Tiermehl

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Tiermehl

Tiermehl ist ein Produkt der Tierkörperverwertung, das als Futtermittel für Nutztiere, Dünger in der Landwirtschaft und Brennstoff genutzt wird. Es fällt als Reststoff bei der Verarbeitung von Fleisch der Verwertung von verendeten und erkrankten Tieren an. Das Tiermehl wird hierbei in einer Tierkörperbeseitigungsanlage hergestellt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verwendung

[Bearbeiten] Futtermittel

Tiermehl ist ein Eiweiß-Futtermittel für verschiedene Tierarten, und hatte eine entsprechende Bedeutung, besonders in der Mast. Eine Ersatzmöglichkeit ist die Sojabohne, die in Europa zum größten Teil importiert wird, sowie das Sojabohnenextraktionsschrot. Jedoch hat die Sojabohne nicht dasselbe Aminosäurenprofil wie Tiermehl.

Die biologische Wertigkeit des Tiermehlproteins ist abhängig von den Mengenverhältnissen der Ausgangsmaterialen, insbesondere von dem Anteil an Fleisch bzw. kollagen- und keratinreichen Körperbestandteilen sowie Blut.

Die Verwendung als Futtermittel ist in Folge der BSE-Erkrankungen von Rindern in der Europäischen Union verboten worden, weil die Verfütterung von Tiermehl von an Scrapie erkrankten Schafen vermutlich der Auslöser von BSE ist. Als Ursache wird zu geringer Druck bzw. eine nicht ausreichend hohe und ausreichend lange Erhitzung des Materials vermutet, denn in Großbritannien wurden die Vorschriften diesbezüglich Anfang der 1970er Jahre gelockert. Laut Henning Steinfeld hat das Verbot einer Ausweitung der Sojaproduktion in Lateinamerika und damit der Zerstörung von Regenwald großen Vorschub geleistet.[1]

[Bearbeiten] Dünger

Tiermehl ist ein organisches Düngemittel mit hohen Stickstoff- und Phosphatgehalten und wesentlichen Anteilen an verfügbarem Stickstoff. Es darf nicht auf landwirtschaftlich genutztem Grünland als organisches Düngemittel oder Bodenverbesserer eingesetzt werden. Um eine Aufnahme durch Tiere sicher zu verhindern, darf Tiermehl ausschließlich auf unbestelltem Ackerland ausgebracht werden und muss am gleichen Tag eingearbeitet werden. Außerdem dürfen Nutztiere für einen Zeitraum von 21 Tagen keinen Zutritt zu Flächen haben, auf denen Tiermehl als Dünger verwendet wird.

[Bearbeiten] Brennstoff

Heute wird ein erheblicher Anteil des Tiermehls als Energieträger verbrannt. Es wird zum einen in Braun- und Steinkohlekraftwerken der Kohle beigemischt, und zum anderen in Zementfabriken zur Prozesswärmegewinnung eingesetzt.

[Bearbeiten] Siehe auch

  • Blutmehl: getrocknetes Blut aus dem Schlachtvorgang
  • Fleischfuttermehl, Fleischknochenmehl: unterscheidet sich von Tiermehlen durch den höheren Anteil an Knochen
  • Futterknochenschrot: zerkleinerte, entfettete Knochen, dient in erster Linie als Mineralstoffträger
  • Fischmehl

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Henning Steinfeld. Wiener Zeitung.
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