Timothy Reuter

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Timothy Alan Reuter (* 25. Januar 1947 in Manchester; † 14. Oktober 2002 in Southampton) war ein deutsch-britischer Historiker für mittelalterliche Geschichte.

Der Enkel des Berliner Bürgermeisters Ernst Reuter ging nach dem Schulbesuch in Newcastle für die Jahre 1965 bis 1968 nach Cambridge und anschließend nach Oxford, wo er mittelalterliche Geschichte bei Karl Leyser studierte. Bei Leyser promovierte er 1975 über The Papal Schism, the Empire and the West, 1159–1169. Nach einem Jahrzehnt Lehrtätigkeit an der Universität Exeter war er von 1981 bis 1994 Mitarbeiter bei der MGH in München, wobei er sich unter anderem mit der computerunterstützten Edierung beschäftigte und eine Konkordanz des Decretum Gratiani mit erstellte. Bei den MGH war er für eine Edition des Briefbuchs des Abtes Wibald von Stablo zuständig und steuerte zahlreiche Besprechungen für die Fachzeitschrift der MGH, das Deutsche Archiv, bei. 1994 wurde er zum ordentlichen Professor an der Universität Southampton ernannt. Einen Ruf auf einen Lehrstuhl für mittelalterliche Geschichte nach München lehnte er 2000 ab. Er starb 2002 an einem Gehirntumor.

Reuter wurde unter anderem dadurch bekannt, dass er die Bedeutung des ottonisch-salischen Reichskirchensystems, die in der Forschung bis dahin weitgehend Konsens gewesen war, in einem Aufsatz 1982 grundlegend hinterfragte.

Schriften[Bearbeiten]

Monografien

  • The Medieval Nobility. Studies on the Ruling Classes of France and Germany from the 6th to the 12th Century. Amsterdam 1979, ISBN 0-444-85136-4
  • Germany in the Early Middle Ages c. 800–1056. London 1991, ISBN 0-582-49034-0.
  • Medieval Polities and Modern Mentalities. Hrsg. von Janet L. Nelson. Cambridge 2006 (postum publizierte Aufsätze Reuters).

Herausgeberschaften

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]