Tindola

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Tindola
Coccinia grandis fruit.jpg

Tindola (Coccinia grandis)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Kürbisartige (Cucurbitales)
Familie: Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Gattung: Coccinia
Art: Tindola
Wissenschaftlicher Name
Coccinia grandis
(L.) Voigt

Tindola oder Scharlachranke (Coccinia grandis) ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae).

Merkmale[Bearbeiten]

Die Tindola ist eine ausdauernde krautige Kletterpflanze mit Knollen, die glatte Sprossachsen von bis zu 13 Metern Länge bildet. Die Blätter sind wechselständig, besitzen einen 13 bis 19 (selten bis 30) Millimeter langen Stiel und sind einfach. Die Blattspreite ist 35 bis 41 Millimeter lang und 52 bis 56 Millimeter breit, handförmig gelappt, mit herzförmigem bis pfeilförmigem Blattgrund. Die Blattform ist ausschlaggebend für den englischen Trivialnamen Ivy Gourd („Efeu-Kürbis“). Der Blattrand ist gezähnt. Die Spreite ist behaart

Die Art ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die Blüten stehen einzeln in Blattachseln. Die sind vorwiegend weiß. Der Blütenstiel ist 11 bis 50 Millimeter lang. Der Kelch ist sechs bis acht Millimeter lang und fünfzählig. Die Krone ist 34 bis 36 Millimeter lang und ebenfalls fünfzählig. Die Antheren der drei Staubblätter sind zu einer Säule verwachsen.

Blüten.

Der Fruchtknoten ist unterständig und trägt zahlreiche Samenanlagen. Es gibt einen Griffel mit drei Narben.

Die Frucht ist eine fleischige, (scharlach-)rote Panzerbeere von 60 Millimetern Länge und kugeliger bis ellipsoidischer Form. Sie ist rund 35 Millimeter breit.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Art ist von Afrika bis Südostasien und Malesien heimisch und wird hier auch angebaut. Darüber hinaus ist sie in Lateinamerika, Australien und anderen tropischen Gebieten eingeschleppt worden.

Nutzung[Bearbeiten]

Die reifen Früchte werden roh, gekocht oder kandiert gegessen. Blätter, junge Sprosse und unreife Früchte werden gekocht als Gemüse gegessen. Verschiedenen Pflanzenteile werden medizinisch genutzt. Manchmal wird die Art auch als Zierpflanze angepflanzt. Blätter und junge Sprosse sind relativ reich an Kalium, Eisen, Zink und Selen, auch die Aminosäurezusammensetzung der Proteine ist für den Menschen günstig[1].

Die Tindola wird häufig über Stecklinge vermehrt, wobei rund 10-mal so viele weibliche wie männliche Pflanzen angepflanzt werden. Die Stecklinge werden im Abstand von ein bis zwei Metern an Spalieren gezogen. Häufig ist Bewässerung nötig. Manche Landrassen entwickeln sich ohne Befruchtung (parthenokarpisch). Eine Einzelpflanze kann bis zu 300 Früchte pro Saison tragen.

Invasive Pflanze[Bearbeiten]

Überwucherung einer jungen Kokospalme auf Guam.

Die Art wird in etlichen Gebieten, wo sie eingeschleppt wurde, als invasive Art eingestuft. Da sie eine dichte Vegetationsschicht bildet, erdrückt sie die unter ihr befindliche Vegetation. Sie gilt als sehr aggressiv auf Guam und Saipan. Auf Hawaii gilt sie als Problem in Gärten, an Straßenrändern und in natürlicher Vegetation.[2] Die Bekämpfung erfolgt zum Teil durch Ausbringung von Insekten, etwa den Käfern Acythopeus cocciniae und Acythopeus burkhartorum (Curculionidae) und dem Schmetterling Melittia oedipus (Sessidae).[3] Weitere Bekämpfungsarten sind das Aufbringen von 2,4-D oder Triclopyr an die basalen Stammteile oder von Triclopyr und Dicamba auf die Blätter, mechanische Bekämpfung ist wirkungslos.

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Xu YouKai, Liu HongMao, Dao XiangSheng: The nutritional contents of Coccinia grandis and its evaluation as a wild vegetable. Acta Botanica Yunnanica, Band 25, 2003, S. 680-686 (Abstract)
  2. Coccinia grandis auf der Global Invasive Species Database, abgerufen 13. April 2008.
  3. R. Muniappan: Biological Control of Ivy Gourd, Coccinia grandis on Guam. Forschungsprojekt auf Guam, abgerufen 13. April 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Tindola – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Tindola – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien