Tokodede

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der ethnolinguistische Gruppe. Für ihre Sprache siehe Tokodede (Sprache).
Anteil von Tokodede-Muttersprachlern in den Sucos Osttimors.

Die Tokodede (Tocodede, Tukude, Tokodé, Tocod) sind eine ethnolinguistische Gruppe in Osttimor. Ihr Zentrum ist der Distrikt Liquiçá, wo sie in den Subdistrikten Liquiçá und Maubara die absolute Mehrheit der Bevölkerung bilden. Ihre Sprache wird ebenfalls Tokodede genannt. Sie wird von 39.483 Osttimoresen als Muttersprache gesprochen (Zensus 2010).[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Karte Timors mit Lichisana von Antonio Pigafetta von 1522

Antonio Pigafetta berichtete 1522 von vier Hauptkönigen auf Timor, wovon einer das Reich von Lichisana (Likusaen) regierte. Dieses wird mit Liquiçá gleichgesetzt und soll damals Wehale, das weiter südlich lag, tributpflichtig gewesen sein.[2] Likusaen hatte sein Zentrum im Gebiet der Tokodede und der ihnen sprachlich nahen Kemak[3] und hatte auch Einfluss auf die südlich von ihnen lebenden Bunak.[4] 1667 verbündete sich Maubara mit den Niederländern, die 1756 hier ein Fort errichteten. Im Vertrag von Lissabon vereinbarten die Niederländer 1859 im Rahmen eines größeren Gebietsaustauschs Maubara an die Portugiesen abzutreten. Die Übergabe erfolgte im April 1861. Aufstände gegen die Portugiesen im 19. Jahrhundert wurden niedergeschlagen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Amt Osttimors, Ergebnisse der Volkszählung von 2010 der einzelnen Sucos
  2. Geoffrey C. Gunn: History of Timor, S. 17, Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB).
  3. Antoinette Schapper: Finding Bunaq: The homeland and expansion of the Bunaq in central Timor, S. 169, in: Andrew McWilliam, Elizabeth G. Traube: Land and Life in Timor-Leste: Ethnographic Essays, 2011.
  4. Schapper: Finding Bunaq, S. 170.