Titus Ullrich

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Titus Ullrich (* 22. August 1813 in Habelschwerdt, Niederschlesien; † 17. Dezember 1891 in Berlin) war ein deutscher Kunst- und Literaturkritiker sowie Schriftsteller aus der Grafschaft Glatz.

Leben[Bearbeiten]

Der spätere königliche Hofrat, Sohn eines Landwirtes und Enkel des Habelschwerdter Bürgermeisters Hallmann, wurde im Hallmannschen Haus am Ring N° 7 geboren, in welchem seine Mutter während der Befreiungskriege weilte. Zunächst von seinem Großvater unterrichtet, trat er 1825 in das Glatzer königliche Gymnasium ein und nahm 1832 das Studium der Philosophie und der Altertumswissenschaften in Breslau auf, das er ein Jahr später in Berlin fortsetzte.

Der Tod seines Vaters vereitelte seinen Plan, sich nach Beendigung seines Studiums als Privatdozent zu habilitieren. Er ließ sich aus diesem Grund als Privatlehrer in Berlin nieder, wo er 1845 sein allerdings wenig beachtetes Erstlingswerk, die episch-didaktische Dichtung Das Hohe Lied herausgab. 1848 konnte er seine finanzielle Lage durch eine Stellung als Feuilletonist bei der kurz zuvor gegründeten Nationalzeitung verbessern. Dort widmete er sich bis 1860 der Kritik des Tagesgeschehens in den Bereichen der Darstellenden und Bildenden Kunst sowie der Literatur. Daneben war er eine der zentralen Persönlichkeiten des 1852 gegründeten literarisch-künstlerischen Clubs Rütli. Im Jahr 1854 reiste er für einen längeren Aufenthalt nach Italien, 1857 konnte er die große Kunstausstellung in Manchester besuchen und nutzte diese Reise zur Erkundung von England und Schottland, von wo er über Belgien und Paris heimkehrte.

Gegen Ende des Jahres 1860 wurde er zum Geheimsekretär im Büro der Generalintendantur der Königlichen Schauspiele in Berlin berufen, später zum Geheimen Intendanturrat befördert und zum königlichen Hofrat ernannt. Er trat 1887 in den Ruhestand.

Titus Ullrich starb 1891 im Alter von 78 Jahren in Berlin an einem Herzschlag.

Werksauswahl[Bearbeiten]

  • 1845: Das Hohe Lied
  • 1847: Viktor
  • 1890: Dichtungen

Postum erschienen:

  • 1893: Reisestudien aus Italien, England und Schottland
  • 1894: Kritische Aufsätze über Kunst, Litteratur und Theater

Literatur[Bearbeiten]

  • Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten des 19. Jahrhunderts
  • Ludwig Julius Fränkel: Ullrich, Titus. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 201–203.
  • Schlesische Zeitung, 3. Juli 1887 (Beitrag über die Pensionierung Titus Ullrichs)
  • Arnfried Edler: „Im Innersten aufregend“. Schumann und der „Revolutionsprophet“ Titus Ullrich, in: Thomas Synofzik und Hans-Günter Ottenberg (Hgg.): Schumann und Dresden, Köln (Dohr) 2010, S. 109–120