖMPP Online - Version 3.5. Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart 2009.
  3. Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 1413.
  4. a b Eintrag zu CAS-Nr. 463-56-9 im European chemical Substances Information System ESIS (ergänzender Eintrag)
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